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Ist das Dach dicht?
 

Kochplatte auf der Werkbank

Die Garagenschätze der ­Jugend. Georg hat sich in sieben Monaten ein Rallyeauto aufgebaut. Einen Pinzgauer. Teilweise zumindest.

29.03.2013 Online Redaktion

Für so ein Gerät brauchst du ein edles Ziel. Das Ziel dieses Pinzgauers war es, einen Unimog, dieses Wappler-Auto, aus dem Gatsch zu ziehen. Steckengeblieben. Aber richtig. Können auch nichts, die Deutschen! Das war im Juni 2011 bei der Rallye Breslau – 1200 achsenbrechende Kilometer munteres Querfeldein.

Der Clou: Gerade einmal sieben Monate zuvor hatte sich Georg Scholl den Pinzgauer überhaupt erst gekauft. Bei ­einer Auktion des Dorotheums für 4000 Euro. Dann musste es schnell gehen. Denn Georg war längst im Rallye-Fieber. Sein Freund Richard hatte immer wieder von der Breslau erzählt, an der er selbst schon mit einem eigenen Pinzgauer teilgenommen hatte. Richard hat Bilder gezeigt und Abenteuergeschichten erzählt. Von tropischen Regengüssen. Von Trucks, die sich gegen Sumpf und Moor aufbäumen.

Für so was braucht es ­Power. Ami-Power. Also kaufte ­Georg für 600 Euro auch gleich noch einen Jeep Cherokee – mit 4,0-Liter-Reihen­sechszylinder, 180 PS und Viergang-Automatik.

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Der Motor passt in den Pinzgauer … wenn man das tragende Rohr kürzt. Das Getriebe kann bei der Gelegenheit auch gleich getauscht werden. Und man muss von Luft- auf Wasserkühlung umstellen. Das Getriebeöl braucht einen zusätzlichen Lüfter. Aber sonst? Alles original. Sieht man von Überrollkäfig, Sitzen mit Kopfstützen, Flutlichtbeleuchtung, ­einem 12-Volt-Stromkreis und zwei Seilwinden ab.

Sieben Monate hatte Georg Zeit, diesen Rattenschwanz an Aufgaben abzuarbeiten. Die Wochenenden verbrachte er in der Werkstatt. Die wurde mit einer Koch­platte ausgerüstet. Und der Pizzalieferant kam in den Handy-Schnellwahlspeicher. Fertig.

Georg ist 21 Jahre alt, theoretisch Architekturstudent, praktisch Segel- und Surflehrer am Neusiedler See. Und woher kommt das Geld? „Vom Papa“, antwortet Georg offenherzig. Der Papa, das ist Robert ­Klimitschek. Er war bei der Rallye Breslau auch der Bei­fahrer. Der Pinzgauer ist für die beiden ein gemeinsames Hobby und Sportgerät. Alltag? Mal ehrlich: pendeln? Nicht wirklich. In die Disco? Vielleicht. Aber alleine hin und ­alleine zurück.
Die Kilometer spult der Pinzgauer im Gelände ab. Heißt: 52 Liter auf hundert ­Kilometer. Aber hundert Kilometer der Breslau-Art. Dafür kann man auch mal einen ganzen Tag brauchen. Vor allem, wenn man einen Unimog an der Seilwinde hat.

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