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Porsche 718 Boxster (S) – Turbolüfter

Das ist er also, der 718 Boxster (S). Interessanter ist allerdings das, was hinter dem Motor steckt. Mehr Leistung für den 911?

27.01.2016 asphaltfrage

Nun auch im Boxster, das Kleinmachen des Hubraums und das direkte Wiedergroßmachen der Leistung mittels Turbolader. Soweit, so klar, war es doch abzusehen, dass Porsche auch dem Kleinen die Lüftung schenken muss.

Nicht klar war der Name. Aber dass es jetzt korrekt Porsche 718 Boxster (S) heißen muss, ist wohl ein Kunstgriff, über den sie in Zuffenhausen recht glücklich sind. Weil a) verkauft sich so der Vierzylinder besser, Renngeschichte zieht eh immer und b) färbt so ein bisschen der 918 ab – so sagen sie zumindest.

Im Innenraum spendiert er sogar sein Lenkrad. Dazu gibt es neue Lüftungsdüsen und einen frischen Touchscreen-Monitor. Der ist sogar serienmäßig, nur kann man dann dort bloß seinen Radiosender umstellen – Navi und andere Funktionsumfänge lassen sie sich, natürlich, fürstlich bezahlen. Außen erkennt ebenfalls nur das geschulte Auge den neuen Boxster.

Die Front ist ein wenig gestrafft, die Scheinwerfer werkeln mit Xenon-Licht oder wahlweise voller Dioden. An der Seite hat der Türgriff nun keine Schalen mehr und der Lufteinlass zwei Lamellen. Am Heck wird es dann gröber: der Spoiler wächst, trägt er doch einen Luftauslass an der Hinterseite und gleich auch noch einen fetten Porsche-Schriftzug. Darunter dann in vollster verchromter Breite: 718 Boxster (S). Dazu Lampen, die aussehen, als hätte man sie aus dem Zubehör montiert. Haben wir diese geschwärzten Dinger schon am alten GTS nicht gemocht, so kommt man ihnen im Neuen wohl gar nimmer los.

Sei es drum, es geht ja dann doch mehr ums Fahren bei einem Porsche, zumindest sollte es das. Entsprechende Freude soll der neue Motor besorgen. Im Prinzip ist es der aus dem Elfer bekannte 3.0 Liter Sechszylinder-Biturbo. Nur haben sie mit der Säge kurz zwei Zylinder runtergehauen und auch am Krümmer einen Lader entfernt. Es bleibt also ein einzeln aufgeladener Zweiliter-Vierzylinder. Die Leistung: 300PS und 380Nm Drehmoment. Das ist schon ein deutlicher Vorsprung, schaffte es der zahme alte 2.7er doch bloß auf derer 265PS/280Nm.

Spannend: die Motoren sind wirklich sehr ident, das Bohrung/Hub-Verhältnis kennt man mit 91mm zu 76.4mm aus dem Elfer und doch ist der kleine Boxster wesentlich potenter. Denn der Elfer holt aus seinem doppelt geladenen 3.0 Liter in der kleinen Variante nur 370PS. Mit der Literleistung des neuen 718 Boxster müsste er es eigentlich auf 450PS bringen (was sogar noch 20PS mehr wären, als Porsche dem Carrera S spendiert). Und dabei muss es beim Boxster ein Turbo alleine richten.

Was wir damit sagen wollen? Es ist noch Luft nach oben. Also, beim Elfer. Und das freut uns. Ebenfalls freut uns, dass es noch nicht die letzte gute Nachricht aus der Pressemeldung zum neuen Boxster ist. Denn es gibt ja noch den S. Und dieser muss zwar auch auf zwei Zylinder verzichten, darf dafür aus 2.5 Litern schöpfen und bekommt einen (!) VTG-Lader. Nach dem 911 turbo-turbo ist also der 718 Boxster S der zweite Serienbenziner mit einem verstellbaren Turboeinlauf. Leistung: 350PS gehen mit 420Nm Hand in Hand.

Freunde des Rechenschiebers haben die frohe Botschaft aber nicht in der Leistung entdeckt, sondern: 3.8! Dreikommaacht. Zumindest aufgerundet, denn wenn man aus dem 2.5er Vierzylinder einen Sechsender macht, dann kommt man bei 3.75 Litern Hubraum heraus.

Sehen wir also bald doch wieder einen großen Carrera? Einen 3.8er GTS vielleicht? Mit weit jenseits der 500PS, weil wir ja gelernt haben, dass selbst der normale Carrera-Motor schon 450PS bringen müsste? Dumm nur, dass sie beim jüngst präsentierten 911 turbo-turbo so konservativ mit der Leistung waren… man hätte sich bei Ferrari ein Beispiel nehmen sollen, schließlich scheint die Welt bereit für Leistungen um 700PS. Also Porsche, machen! Die Ladedruckschraube ist noch nicht am Anschlag.

  • fk

    Soweit, so gut-schlecht.

    Außendesign
    Front – dezente Lufteinlasssöffnungen gefallen mir persönlich besser als die neuen – die „Nüstern“-Manie bricht sich auch bei Porsche Bahn, aber zumindest noch einigermassen dezent ( Mercedes, BMW, Audi = Nüsternmonster). Mein Eindruck gegenüber 981 – weder besser noch schlechter. Heck – ich weiß nicht recht. Ist der Spoier ausfahrbar ? Großer Spoiler ist nicht mein Ding. Dezent ist schön. Wie immer ist Harmonie das Schönste – aber: The tastes differ.

    Heckleuchten – Die alten – serienmäßgen – waren schön in ihrer harmonischen rot-schwarz-weiß Pracht. OK. wieder Geschmackssache.

    Innenraum
    Armaturenbrett – Die Luftdüsen erinnern an den Vorvorgänger – meines Erachtens keine Inovation – subjektiv.
    Lenkrad – Irgenwie super aber auch irgendwie deplaziert im Boxster – vielleicht bin ich zu stark vom Boxster 981 beeinflusst den ich selbst fahre.

    Aber jetzt kommts – Motor
    4-Zylinder Turbo-Boxer 2,0 L 300 PS, 2,5 Liter 250 PS.
    Der Sound beim Konfigurator überzeugt leider nicht.
    Leistung (Drehmoment) und Verbrauch auf alle Fälle, aber ?
    Wie steht es mit dem Sound wirklich ?
    Wie steht es mit der Laufruhe wirklich ?
    Und vor allem: emotional im Benzin-Gespräch – „Du hast doch einen Sechszylinder von dem du so schwärmst. Und jetzt 4-Zyylinder !?!
    Abgesehen davon ist das Drehvermögen – Nutzbares Drehzahlband und die seidenweiche – nicht brachiale – Beschleunigung mit weitem Drehzahlbereich beim Six-Flat bei jedem Gasgeben die reine Wonne.

    Alles in allem: … zumindest durchwachsen …

    Aber wie gesagt, das ist meine persönlihe Meinung und man sollte immer offen für Neues ( allerdings im positiven Sinn gemeint) sein.

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