Neufahrzeuge verschiedener deutscher Marken stehen am Autoterminal
Pkw-Neuzulassungen sind in Österreich im 1. Halbjahr um 8,4 Prozent gesunken. Grund zur Sorge?
 

Pkw-Neuzulassungen gesunken

Die offiziellen Zahlen der Pkw-Neuzulassungen zeigen einen Rückgang bei den Anmeldungen im ersten Halbjahr 2013 in Österreich.

09.07.2013 APA

 

Anhand der veröffentlichten Absatzzahlen von Autoherstellern wie Audi, BMW, Peugeot und Citroen konnte ein klarer Rückgang der Verkaufszahlen auf dem europäischen Automarkt festgestellt werden. Österreich ist von diesem negativen Trend nicht ausgeschlossen und verbucht ebenfalls eine Verringerung bei den Pkw-Neuzulassungen.

Ein Rückgang von insgesamt 8,2 Prozent

In der Zeitspanne von Jänner bis Juni 2013 ist die Zahl der Pkw-Neuzulassungen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 auf 171.204 Fahrzeuge gesunken, ein Minus von 8,4 Prozent – die Zahlen stammen von der Statistik Austria. Diesel-Pkw – deren Gesamtanteil bei 56,1 Prozent liegt – haben einen Rückgang um 7,1 Prozent zu verbuchen. Benziner – Gesamtanteil 42,8 Prozent – sind mit einem Minus von 10,8 Prozent noch stärker betroffen. Insgesamt sind damit die Kfz-Zulassungen in Österreich um 8,2 Prozent auf 225.128 Fahrzeuge gesunken.

APA-Grafik der Kfz-Zulassungen 1. Halbjahr 2013

Jänner positiv, sonst negativ

Dabei sind die Pkw-Zulassungen im Jänner 2013 noch mit einem Plus von 3,5 Prozent in das neue Jahr gestartet. Darauf folgten jedoch nur noch Monate mit rückläufigen Zahlen. Im Februar wurden 11,7 Prozent, im März sogar 18,1 Prozent weniger Autos zugelassen. Der April hatte „nur“ ein Minus von 5,9 Prozent zu beklagen, im Mai sanken die Zulassungen mit minus 10,2 wieder auf einen zweistelligen Prozentsatz. Und schließlich der Juni mit minus 5,4 Prozent.

Mercedes mit Zuwachs

Die Top-10-Automarken sehen sich mit unterschiedlichen Zahlen konfrontiert. Mercedes hat im ersten Halbjahr 2013 ein Plus von 18,3 Prozent bei Pkw-Zulassungen erzielt, Seat mit 7 Prozent und Hyundai mit 1,6 Prozent bilden das Trio im positiven Bereich. Renault (-5,9 Prozent), Audi (-6,0 Prozent), VW (-6,6 Prozent), Skoda (-8,3 Prozent), BMW (-9,1 Prozent), Opel (-12,9 Prozent) und Ford (-16,2 Prozent) müssen sich mit rückläufigen Zahlen auseinandersetzen.

Weitere Zahlen

Bei Lkw der Klasse N1 sanken die Neuzulassungen in den ersten sechs Monaten um 8,8 Prozent, bei Lkw Klasse N3 um 1,5 Prozent, bei Sattelzugfahrzeugen um 10,8 Prozent und bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen um 7,0 Prozent. Lkw der Klasse N2 entwickelten sich mit 2 Fahrzeugen (+0,7 Prozent) positiv. Die Zahl der Neuzulassungen von Leichtmotorrädern stieg um 7,0 Prozent, jene von Motorrädern um 5,2 Prozent. Bei Motorfahrrädern wurde ein Minus von mehr als einem Fünftel (-21,7 Prozent) verzeichnet.

Reaktion der Autoimporteure

Felix Clary, Vorsitzender des Verbandes der Automobilimporteure, übt sich im Optimismus: „Der Rückgang an Neuzulassungen entspricht einem natürlichen Zyklus, der nach zwei absoluten Rekordjahren absehbar war. (…) Wir gehen davon aus, dass die Abstände im zweiten Halbjahr 2013 deutlich kleiner sein werden und rechnen weiterhin mit einem Gesamtmarkt von 315.000 bis 320.000 Neuzulassungen für das Jahr 2013“.

Autoimport für private künftig einfacher?

Auf Österreichs Autohändler könnten aber noch schwierigere Zeiten zukommen. Wie der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas, heute in einer Aussendung mitteilte, könnten die Zulassung von Fahrzeugen in Österreich, die bereits in einem anderen EU-Land zugelassen wurden, erheblich einfacher werden. Die geplante Neuregelung, die noch vom Plenum des Parlaments und den Regierungen der Mitgliedstaaten abgesegnet werden muss, reduziere nicht nur die Formalitäten für die Anmeldung eines Autos in einem anderen EU-Land, sondern schreibt auch die grenzüberschreitende Anerkennung der letzten technischen Überprüfungen aus dem Herkunftsland vor. Außerdem soll der Datenaustausch zwischen den Zulassungsbehörden der Mitgliedsländer elektronisch durchgeführt werden, so Karas.

 

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  • Rainer

    Das ist meiner Meinung nach eine selbstbereinigung des Marktes. Wenn man sich anschaut wie diese Schere entstanden ist aus „Geiz ist geil“ immer mehr Auto für’s gleiche Geld.

    Was kostet ein Passat heute? Was hat er 1993 gekostet? Ja klar es steckt viel mehr drinnen, aber aus den falschen Gründen. Kaum einer kann sich mehr ein Fabrikneues Auto leisten und die paar Hersteller die es noch gibt die diese anbieten sind auch schon am krachen (FIAT, PSA). Dazu ein gepflegtes Wirtschaftskrieserl und die neuen Autos stehen sich die Reifen platt. Es ist wie ein Pilotenspiel, irgendwann ist der Markt gesättigt, irgendwann die Leasingrate für’s neue Auto zu hoch und irgendwann die Realität wieder da….

    Brauchen wir wirklich 1,5 Tonnenautos für die Mama um damit den Nachwuchs in den Kindergarten zu bringen?

    • Michael

      Zum beliebten Argument, dass mehr drinnen steckt, kann ich nur sagen, dass dies entkräftet ist, wenn man bedenkt, dass die Teile aufgrund der technischen Entwicklung ja auch billiger werden (siehe EDV-Bereich).

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