Opel Werk Rüsselsheim
Home sweet Home. Noch steht das Opel-Haupthaus in Rüsselsheim.
 

Ping Pong

Und wieder Opel. Angeblich denkt GM jetzt doch über einen Verkauf nach.

16.06.2011 Online Redaktion

2009 wurde Opel derart schlecht und bankrott geredet, dass man den Eindruck hätte gewinnen können, es handle sich um einen Nischenhersteller. Vor allem die deutschen Politiker wetteiferten darum, wer Opel nun retten dürfe. Ob man das überhaupt müsse stand gar nicht zur Debatte. Als es dann darum ging Opel tatsächlich Bürgschaften zu geben, zogen sich die Verhandlungen so lange hin, bis General Motors der Geduldsfaden riss und der Vorstand erklärte, das könne man auch alleine. Über einen Verkauf wurde spekuliert. Russen und Chinesen waren genauso im Gespräch wie Magna.

Jetzt wird das Thema offensichtlich wieder aktuell. GM ist mit der Entwicklung von Opel nicht zufrieden. Als einzige Marke im Verbund macht das Unternehmen in Europa noch Verluste. In einem Interview nährte GM-Chef Dan Akerson die Gerüchte mit der Aussage: „Ich bin ungeduldig.“ Auch Steve Rattner, der als Berater von US-Präsident Barack Obama die Rettung der US-Autokonzerne leitete, meinte nur: „Lange wird sich GM-Chef Akerson sich das nicht anschauen.“


Die Opel-Teststrecke als Symbol für das permanente Auf und Ab.

Opel Werk Rüsselsheim Teststrecke

Dazu kommt, dass das Interesse des chinesischen Konzern BAIC an Opel angeblich ungebrochen ist, wie der Spiegel berichtet. Es solle sogar ein Kaufangebot vorliegen. Kommentiert wird dieses angebliche Angebot genauso wenig wie dementiert.

Sogar Volkswagen wurde als möglicher Kaufkandidat gehandelt. Dagegen dürfte sprechen, dass derzeit nicht darstellbar ist, wie sich Opel im Markenverbund integrieren lassen würde und dass der VW-Konzern in Deutschland einen Marktanteil von 37 Prozent hat. Mit Opel wären es 44 Prozent. Der einzige Grund für Volkswagen, Opel tatsächlich zu übernehmen könnte der sein, dass man den Chinesen zuvorkommen will.

Froh um eine solche Ablenkung schießen sich auch die deutschen Politiker schon wieder warm. Der ehemalige Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und jetzige FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle poltert im Spiegel mit den Worten: „Zu guter Unternehmensführung gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitarbeitern. Den scheint GM vermissen zu lassen. Vielleicht kann ja Pfingsten zur Besinnung beitragen, wenn der Heilige Geist auf das GM-Management.“ Auch Angela Merkel habe Klarheit gefordert.

Funktioniert die Einmischung der deutschen Politiker genauso gut wie 2009, sollten die Opel-Angestellten sich Sorgen um ihre Jobs machen. Hoffnung gibt, dass Akteure mit der, nun, nennen wir es Wichtigkeit und Strahlkraft eines Rainer Brüderle in Detroit wohl kaum gehört werden dürften.

Aber es wird ja auch noch gearbeitet. Zum Beispiel am Opel Insignia. Und so entsteht der am Band:

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