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Der Kältemittelstreit dauert zwischen Daimler und der EU zieht sich jetzt schon über ein Jahr.
 

Prüfbericht stärkt EU im Kältemittelstreit mit Daimler

Daimler kritisierte den Prüfbericht als zu eng gefasst. Daimlers CO2-Klimaanlagen sollen so schnell wie möglich zur Serienreife gebracht werden.

07.03.2014 APA

Stuttgart. Ein Prüfbericht stärkt die EU-Kommission im Streit mit der deutschen Bundesregierung über den Einsatz eines klimaschädlichen Kältemittels bei Mercedes-Modellen den Rücken. Nach Erkenntnissen der Brüsseler Behörde birgt ein neues, klimaschonendes Kühlmittel kein erhöhtes Risiko bei Unfällen.

Daimler: 1234yf führe zu Brand

Daimler hatte sich geweigert, die von den US-Konzernen Honeywell und Dupont produzierte Chemikalie 1234yf in Klimaanlagen einzufüllen, weil es nach eigenen Tests bei einem Unfall zu einem Brand und dem Austreten einer gefährlichen Säure kommen könne. „Das Mittel ist nicht die einzige Flüssigkeit in Fahrzeugen, die entflammbar ist oder beim Entzünden gefährliche Gase entwickeln kann“, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Die Autohersteller hätten bereits Wege gefunden, derartige Risiken zu minimieren.

Daimler kritisierte den Prüfbericht als zu eng gefasst. Er berücksichtige weder die eigenen Tests des Autoherstellers noch die Hinweise anderer Institutionen. „Daher ist die von uns favorisierte Lösung nach wie vor die Entwicklung von CO2-Klimaanlagen“, erklärte der Stuttgarter Konzern. Diese sollten so schnell wie möglich zur Serienreife gebracht werden.

R134a etwa 1000-fache Treibhauswirkung von CO2

Die Brüsseler Behörde hatte Ende Januar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung eröffnet, weil das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Daimler nicht an der Verwendung des bisher üblichen Kühlmittels R134a hindert. Die neue Chemikalie ist nach aktualisierten Angaben von Honeywell nur in etwa so klimaschädlich wie das Treibhausgas Kohlendioxid, während R134a mehr als 1000-fach so viel Schaden anrichtet. Der Streit schwelt schon seit mehr als einem Jahr. Laut EU-Kommission könnte Daimler gezwungen sein, mindestens 130.000 Autos zurückzurufen, die zwischen Januar und Juni 2013 verkauft wurden und nicht korrekt zugelassen worden seien. Eine Übergangsfrist zum Einsatz des bisherigen Klimakillers R134a endet 2017.

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