Was macht einen Neunelfer zum Carrera RS Porsche 911
Aerodynamik – Die Lippe unter der Stoßstange brachte im Zusammenspiel mit dem Heckbürzel 4,5 km/h mehr Topspeed.
 

Sportpaket – Porsche Carrera RS

Was den Neunelfer zum Carrera RS machte.

27.12.2013 Autorevue Magazin

Im Wesentlichen ist ein Carrera RS ein mit relativ simplen Mitteln aufgerüsteter Normal-Neunelfer. Keine technischen Klimmzüge, aber Feintuning in allen ­erforderlichen Bereichen, siehe Grafik oben. Dass gerade dieses Modell zur ­Legende wurde, hat mit den damaligen Homologationsnotwendigkeiten zu tun, aber auch dramatische Fehleinschätzungen seitens Porsche spielten eine Rolle. Das Konzept Neunelf war eben noch nicht am Ende, und die Verkaufsabteilung schätzte die Nachfrage nach einem angeschärften 911 völlig falsch ein.

Anfangs nur 500 Stück

So waren anfangs nur 500 Stück geplant, um die Homologation zu erfüllen. Da man nicht glaubte, dass man diese Stückzahl von einer nur 900 kg schweren Sportversion verkaufen könne, wurde ein unglaublich kompliziertes Produktionsschema gewählt: Die abgemagerten RS wurden gebaut, gewogen und registriert, dann wieder zerlegt und zu den endgültigen Versionen mit allen möglichen Kundenwünschen umgebaut.

Was macht einen Neunelfer zum Carrera RS Porsche 911

So gab es letztlich vier Versionen vom Carrera RS:

  1. RSH – die leichte, schmale Homolo­gationsversion.
  2. RS – voll alltagstauglich, aber für den Kundensport geeignet
  3. RSL – die Luxusversion mit der bekannten S-Ausstattung.
  4. RSR – die Rennversion mit maximaler Kotflügelbreite (= Radgröße), Überrollbügel und 2,8 Liter Hubraum.

Das alles und noch mehr nachzulesen in der Bibel für Fans „Carrera RS“, die allerdings selber bereits Liebhaberpreise erzielt. Das Buch wird derzeit bei Amazon und Ebay ab 1.600 Euro gehandelt. Wie sehr die Verkaufsabteilung falsch lag, zeigt die Tatsache, dass statt der 500 Carrera RS (die noch dazu zu einem deutlich reduzierten Preis gegenüber dem geplanten S 2,7 angeboten wurden) am Ende 1580 Stück gebaut wurden.

Was macht einen Neunelfer zum Carrera RS Porsche 911

Und natürlich wurde der Zweck der ganzen Übung auch erfüllt: Der RSR wurde zum Siegertypen. Gleich beim ­ersten Antreten in der Sportwagen-WM gelang bei den 24 Stunden von Daytona ein Überraschungssieg, weil eine Menge der überlegenen Sportprototypen (Matra-Simca, Mirage-Ford) ausfielen. Bei der Targa Florio reichte es zu einem zweiten Gesamtsieg über die Prototypen. 

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