porsche macan diesel vorne front seite silber 2014
Analysten sehen eine Gefahr für das Luxusimage von Porsche.
 

Porsche plant kräftiges Absatzplus – Luxusimage in Gefahr

Mit voraussichtlich 200.000 produzierten Autos 2014 läuft Porsche gefahr, an Exklusivität einzubüßen.

13.02.2014 APA

Mit dem neuen Geländewagen Macan könnte sich Porsche bald selbst überholen: Das Absatzziel von 200.000 Fahrzeugen im Jahr könnte der Sportwagenbauer nach den Worten von Porsche-Chef Matthias Müller schon 2015 und damit drei Jahre früher als ursprünglich erwartet erreichen. Die Stuttgarter arbeiten deshalb an der nächsten Etappe ihrer Wachstumsstrategie, hieß es zu Reuters.

Der neue Fahrplan könne die „Strategie 2018“ vorzeitig ablösen und Ziele bis 2023 definieren. Ein Porsche-Sprecher wollte das nicht bestätigen und erklärte, die Gespräche über die künftige Ausrichtung des Unternehmens seien noch nicht abgeschlossen.

Luxusimage: „Gewisse Risiken sind vorhanden“

Aber wie weit kann das Wachstum gehen, ohne dass die Luxusmarke ihr exklusives Image verliert? Porsche müsse mit seiner Expansion sehr vorsichtig sein, warnt Frank Biller, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. „Gewisse Risiken sind vorhanden.“ Und auch Autoexperte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, warnt vor einer „Überdehnung“ der Marke, falls Porsche in ein niedrigeres Preissegment vorstoßen sollte. „Dies belastet das Image der Kernprodukte“, sagt er.

Nach Schätzung wird Porsche heuer 200.000er-Marke knacken

Nach Schätzung der Analysten von IHS Automotive wird Porsche die Marke von 200.000 Wagen schon in diesem Jahr knacken. Im vergangenen Jahr lieferte die zum Volkswagen-Konzern gehörende Marke mit mehr als 162.000 Fahrzeugen so viele aus wie nie zuvor. Und auch das Ziel einer Umsatzrendite von 15 Prozent war schon im dritten Quartal 2013 erreicht. Bis 2018 könnte der Absatz von Sportflitzern und Geländewagen um 15 Prozent auf rund 233.000 klettern, wie IHS prognostiziert.

„Legebatterien werden den Mythos Porsche zerstören“

Dann hätten die Schwaben allerdings ein Niveau erreicht, das sie zum Bremsen zwingen könnte, wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Betriebsrats-Chef Uwe Hück andeutet. Auf Volumen zu setzen, sei der falsche Weg. „Legebatterien werden den Mythos Porsche zerstören“, warnt er. Das Image müsse erhalten bleiben. „Ob dies bei 200.000 oder 250.000 Einheiten der Fall ist, müssen wir uns ansehen.“ Porsche-Chef Müller sagte am Rande der Eröffnung des für den Macan-Bau erweiterten Werks in Leipzig in dieser Woche, eine Stückzahl von 500.000 komme nicht in Frage. Der Anteil am weltweiten Pkw-Markt werde weiterhin bei rund 0,3 Prozent liegen. „Die hohe Exklusivität unserer Marke und Produkte bleibt langfristig gewährleistet“, sagte er.

Mit der künftigen Strategie werde in diesem Jahr wahrscheinlich auch die Entscheidung über die sechste Modellreihe fallen, sagte einer der Insider weiter. Schon länger im Gespräch ist eine kleinere Version des Viertürers Panamera. Das Werk in Leipzig, in das Porsche gerade 500 Millionen Euro für eine Produktionskapazität von 50.000 Macans im Jahr gesteckt hat, werde ausgebaut.

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