Pkw-Neuzulassungen auch in Deutschland zurückgegangen

Im August sanken die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland um 5,5 Prozent – der Branchenverband hofft dennoch auf Stabilisierung

04.09.2013 APA

Wie am französischen ist auch am deutschen Automarkt kein Ende der Krise in Sicht. Die Pkw-Neuzulassungen gingen im August um 5,5 Prozent auf 214.000 Fahrzeuge zurück, wie das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mitteilte. Vor allem Massenhersteller wie VW, Opel oder Peugeot mussten herbe Rückgänge bei den Verkaufszahlen hinnehmen. Wie in Frankreich wurden damit auch in Deutschland die Hoffnungen auf eine baldige Erholung des Marktes wieder zerschlagen. Im Juli hatte der Pkw-Absatz noch leicht zulegt, allerdings lag das auch daran, dass der Monat einen Verkaufstag mehr hatte. Im August war es umgekehrt – prompt schrumpften die Verkäufe wieder.

Zuversicht trotz schlechter Zahlen

Dennoch verbreitet die Branche unmittelbar vor der wichtigen Auto-Messe IAA in Frankfurt Zuversicht: Bereinigt um die unterschiedliche Zahl an Verkaufstagen hätten die Neuregistrierungen auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. „Die bereits im Juli erkennbare Stabilisierung des Pkw-Inlandsmarktes hat sich offenbar auch im August fortgesetzt“, sagte VDA-Chef Matthias Wissmann. Er begründete seinen Optimismus damit, dass der Auftragseingang aus dem Inland um zwei Prozent zugelegt habe.

VW-Neuzulassungen um fast 17 Prozent eingebrochen, BMW verzeichnet Zuwachs von 11 Prozent

Die einzelnen Marken schnitten unterschiedlich ab. Federn ließ unter anderem Marktführer VW, dessen Neuzulassungen laut KBA im vergangenen Monat um fast 17 Prozent einbrachen. Der Marktanteil der Wolfsburger Kernmarke schrumpfte nach acht Monaten auf 21,3 Prozent. Nach sieben Monaten hatte er bei 21,7 Prozent gelegen. Konkurrent Opel verkaufte im August elf Prozent weniger Fahrzeuge als vor einem Jahr. Der Absatz des angeschlagenen französischen GM-Partners Peugeot rauschte sogar um 27 Prozent in den Keller. Dagegen steigerte sich BMW um elf Prozent, die Daimler-Marke Mercedes-Benz verkaufte im August sechs Prozent mehr. Die VW-Tochter Audi schlug vier Prozent weniger von ihren Fahrzeugen los als vor einem Jahr.

Mitarbeiter sind nicht betroffen

Die Beschäftigten in den Autofabriken hierzulande sind davon jedoch kaum betroffen. Die Pkw-Werke sind nach wie vor ausgelastet – auch weil der Export anzieht. Mit rund 294.000 Einheiten wurden im August drei Prozent mehr Fahrzeuge in andere Länder geliefert als vor einem Jahr. Im vergangenen Monat rollten insgesamt knapp 400.000 Neuwagen aus den Fabriken, neun Prozent mehr als vor Jahresfrist. Allerdings lag dies auch daran, dass nach den Sommerferien, in denen die Bänder vielfach stillstanden, die Produktion wieder hochlief.

Autobauer setzen Hoffnungen in IAA

Die Autobauer hoffen nun darauf, der schleppenden Nachfrage mit neuen Modellen auf der wichtigen Automesse IAA Mitte September in Frankfurt auch im Inland auf die Sprünge helfen zu können. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Erholung der Autokonjunktur in Westeuropa mehrere Jahre dauern wird. Zwar sei die Talsohle inzwischen erreicht und Besserung in Sicht. Signifikantes Wachstum sei aber nicht mehr zu erwarten, da die Pkw-Märkte weitgehend gesättigt seien.

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