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Der neue Porsche GT4 auf der Strecke
 

Bitte einsteigen! Was kann der neue GT4?

Wer einen Porsche Cayman GT4 fahren will, der will dies nicht nur auf der Straße tun. Wie macht sich der günstigste GT auf der Straße und auf der Rennstrecke?

11.03.2015 Press Inform

Was bei Porsche das Kürzel GT trägt, ist am nächsten dran an der Kernidee der Marke: Autos zu bauen, mit denen man Wochentags ins Geschäft oder zur Arbeit fährt und am Wochenende über die Rennstrecke brettert. Rund 80 Prozent aller Käufer eines Porsche GT sind damit auch auf dem Rundkurs unterwegs, sagt Markus Atz aus der Motorsportabteilung der Deutschen. Mit dem Cayman GT4 bietet Porsche nun erstmals einen GT in seiner aktuellen Mittelmotor-Baureihe an.

Porsche Cayman GT4 bedient sich großzügig beim großen Bruder

Für den neuen Einstiegs-GT, der gleichzeitig das Topmodell der Caymans ist, hat sich Porsche zum Teil hemmungslos beim großen Bruder 911 bedient. Das betrifft nicht nur das Fahrwerk, das auf Komponenten des 911 GT3 basiert und komplett neu abgestimmt wurde. Oder die Bremsanlage, die ebenfalls aus dem 911 GT3 stammt. Das gilt vor allem für den Motor. Den haben die Porsche-Ingenieure nahezu komplett aus dem Heck des 911 Carrera S entliehen. Damit er als Mittelmotor funktioniert, wurde der 3,8 Liter große 6-Zylinder-Boxer um 180 Grad gedreht in den Cayman eingebaut.

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© Bild: Werk

Die Unterschiede zum Carrera S

Um wenigstens den Respektabstand zu wahren und die Marketingstrategen des Hauses zufrieden zu stellen, hat der Direkteinpritzer im Cayman mit 283 kW/385 PS knapp bemessene 15 PS weniger als das Original im Carrera S – auf der Straße merkt man davon nichts. Da jagt der Boxer den GT4 in 4,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Da ist es dann auch vorbei mit dem Respekt vorm großen Bruder: Der braucht eine Zehntelsekunde länger. Nicht wirklich ein Wunder: Der GT4 hat zwar etwas weniger PS – die aber müssen ein paar Kilo Gewicht weniger bewegen. Mit seinen 1.340 Kilogramm Leergewicht muss sich beim Cayman GT4 jedes PS nur um 3,48 Kilogramm kümmern. Immerhin hat der 911 Carrera S dann beim Topspeed mit 304 km/h wieder die Nase vorne – der Cayman GT4 bleibt mit 295 km/h unter der Image-Grenze.

Alltagstauglichkeit?

So martialisch der Porsche Cayman GT4 vor allem von außen auch aussieht mit dem feststehenden breiten Heckflügel, den üppigen seitlichen Lufteinlässen, dem deutlich voluminöseren und aggressiver wirkenden Bug sowie der um 34 Millimeter längeren und 18 Millimeter flacheren Silhouette – auf der Straße erweist er sich als absolut alltagstauglich. Ok, sieht man mal davon ab, dass der Einstieg dank der hoch gezogenen Seitenflanken der Sportsitze und der relativ engen Türausschnitte nicht gerade so bequem ist wie in einem SUV. Ansonsten aber erweist sich das Fahrwerk in der Normal-Einstellung als ausgesprochen komfortabel. Die präzise Lenkung sorgt im Stadtverkehr für ein ebenso präzises Handling. Und hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dass die Pedalerie mehr Trittkraft braucht als üblich, wird auch das Spiel mit Gas, Bremse und Kupplung zur leichten Übung.

Wozu das dritte Pedal?

Kupplung? Kupplung!

Den Cayman GT4 gibt es nur mit Handschaltung. Das hauseigene Doppelkupplungsgetriebe hätte 28 Kilogramm mehr Gewicht bedeutet – ein Graus für die GT-Gewichtspuristen bei Porsche. Die Sparwut um jedes Gramm trägt gelegentlich merkwürdige Züge. Bei den Türöffnern innen etwa: Statt fester Griffe finden sich dort gewebte Gurte. Die 6-Gang-Handschaltung funktioniert präzise und mit kurzen Wegen, wenn auch gelegentlich etwa hakelig.

