radical rcx
 

Schweizer Abenteuer in Österreich

Peter Ruch beglückte uns beim #Supertest2015 mit seiner Anwesenheit. Die Anreise erfolgte mit einem Radical RCX. Die österreichischen Staatsorgane zeigten sich von ihrer besten Seite…

12.09.2015 radical mag

Friedlich fummele ich gerade am Tomtom, dort auf dem Bahnhof Feldkirch. Im Radical RXC, in der Schlange vor dem Autozug nach Graz. Der mich samt Radical zum #Supertest2015 der geschätzten «autorevue» bringen soll. Doch während ich noch fummele, schleicht sich ein Polizei-Fahrzeug an meine Seite. Ich mag die werten Herren Polizisten nicht so recht beachten, weil ich, eben, grad mit dem Tomtom beschäftigt bin, mir außerdem (und ausnahmsweise) auch keines wirklich groben Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung bewusst – und übers Wetter oder den Schweizer Trainer der so erfolgreichen einheimischen Fußball-Nationalmannschaft plaudere ich mit Uniformierten auch nur selten. Oder gar nicht, am liebsten. Was zur Folge hat, dass Schutzmann 8125264 seinen VW-Bus so parkt, dass ich ihm nicht mehr entkommen kann.

Radical RCX (4)
© Bild: Peter Ruch

Da riecht es bereits ein bisschen nach Ärger

Trotzdem lächele ich den Herrn an, als er dann zum Fahrzeug tritt. «Was haben wir denn da?», ist seine Eröffnung des Gesprächs. Naja, meistens, eigentlich immer reagiere ich ziemlich heftig auf Menschen, die weder grüßen noch sich vorstellen, ganz besonders in solchen Situationen. Doch ausnahmsweise bleibe ich locker, freundlich. Kann ich ja auch sein, denn ich weiß, dass alles in Ordnung ist, Papierchen vorhanden, englische Straßenzulassung, Schweizer Straßenzulassung, und brav gewesen bin ich auch, mindestens seit Weihnachten 2004.

Es beginnt das bekannte Spielchen

Aussteigen, Papiere vorweisen. Die der Herr mit einer Herablassung studiert, die unterirdisch ist. Ok, wahrscheinlich versteht er kein Englisch. Dann dreht er etwa drei Runden um den Wagen, auch verständlich, sowas hat er wohl noch nie gesehen. Dann bückt er sich blitzschnell, schießt wieder hoch, lächelt und sagt: «Dieses Fahrzeug ist nicht straßentauglich.» Aha. Und: «Wie bitte?» Es gefriert mir das bisher so strahlende Lächeln.

Radical RCX (2)
© Bild: Peter Ruch

«Dieses Fahrzeug ist nicht straßentauglich», wiederholt der Schutzmann, «und Sie wissen es genau.» Interessant. Ich frage den Herrn, ob ich jetzt raten soll oder ob er mir sein großes Geheimnis verraten will. «Dieses Fahrzeug ist nicht straßentauglich», wiederholt er nochmals, mit spürbarer Genugtuung: «es verfügt nicht über genügend Bodenfreiheit.» Bodenfreiheit? Bodenfreiheit.

Ok, wie reagiert der Mensch auf – reine Willkür?

Ich lächele weiter, erkläre dem Herrn, dass in den gerade vorgewiesenen Papieren, inkl. EU-Zertifikat für Kleinserien-Fahrzeuge, doch stehe, dass der Radical durchaus den Vorschriften entspreche. Worauf es nun an Schutzmann 8125264 ist zu lächeln: «Aber er entspricht nicht den österreichischen Vorschriften». Gut, was kann man da noch sagen. Ich bitte den Herrn, mir die entsprechenden Schriftstücke doch bitte vorzuweisen.

Er meint, ich könne sie jederzeit auf dem Internet einsehen. Auch gut – bisher war ich der Überzeugung, dass der Kläger den Beweis erbringen muss. Doch in Österreich ist das ja vielleicht anders.

Radical RCX (1)
© Bild: Peter Ruch

Bodenfreiheit

#Immer noch einigermaßen höflich frage ich den Herrn, was ich denn nun tun könne. «Verschaffen Sie dem Wagen mehr Bodenfreiheit. Oder transportieren Sie das Fahrzeug auf einem Anhänger», ist die für einen Sonntagabend, 21 Uhr, sehr passende Antwort. Und es folgt noch: «Wenn Sie den Wagen in Verkehr setzen, werde ich Ihnen, theoretisch, das Kennzeichen beschlagnahmen.» Auch gut. Und was jetzt? Ich frage die beiden so sehr um den Radical besorgten Herren mal noch nach ihren Namen, man weiß ja nie, doch sie wollen keine Antwort geben, oder sie haben ihn vergessen, sie sagen nichts außer: 8125264, der eine, der das Wort führt. 8125220, der andere, der gar nichts sagt. Dann setzen sie sich in ihren Wagen, rauschen davon. Wahrscheinlich hinters nächste Eck‘, falls ich versuchen sollte – whatever…

Und was sagt Radical?

Ich rufe Noah von X an, der uns den Radical für den #supertest15 zur Verfügung gestellt hat. Er meint: eigentlich kein Problem, den Wagen höher zu stellen, Verkleidung vorne entfernen, an dem Push-Rod-Zeugs rumdrehen, fertig. Gute Idee, eigentlich, aber ich hab ja kein Werkzeug dabei. Also: ÖMATC bestellen. Der Mann kommt bald, wir tun wie geheißen – und jetzt würden wir eigentlich 8125264 oder 8125220 brauchen, damit sie uns sagen könnten, in welcher Höhe sie den RXC denn gerne hätten. Aber sie sind nicht aufzufinden, zwei andere Schutzmänner kommen des Weges. Sehen das ein bisschen anders als meine beiden Freunde und Helfer, wenn die Papiere in Ordnung sind, meinen sie, dann gibt es keinen Grund, das Fahrzeug zu beanstanden. Irgendwann haben sie auch 8125264 am Draht, der die Sache «unterdessen» auch so sieht: Papiere ok, alles bestens. Auch gut.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

  • Jörg Klar

    Was für ein selbstverliebtes Gelaber. Die Auto Illustrierte macht dicht, aber radical ist immer noch im Geschäft. Bitter.

pixel