Porsche Cayenne GTS SUV
Es kann und wird nicht lange gut gehen, wenn bei zwei Meter Fahrzeugbreite die Felgen ungeschützt von Gummi sind.
 

Testbericht: Porsche Cayenne GTS

Ist er zu stark (oder auffällig), bist du zu schwach (oder so ähnlich).

17.12.2012 Autorevue Magazin

So ein Porsche Cayenne GTS ist ein wahrhaft prächtiges Ding: 420 PS lang und zwei Tonnen breit, inklusive aufgepeppter Optik und in unserem Fall mit einer nachgeschärften Luft­federung versehen, die einem die Wahl lässt zwischen hart, sehr hart und ganz hart.

Was aber durchaus seine Berechtigung hat, denn warum sonst wird man einen Porsche Cayenne GTS begehren? Die 20 PS mehr aus dem 4,8-l-V8 werden es wohl nicht sein. Der Preissprung vom S zum GTS beträgt übrigens rund 8.500 Euro, und das klingt nun ganz nach dem weitaus profi­tabelsten Hersteller der Welt, der im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 16.826 Euro pro gebautem Auto eingefahren hat. Aber die Dinge täuschen. Wenn man die Aus­stattungs­zugaben einrechnet – u. a. ­dynamische Lichtführung, ­Alcantara-Paket, Sport-Auspuff, Sport-Optikpaket –, kriegt man die 20 PS sogar gratis und noch ein paar Kleinigkeiten obendrauf. Was aber auch beweist, dass man sich eigentlich alles im Leben schönrechnen kann.

Porsche Cayenne GTS SUV

Das zentrale Element bleibt die Zuspitzung des Charakters ins dramatische Fach. Durch die Fahrwerkhärte und die verfeinerte Ansprache auf Gas und Bremse schwingt sich der GTS zu einer Direktheit und Präsenz auf, die im Zoo der Groß-SUV recht einzigartig dasteht. Man fühlt sich durchaus in der Lage, den Elefanten im Porzellanladen des Großstadtgewusels Rhythmische Sportgymnastik tanzen zu ­lassen. Allerdings ist bei den Zwischensprints, dem Kolonnenhüpfen oder dem dynamisierten Wochenendausflug Vorsicht geboten, dass einem das Ding nicht unterm Gas­pedal davonläuft. Denn, bei ­aller Fahragilität: 2,2 Tonnen bleiben 2,2 Tonnen, solange noch nicht der Schwer­kraft­aufhebungs­generator erfunden wurde.

Wohlig das Gurgeln und Röcheln und Furzen des ­Abgas-Soundcomposers. Erschreckend die Wucht des Hunderter-Sprints, der in 5,7 Sekunden erledigt ist. Beeindruckend die Gelassenheit und Leichtigkeit, mit der man in wirklich hohe Tempi vordringt. Aber spätestens in Salzburg sehnt man sich dann doch ein wenig nach der Fahrwerk-Harmonie des ganz normalen Cayenne S.

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