Porsche Panamera Diesel
Der Porsche Panamera mit Dieselmotor – der Bürgerlichste eines edlen Geschlechts.
 

Testbericht: Porsche Panamera Diesel

Bürgerlichster eines edlen Geschlechts, darf noch ein wenig wachsen.

09.05.2012 Autorevue Magazin

Auch nach zwei Generationen Cayenne und drei Jahren Panamera sagt einem das erste Gefühl zum Thema Limousine und Diesel und Porsche: Muss das sein? Darf das sein? Das kann doch nicht zusammen­gehen.

Es geht sich aus, und zwar wunderbar. Weil, und da sind wir gleich am Punkt, der Panamera die derzeit fahr­aktivste Oberklasse-Limousine darstellt, und zwar mit weitem Abstand. Das hat zu einem großen Teil mit dem tiefen Schwerpunkt zu tun, ein Siebener-BMW ist beispielsweise sechs Zentimeter höher. Fahraktivität darf allerdings auch in einer Porsche-Limousine nicht mit Sportlichkeit verwechselt werden, da steht alleine schon die gewaltige Fahrzeugbreite von mehr als zwei Metern (2,11 m inklusive Spiegel) davor. Wie cinemascopeartig sich so ein Pana­mera durch die Landschaft schiebt, merkt man spätestens im ersten Autobahn-Gegenverkehr: Die auf zwei Meter beschränkten Überholspuren dürfte man eigentlich gar nicht mehr befahren.

Aber zurück zu den Talenten:

Das Feedback von Lenkung und Fahrwerk zeigt sich vorbildlich. Im Gegensatz zu anderen dicken Limousinen erlebt man was beim Fahren, ist Teil des Geschehens. Die 250 PS aus dem Dreiliter-V6-Diesel, bekannt aus den größeren Audis und VWs, fühlen sich in jeder Lebenslage durchaus angemessen an, es geht sich sogar ein Hauch von ­Frivolität aus, aber eben nur ein Hauch. Die stärksten Momente erlebt man trotzdem an der Tankstelle: Da bleibt man verlässlich unter neun Litern auf 100 km, eine beachtliche ­Leistung bei fast zwei Tonnen Lebendgewicht.

Apropos Leistung:

Vielleicht wird den einen oder anderen Panamera-Kunden ein wenig magerln, dass es den Audi A7 inzwischen auch mit 313 PS gibt. Dass diese Version inklusive Allrad (bei Porsche in ­Verbindung mit Diesel derzeit weder gegen Geld noch für gute Worte zu haben) dann auch noch fast 20.000 Euro günstiger als ein Panamera Diesel kommt, zeigt in etwa, was einem das Gefühl des Porschefahrens wert sein muss.

Kein Allrad also – was man angesichts der 275er hinten beim ersten Schneeflankerl in den Höhenlagen von Döbling & Hietzing verfluchen wird – dazu ein Audi stärker als ein Porsche. Das ist nicht gut. Aber wir tippen jetzt einmal, dass relativ bald ein Panamera Diesel 4S zu haben sein wird, mit mindestens 320 PS und Allrad, womit die Wolfsburger Weltenordnung wieder hergestellt wäre.

Hier ein Trailer zum Porsche Panamera:

pixel