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Mehr über den Porsche 911 S Ex-Works…
 

Ein Porsche 911 um 1.300.000 Euro?

Wenn am 4. Februar der 1969 Porsche 911 S Ex-Works von RM Auctions versteigert wird, sind – bei diesem Schätzpreis – offene Münder garantiert.

03.02.2015 radical mag

Gerne klagen die einschlägigen deutschsprachigen Fach-Magazine derzeit darüber, in welch grandiose Höhen die Preise für gebrauchte Porsche 911 in den vergangenen zwei, drei Jahren gestiegen sind. Dass sie dazu auch ihren Anteil beigetragen haben, indem sie die Fahrzeuge über den grünen Klee lobten und immer wieder auf ihren Titelseiten zeigten, dass vergessen sie gerne – jammern macht einfach mehr Spaß._Porsche 911 S ex-Works 1969 (15)

Natürlich sind die Preise für die 911er pervers

Da wurden auch schon 1,375 Millionen Dollar für einen 911 bezahlt, doch der hatte einst Steve McQueen gehört, das gibt dann nochmals einen ordentlichen Zuschlag für die Historie. Über 300.000 Dollar für frühe Exemplare sind aber unterdessen keine Seltenheit mehr – die 286.000 Dollar für einen profanen Targa, die kürzlich in den USA bezahlt wurden, sind einfach zu viel, genau wie die 268.000 Euro für einen 92er Carrera RS. Doch das ist hauptsächlich: Amerika. Dort kosten alle frühen 911er (also bis 1973) unterdessen sechsstellig; was günstiger zu haben ist, sind meist Unfallautos oder sonst eine Krücke.

Zieht Europa nach?

In Europa sind die Preise noch nicht ganz derartig abartig, auf dem alten Kontinent folgt man den Vorgaben aus den USA immer mit einer gewissen Verzögerung. Doch auch in Deutschland und Frankreich ist die Nachfrage größer als das Angebot, sprich: die Preise kommen wohl bald auf amerikanisches Niveau. In England, der Schweiz und vor allem Italien kann man aber auch frühe (und schöne) 911er immer noch zu einigermaßen realistischen Preisen kaufen.

Video: 1969 Porsche 911 S rally car – INSIDE evo

Die Renngeschichte des Porsche 911 S Ex-Works

RM Auctions möchte nun aber eine neue Stufe zünden bei den 911ern. Auf der Retromobile Anfang Februar kommt ein Porsche 911 mit Renn-Geschichte unter den Hammer. Der S mit der Chassisnummer 119300932 dürfte einer der sechs 911er gewesen sein, die 1969 von Porsche selber für Renn-Einsätze vorbereitet wurden – gepimpter 2-Liter mit etwa 170 PS, deutlich verbessertes Fahrwerk. 0932 gewann mit Toivonen/Colari die Akropolis-Rallye. 1970 verfügte der Wagen dann über einen 2,2-Liter-Motor und trat bei den 24 Stunden von Le Mans an, gewann wie 1971 aber keinen Blumentopf. 1972 gab es dann wieder Le Mans, diesmal aber schon mit einem 2,5-Liter-Motor, doch wieder ohne Platzierung (DNF, did not finish. Wie das jeweils so schön heißt).

Unfassbarer Schätzpreis

In seiner 72er-Konfiguration wird der 911er nun angeboten, wohl etwa 275 PS und diese fetten Reifen hinten, die ihn nicht schöner machen. Man könnte nun lange diskutieren, ob 0932 nicht vielleicht originaler wäre, ein cooleres Teil in seiner Akropolis-Ausführung, doch das ist hier nicht der Punkt. Es geht um den Schätzpreis für dieses Fahrzeug: 1 bis 1,3 Millionen Euro erwartet RM Auctions. Und das ist nun wirklich pervers. Und in zwei, vielleicht drei Jahren werden wir dann schreiben: damals, 2015 gab es noch Schnäppchen wie den 0932-911er. Wollen wir wetten?

Vielen Dank an die Kollegen von radical-classics.com

  • Helmut

    Die Käufer beim RM haben einen Huscher!
    Da wurde doch tatsächlich ein ’89er 911 Speedster um €179.000,- verkauft? WTF?
    Ein 904 GTS um 1.400.000+ oder ein – eigentlich stinknormaler, wenn auch wunderschöner – DB5 um 840.000,-!

    Einfach nur krank.

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