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Vorstellung: Porsche Panamera

Lang währte der Anlauf, doch jetzt dürfen wir eine Punktlandung ­vermelden: Eine Limousine wie ein Porsche.

01.07.2009 Autorevue Magazin

Dies ist selbstverständlich ein historischer Moment. Der Traum vom viertürigen Porsche währt nun schon Jahrzehnte. Doch alle Anläufe verliefen bisher im Sand. Zuerst der Neunelfer, dann mehrere Versuche am 928er. Doch nie sah man die Zeit dafür gekommen. Und ehrlich gesagt, man tat gut daran, so manche Studie nicht in die Tat umzusetzen. Die Aufgabe, die Porsche-Identität auf eine Limousine von fast fünf Metern Länge zu strecken, um in der zweiten Sitzreihe würdevoll Platz nehmen zu können, ist in der Tat ein Akt, der sowohl Kraft als auch hohe Sensibilität verlangte und, wie wir jetzt wissen, auch Ausdauer.

Jedenfalls, es ist so weit: Porsche Panamera. Vier Türen, vier Sitze, fast drei Meter Radstand. Der Sportwagen im Limousinenformat. Und gleich zur Sache: Er fährt sich eindeutig wie ein Porsche. Die Sitzposition des Fahrers, das Feeling wurden eins zu eins vom Neunelfer auf die neue Dimension gehoben. Auch von der Leichtigkeit des Fahrens konnte ein erheblicher Teil mitgenommen werden. Und tatsächlich, hinten können zwei Personen bequem über lange Strecken sitzen, so wird auch das Rücksitz-Entertainment mit Sinn erfüllt. Und: Die Rücksitze sind nahezu wie die Vordersitze auf vielerlei Körpermaße einstellbar.

Man betont, den Wagen von Grund auf völlig neu konstruiert zu haben, was wir gerne glauben, wenngleich auf einzelne bewährte Elemente nicht verzichtet wurde, vor allem antriebsseitig. Die Motoren kennen wir in ihren Basisdaten aus dem Cayenne, ein V8-Sauger mit 400 PS und der V8-Turbo mit 500 PS. Müßig zu betonen, dass dies wohl zwei respektable Motorisierungen sind. Mit 1770 kg ist der Sauger mit Hinterradantrieb doch noch recht leichtgewichtig ausgefallen – man muss das relativ sehen. Für Allrad und Turbo kommen dann 200 kg dazu.

Die enormen Kräfte werden mit Hilfe von Schraubenfedern gebändigt, die durch das Porsche Active Suspension Management (PASM) unterstützt werden, womit man zwischen drei Dämpfungsvarianten wählen kann: Komfort, Sport, Sport Plus. Geboten wird dann eine erhebliche Spannweite im Fahrgefühl, zwischen Limousine am einen und echter Sport-Performance am anderen Ende. Beim Turbo ist die neu entwickelte Luftfederung serienmäßig, durch Halbierung des Luftvolumens von 2,2 auf 1,1 Liter lässt sich per Knopfdruck aus einer Limousine ein echter Sportwagen machen, in noch ausgeprägterer Weise als beim herkömmlichen Fahrwerk. Seitenneigung gibt’s dann praktisch gar keine mehr.

Beeindruckend auch das PDS, das Porsche Doppelkupplungsgetriebe. Erstmals wird es für ein Fahrzeug der Oberklasse in dieser Leistungsregion angeboten, bei den Allradvarianten sogar serienmäßig. Man kann es ganz schlicht sagen: Die beste Automatik aller Zeiten. Allerdings, wer gerne selber schaltet, ist mit ziemlich patscherten Knöpfen am Lenkrad konfrontiert anstatt professionellen Schalt-Paddels. Wir ahnen, was demnächst neu in der Aufpreisliste stehen wird.

Natürlich ist ein Panamera schon zum Basispreis kein nackertes Auto, aber es gibt etliche Delikatessen, die man extra dazu kaufen kann. Wir empfehlen: das scharfe Leder in Gelb. Und falls Sie sich am Motorsound per Knopfdruck (Abgasklappe) bald satt hören sollten: die High-End-Anlage von Burmester.

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