Nicht zu überhören

Wer will, der kann den 385-PS-Boliden durchaus schaltfaul fahren – zügig beschleunigen aus dem sechsten Gang? Kein Problem. Ein zusätzliches, serienmäßiges Schmankerl: Mit gedrückter Sport-Taste aktiviert sich die Zwischengas-Funktion. Beim Herunterschalten brabbelt der ohnehin schon lautstarke Motor nicht nur lustvoll auf – gleichzeitig passt sich auch die Drehzahl blitzschnell der neuen Gangstufe an. Selbst beim schnellen Herunterbrezeln auf der Rennstrecke ruckelt und stottert nichts. Nach oben sind die Drehzahlgrenzen des Saugmotors ohnehin weit offen: Die Nennleistung des Motors ist erst bei 7.400 U/min. erreicht, bei 7.800 U/min. meldet sich der Begrenzer. Der Normverbrauch, den Porsche mit 10,3 Liter SuperPlus auf 100 Kilometern angibt, dürfte bei einer solchen Fahrweise allerdings erst recht illusorisch sein. Ganz sicher auf der Rennstrecke, wo der Hecktriebler so richtig abgeht. Das Mittelmotor-Konzept sorgt für eine ausgewogene Balance, Heckflügel und Bugspoiler für zusätzlichen Anpressdruck an den Achsen – entsprechend stabil und schnell lässt sich der um 30 Millimeter tiefer gelegte Cayman GT4 durch die Kurven jagen. Die Nordschleife des Nürburgrings schaffte der GT4 in 7:40 Minuten. In dem Segment bedeutet das: Bestzeit.

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© Bild: Werk

Für die Rennstrecke

Wer will, der kann seinen Cayman GT4 gleich mit eingebautem Überrollbügel, Sechspunktgurt, Feuerlöscher und vorgerüstetem Not-Ausschalter ordern. Neu im Angebot:  die Porsche Track Precision App als Bestandteil des Sport Chrono Pakets. Wer es genau wissen will, der kann damit reichlich visualisierte Daten der eigenen Rennrunden auf sein Smartphone laden.

Preis des Cayman GT4 in Österreich

Bleibt noch der Preis: Der GT4 ist der preiswerteste GT von Porsche und gleichzeitig der teuerste Cayman. Den Basispreis gibt Porsche mit 109.725,59 (inkl. MwSt. und NoVA) an. Wer das Potenzial des Cayman GT4 ausschöpfen will, dürfte damit aber kaum auskommen – 100.000 Euro plus sind wohl realistischer.

Porsche Cayman GT4: Preisliste und Ausstattungsdetails für Österreich

Dank an press-inform

  • wissender

    Na wenn das mal keine Evolution ist? Einfallsloser geht es wirklich nicht mehr. Dann auch noch fragen und versuchen dar zustellen was der neue, alte denn kann. Ist das noch zu fassen.

  • Passo

    Ich erlaube mir folgendes dazu zu berichten:
    der GT4 wird nur auf der Rennstrecke schneller sein als andere Porsches. Er geht in 4,4 auf 100 – der GTS in 4,6. Das ist in der Praxis nicht spürbar. Spürbar ist aber folgendes: Es fehlt Federweg – er ist daher auf öffentlichen Straßen langsamer als ein starker Straßenporsche. Begründung: Ich war Besitzer von 997 Carrera S, GT 3, GT 3 II, Turbo II. Beide GT 3 haben auf welligem Asphalt zu springen begonnen – bei jeder Fahrwerkseinstellung – ich musste bei 120 aus Sicherheitsgründen vom Gas. Mit dem Turbo Tempo bis zum Abwinken. Beim GT 4 wir es nicht anders sein. Ebenfalls gegenüber Cayman S um 3 cm runter gesetzt. Da fehlt der Federweg. Noch dazu wird das Auto NUR mit Semislicks geliefert, die schon im Neuzustand wenig Profil haben (Wolkenbruch / Autobahn = 1. Spur) und der Tank hat nur 54 Liter Inhalt – dafür verbraucht er mehr als der GTS = Zeitverlust an der Tankstelle. DAHER: auf Rennstrecken schnell, im Alltag unnötig teuer.
    Lg
    Passo

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