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Porsche-Vertreter Markus Meier vor dem Prozessauftakt vor dem Landgericht Stuttgart.
 

Porsche-Prozess: Gericht äußert Zweifel an Hedgefonds-Milliardenklage

Zum Prozessauftakt signalisierte das Gericht Zweifel an den Argumenten der klagenden Hedgefonds: „Wir sehen erhebliche Prozessrisiken für die Kläger“

10.02.2014 APA

Am Montag starteten die Verhandlungen um die Milliardenforderungen gegen Porsche wegen des Übernahmepokers um Volkswagen. Zum Prozessauftakt äußerte Richterin Carola Wittig Zweifel an den Argumenten der klagenden Hedgefonds: „Wir sehen erhebliche Prozessrisiken für die Kläger“, so Wittig vor dem Landgericht Stuttgart. Ein Problemfeld in der Klage bestehe darin, der Porsche-Holding den Vorsatz einer Schädigung nachzuweisen. „Das ist ein ganzer Parcours an Hindernissen, den es zu springen gilt.“

Hedgefonds klagen auf 1,36 Mrd. Euro Schadenersatz

Rund zwei Dutzend Hedgefonds – darunter in der Branche bekannte Namen wie Viking Global Investors, Glenhill Capital und Greenlight Capital – haben vor dem Landgericht Stuttgart auf insgesamt 1,36 Mrd. Euro Schadenersatz geklagt, weil sie sich durch VW-Großaktionär Porsche im Übernahmepoker um Volkswagen vor fünf Jahren getäuscht sehen. Sie begründen das damit, dass Porsche eine Übernahme von VW mit Pressemitteilungen und in Telefonaten mit Investoren abgestritten habe, obwohl diese still und heimlich vorbereitet worden sei. Der Zivilprozess ist der erste große in einer Klageserie von insgesamt rund 100 institutionellen und privaten Investoren an deutschlandweit inzwischen vier Gerichten.

Pressemitteilung reicht als Beweis für vorsätzliche Schädigung wahrscheinlich nicht aus

Porsche hatte im Oktober 2008 bekannt gegeben, eine Mehrheit von mehr als 75 Prozent am viel größeren Volkswagenkonzern anzustreben. Noch im März 2008 hatte der Sportwagenbauer diesen Plan in einer Pressemitteilung bestritten. Entsprechende Spekulationen waren damals aufgekommen, nachdem Porsche kurz zuvor erklärt hatte, seinen Anteil auf mehr als 50 Prozent an dem Wolfsburger Autobauer aufstocken zu wollen. Der Richterin zufolge reicht die Pressemitteilung vom März als Beweis einer vorsätzlichen Schädigung wahrscheinlich nicht aus. Genauer geprüft werden müsse aber der Vorwurf, ob dies auch für telefonische Dementis gegenüber den Hedgefonds im Herbst 2008 gelte. 

Porsche-Anwalt: Übernahme sei im Frühjahr 2008 noch nicht geplant gewesen

Die Anwälte der klagenden Hedgefonds erklärten, es sei klar, dass die Übernahme schon im Februar geplant gewesen sei und verschleiert werden sollte. Ein Porsche-Anwalt wies das zurück. „Das ist pure Spekulation.“ Den Übernahmeplan habe es im Frühjahr 2008 noch nicht gegeben.

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