Porsche Panamera Turbo S Executive
Klar, man hat Platz, aber auch nicht mehr als im Fond eines Skoda Superb...
 

Porsche Panamera Turbo S Executive

Wer in einem Panamera Turbo auf der Rückbank Platz nimmt, der hat wohl eher keine Geldsorgen, aber was kann der Turbo-Wal eigentlich?

22.07.2014 radical mag

Nach wie vor finden wir den Wal auf Rädern nicht ausgesprochen sexy. Der Panamera ist auch in der Langversion (Länge 516,5 cm, 15 cm verlängerter Radstand) für uns kein Augenschmaus – nicht zuletzt wegen der nun riesigen Fondtüren. Aber, auch das müssen wir in aller Deutlichkeit sagen, sitzt wir mal drin sind wir durchaus angetan. Es kommt auch nicht alle Tage vor, dass ein Testwagen mit ein paar Optionen 250.093 Euro kostet, dass er 570 PS unter der Haube hat und erst noch eine Bremsanlage aus Verbundmaterial. Wie gesagt, wir reden hier von einer viertürigen Limousine. Oder ist es ein viertüriges Coupé? Oder fast schon ein Shooting Brake? Egal, der Wal muss nun schwimmen!_Porsche-Panamera-Turbo-S-Executive-oben

Die Rückbank mit ihren tausenden Knöpfchen

Nimmt man auf der Rückbank platz so bleibt viel Zeit, sich bei Tempo 130 um die tausenden von Hebelchen und Knöpfchen zu kümmern. Obwohl die ganze, nach vorne ansteigende Mittelkonsole damit vollgestopft ist, findet man sich rasch zurecht. Jedenfalls rascher als bei einigen Fahrzeugen, bei denen die ganze Steuerung über Touchscreen oder – Achtung Lieblingswort – Dreh-Drücksteller gemanaget wird. Zudem: im Gesetz ist nirgends erwähnt, wie lange man brauchen muss, um auf Tempo 130 zu kommen. Ab und zu können wir also erahnen, was die 570 Pferde für ein Furioso loslassen können, wenn man denn will. Aber wir wollen mehr._Porsche-Panamera-Turbo-S-Executive-innen

Faustregel für den Panamera

Drum geht’s jetzt auch weg von der Autobahn, rein ins enge, kurvige Geläuf des Emmentals. Dort gilt eine einfache Regel: wo ein Postauto fährt, kommt auch der Panamera durch. Fährt keines, wird’s auch für den Porsche eng.

Der sportliche Wal

Es erstaunt immer wieder, wie man ein solches 2.100 kg schweres Teil auch durch enge Biegungen wuchten kann. Die Federung lässt sich natürlich einstellen, auf der härtesten Stufe kommt tatsächlich so etwas wie Sportwagen-Feeling auf. Wobei es böse Zungen gibt die behaupten, der Panamera brauche gar keine Federelemente – er sei so schwer, dass der Boden nachgibt…_Porsche-Panamera-Turbo-S-Executive-heck

Der Panamera hat einfach von allem zu viel

Zu viel Leistung (wobei, Leistung hat man nie zu viel), zu tolle Bremsen (kein Wunder bei den riesigen Bremsscheiben und Bremszangen, die auch einen A380 locker zu stehen bringen), zu viel Traktion (kein Wunder bei 4×4-Antrieb). Und er ist zu teuer. Nein, ist er natürlich nicht. Wer so etwas will, wird jeden Preis bezahlen. Es ist in dieser Kategorie schon fast: egal. Der Bomber mit Topspeed 310 km/h hat also von allem zu viel – außer vom Beinraum für die Fondpassagiere. Klar, man hat Platz, aber auch nicht mehr als im Fond eines Skoda Superb._Porsche-Panamera-Turbo-S-Executive-hintertür-offen

Warum Porsche dieses Auto gebaut hat

Klar, man hat fantastische, in allen möglichen Winkeln verstellbare Einzelsitze – aber wozu? Wir glauben Porsche hat dieses Auto gebaut: weil sie es können. Wir würdigen die Ingenieursleistung der Stuttgarter – aber wir fragen uns auch: wo soll das noch hinführen? Porsche und alle anderen Luxushersteller werden uns bald eine andere Antwort liefern. Das ist so sicher wie die Verkaufserfolge die der lange Panamera vor allem in China und Russland feiern wird. Hierzulande braucht dieses Auto kein Mensch – aber faszinierend ist der Turbo-Wal auf jeden Fall._Porsche-Panamera-Turbo-S-Executive-seite

Der Verbrauch des Panamera

PS: Natürlich hat der Turbo auch was weggeschluckt. Im Schnitt waren es 11,8 Liter pro 100 Kilometer. Aber, wir konnten dem Panamera nie auch nur ansatzweise etwas Auslauf gönnen. Wer auf der Autobahn im Nachbarland den Hammer fallen lässt, muss dann wohl eher mit 17 Litern rechnen.

Vielen Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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