porsche macan s 2014 blau front vorne
Der Macan, Porsches zukünftiger Bestseller.
 

Vorstellung: Porsche Macan 2014

Da ist er also – der zweite Gelände-Porsche. Dabei sieht man ihm das Neue kaum an.

20.11.2013 asphaltfrage

Dem Porsche Macan sieht man das Neue kaum an. Zu vertraut sind die Formen, die Grösse, überhaupt. Höchstens hinten, da ist es dann etwas frischer. Das steil abfallende Heck und die kleinen Rückleuchten unterscheiden ihn schon von Cayenne, gehen mehr Richtung 911.

porsche macan s 2014 blau hinten heck

Es ist wenig verwunderlich, dass der Macan so bekannt wirkt:

Er ist kaum 15 Zentimeter kürzer als der große Bruder, genauso breit und nicht mal eine Hand breit flacher. Und doch spielt er eine Liga unter dem grossen SUV. Alleine schon wegen der Motoren: nix mit Achtzylindern – sechs müssen reichen, wenn auch turbogeladen. Da gibt es zum Start etwa den Macan S mit dem 3-Liter-V6-Biturbo, den man aus dem neuen Panamera kennt. Heißt: 340 PS und 460 Nm. Mit 8,7 Litern verbraucht der S trotz permanentem Allradantrieb PTM praktisch nichts.

porsche macan s 2014 blau vorne Seite

Noch weniger verbraucht nur der Macan S Diesel.

6,1 Liter sind es beim Selbstzünder, der aus seinen drei Litern Hubraum und mit der Hilfe eines Turboladers 258 PS und 580 Nm holt. 6,1 s sind es auch beim Sprint von 0-100 km/h (mit Sport Chrono Paket) – was angesichts des doch nicht gerade geringen Leergewichts von 1880 kg erstaunt. In den Schatten stellt das natürlich bekanntlich der Turbo.

porsche macan turbo 2014 schwarz hinten heck

Die Vollfettstufe in jeder Porsche-Modellreihe schöpft auch beim Macan aus dem Vollen: 400 PS, 550 Nm, 4,6 s auf 100 km/h und 266 km/h Spitze. Der Motor ist eine Ausbaustufe des 3-Liter-Motorblocks, allerdings dank einer Kurbelwelle mit größerem Hub (83 mm statt 69 mm) nun mit 3,6 Litern Hubraum. Alle weiteren Details wie Biturbo-Aufladung, VarioCam Plus Nockenwellen- und Ventilhubumschaltung und Direkteinspritzung teilt er sich mit dem schwächeren S-Triebwerk.

porsche macan turbo 2014 schwarz vorne front

Macan: indonesisch für Tiger

Damit der Tiger seinem Namen beim Fahren zur Ehre gereicht haben die Zuffenhausener tief in die Trickkiste gegriffen. Zum Einen wäre das das serienmäßige Siebengang-PDK-Getriebe, das sich um schnelle Gangwechsel kümmert. Dazu kommt dann der aktive PTM-Allrad, der im Bedarfsfall bis zu 100% des Drehmoments an die Vorderachse verteilt. Meist geht die Kraft aber nach hinten, wo das gegen Aufpreis erhältliche, elektrisch gesteuerte Sperrdifferenzial dank der drehmomentverteilenden Torque Vectoring-Funktion PTV Plus sowieso meist alles im Griff hat. Auch die Geometrie des Macan mit dem flachen Fahrzeugaufbau, dem langen Radstand (nur neun Zentimeter weniger als im Cayenne) und der Spurweite von über 1650 mm sollte trotz des hohen Gewichts für gute Fahrdynamik sorgen. Dazu trägt auch das Chassis bei, dessen aufwändige Aluminium-Konstruktion nicht nur auf Wunsch dank PASM in der Dämpfercharakteristik verstellen lässt, sondern gegen weiteren Aufpreis erstmals im Fahrzeugsegment sogar luftfedern lässt.

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Optionales Luftfahrwerk ermöglicht Geländegängigkeit

Diese Option ermöglicht dem Macan im Gelände eine Anhebung des Fahrwerks um 40 mm, so dass er auf eine Bodenfreiheit von 230 mm kommt. Benutzen wird das freilich niemand, alleine schon, um die feinen Felgen nicht zu ruinieren, die serienmäßig in 18-Zoll bei den S-Modellen, bzw. 19-Zoll beim Turbo kommen. Gegen Aufpreis geht es natürlich auch bis 21-Zoll. Überhaupt gibt es beinahe alles gegen entsprechende Bezahlung: vom Panorama-Dachsystem über das 7-Zoll PCM-Infotainmentsystem, die Burmester- oder (für weniger Aufgeld) BOSE-Hifianlage, bis hin zu den Assistenzsystemen wie den aktiven Spurhalte- und wechselassistenten, dem Radartempomaten ACC und der kamerabasierten Tempolimitanzeige.

porsche macan s 2014 hinten heck schwarz

Derart ausgerüstet fehlt nicht mehr viel zum Cayenne, im Innenraum fällt die Unterscheidung eh schwer.

Mit der ansteigenden Mittelkonsole, der porschetypischen Instrumentierung und dem Zündschloss links des Lenkrads gibt sich der Macan keine Blöße. Überhaupt, das Lenkrad: hier hat der Kleine seinem Bruder sogar etwas voraus, denn das Multifunktionsvolant stammt direkt aus dem Hybrid-Supersportler 918 Spyder.
porsche macan s 2014 vorne front

Bei den Preisen hält sich das kleine SUV aber wieder etwas zurück:

In Österreich gibt’s den Macan ab April. Der Macan Diesel wird ab 64.960 Euro, der Macan S um 69.850 Euro und der Macan Turbo ab 94.690 Euro zu haben sein. 50.000 Macan kann Porsche jährlich in Leipzig produzieren, und es dürfte den Stuttgartern nicht schwerfallen, die Produktion auszulasten. So käme man dann auf einen Jahresabsatz von über 200.000 Fahrzeugen – wovon gut drei Viertel auf Cayenne, Panamera und Macan entfallen. Ist Porsche also doch auf dem Weg vom Sportwagen zum Volkswagen?
Mehr Daten, Preise und Bilder zum Macan finden Sie auf der Homepage von Porsche.
Vielen Dank an die Kollegen von radical-mag.com
  • Sehr geehrter Herr Welisch,

    genaue Spezifikationen zum Porsche Macan sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Herstellerseite: http://www.porsche.at

    Herzliche Grüße
    Johannes Gasser, Redaktion autorevue.at

  • Ravenbird

    Auto fürs Volk? 5 Jahresgehälter?
    Geht’s noch?

    • pro74

      Tja, nicht umsonst ist Porsche der Hersteller mit der (mit Abstand) höchsten Rendite pro Auto, bei vergleichsweise beschämenden Garantiezusagen.

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