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Porsche Transaxle: Die ewig Unterschätzten

Von 27. April bis 16. Oktober 2016 wird der Ära des Porsche Transaxle eine Sonderausstellung im Porsche Museum gewidmet. Wir finden: Die ewig Unterschätzten.

27.04.2016 Online Redaktion

Seit vielen Jahren schon irrlichtern die Transaxle am Porsche-Himmel, dort, wo seit jeher nur Platz für einen ist: den Elfer. Doch seit jene über alle Baujahre hinweg kometenartig an Wert gewinnen, sollte man ein wenig Ausschau halten, nach den Perlen, die es diesseits des großen Bruders zweifellos hat.

Porsche Transaxle – was wir verpassen

Denn wissen wir überhaupt, was wir da verpassen? Das feine Handling, dass sich auf einer perfekten Balance abstützt, die durch die Trennung von Motor und Getriebe überhaupt erst möglich wurde. Keine Bösartigkeiten wie sie der 911 damals noch an den Tag legte, stattdessen eine Sattheit und Transparenz in jedem Manöver – bis die Reifen freudig Halleluja riefen. Dazu eine Alltagstauglichkeit mit dem großen Kofferraum unter der mächtigen Glaskuppel am Heck.

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© Bild: Werk

Ein Audi-Motor? Geschenkt.

Das unter der Haube ein vergleichsweise profanes Aggregat seinen Dienst verrichtet? Geschenkt. Außerdem ist der Porsche-Zylinderkopf auf dem Audi-Zweiliter im 924 so schlecht nicht, die 125PS kommen tüchtig aus dem Drehzahlkeller und scheuen sich auch nicht vor dem fröhlichen Ausdrehen. Aber man würde der Baureihe nicht gerecht werden, wenn man sein Urteil allein auf dem Ur-924 fällt. Denn da wären etwa: die Carrera GT-Modelle, bei denen der Zweiliter zu ganz anderen Leistungen fähig war. 300PS? Locker.

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© Bild: Werk

Ernst wird es sowieso im 944. Ein halber 5-Liter-V8 des großen 928 verhalt den „Kleinen“ endlich zum echten Porsche-Motor. Die 163-Einstiegs-PS waren bereits eine gute Basis, wer einen 16-Ventiler ergattert, hat ein wirklich feines Triebwerk erwischt. Besonders wenn es ein S ist, mit der alten Optik und der wahren Pracht der 190-Hochdrehzahl-Pferde. Sicher, turbo, turbo S und S2 sind natürlich ebenfalls: mächtig. Damit ist man auch heute noch ganz weit vorne mit dabei, wenn man sie dann mal wirklich von der Leine lässt. Das gilt natürlich auch für die 968-Varianten, mit denen die Transaxle zu Gunsten der wassergekühlten Sechszylinder-Boxer zu Grabe getragen wurden.

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© Bild: Werk

Es waren die Transen, die Porsche am Leben hielten.

Beinahe 400.000 Stück wurden von 1976 bis 1995 in Neckarsulm und Zuffenhausen gebaut und anlässlich des 40-jährigen Jubiläums hat Porsche ein paar besondere Modelle dieser Ära aus dem Lager gekramt und fein säuberlich im Museum ausgestellt. Darunter sind nicht nur die bekannten Versionen, sondern einmaliges Prototypen- und Versuchsträgergerät, dass sich das erste Mal im Licht der Öffentlichkeit sonnen darf.

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© Bild: Werk

Wir haben uns vorab schon einmal ein bisschen mit der Materie vertraut machen dürfen und sind bei unserem Streifzug durch die Hallen auf herrliche Geschichten gestoßen, die wir in der nächsten Zeit erzählen werden – damit die Unterschätzten auch endlich den Ruhm bekommen, den sie sich schon lange verdient haben.

  • Hardy Herrmann

    Fahre seid 15 Monaten einen 85er 944, auch bei Wind und Wetter……die Kommentare sind wirklich wahr – der 944 ist eigentlich der bessere Elfer ! Ja, der Klang und das Aussehen des Elfers wird ein Transaxle nie erreichen, aber auf der Landstraße ist jeder Elfer dieser Ära unterlegen (habe ne halbe Million Kilometer auf Käfer und Co, auch wirklich Schnellen und bin schon 3.2er Carrera gefahren, Käferfahren in seiner schnellsten Form !) und heute staunt man über die Alltagstauglichkeit und den niedrigen Verbrauch des 2.5er Motors…..ein wirklich unterschätztes Juwel von Porsche !!!!

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