Wendelin Wiedeking 2009
Vorerst kein Prozess gegen Wiedeking.
 

Porsche: Kein Prozess gegen Ex-Chef

Gegen den Ex-Chef des deutschen Sportwagenherstellers Porsche, Wendelin Wiedeking, wird doch kein Prozess wegen Marktmanipulation geführt.

25.04.2014 APA

Gegen den ehemaligen Chef des deutschen Sportwagenherstellers Porsche, Wendelin Wiedeking, wird doch kein Prozess wegen Marktmanipulation geführt. Das Landgericht Stuttgart hat die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen ihn und den früheren Finanzvorstand Holger Härter abgelehnt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag sagte. Nach den bisherigen Beweismitteln sei eine Verurteilung nicht wahrscheinlich – der Tatvorwurf sei „nicht beweisbar“.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen Wiedeking und Härter erhoben, weil sie den Finanzmarkt zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches VW-Einstieg informiert haben sollen. Die Anklagebehörde kann aber gegen die Entscheidung des Landgerichts noch Beschwerde beim Oberlandesgericht einlegen.

Angeklagte nicht überrascht

„Die Entscheidung ist wenig überraschend“, ließen Wiedeking und Härter über ihre Verteidiger erklären. Sie hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat neben den beiden Vorständen mittlerweile den gesamten früheren Aufsichtsrat der Porsche SE im Visier – wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Marktmanipulation. Unter den Betroffenen ist neben VW-Patriarch Ferdinand Piech auch dessen Cousin Wolfgang Porsche.

630.000 Euro Strafe

Die Porsche Holding SE hat wegen der gescheiterten Übernahme von Volkswagen gleich mehrere Klagen am Hals. Holger Härter war im Zusammenhang mit dem Übernahmeversuch bereits zu einer Geldstrafe von 630.000 Euro wegen Kreditbetruges verurteilt worden. Der Fall geht nun aber in die Revision vor dem Bundesgerichtshof.

Forderung von 5 Milliarden Euro Schadensersatz

Zudem fordern Investoren insgesamt rund 5 Mrd. Euro Schadenersatz, weil sie sich rückblickend von Porsche getäuscht fühlen. Schauplätze sind unter anderem Braunschweig, Stuttgart und Hannover.

Schadensersatzforderung abgewiesen

Porsche hat in den juristischen Nachwehen bereits einige Etappensiege verbucht. Zuletzt erlitten fast zwei Dutzend Hedgefonds vor dem Landgericht eine Schlappe. Sie hatten wegen des Übernahmekrimis 1,36 Mrd. Euro Schadenersatz gefordert – und waren gescheitert. Am Freitag wurde allerdings bekannt, dass sie Berufung gegen das Urteil eingelegt haben.

Den Spieß umgedreht

Die geplante Übernahme von Volkswagen war damals missglückt: Die Porsche SE verhob sich bei dem Versuch, sich die Macht bei VW zu sichern. Am Ende kam es daher anders: Im August 2012 drehte VW den Spieß um und verleibte sich den Sportwagenbauer, der bis dahin unter dem Dach der Porsche SE war, komplett ein. Die Porsche SE selbst ist seitdem ausschließlich an Volkswagen beteiligt – profitiert darüber aber letztlich noch immer indirekt von den Erfolgen der Sportwagenschmiede.

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