Alfa Romeo Mito statisch front
Alfa Romeo Fans glauben, dass die Marke unter dem Einfluss von Fiat ihr Alleinstellungsmerkmal verliert.
 

Piëch, bitte übernehmen Sie

Alfa Mitarbeiter demonstrieren für die Übernahme durch VW.

10.01.2011 Online Redaktion

Nur selten kommt es vor, dass Firmenmitarbeiter und Gewerkschaftler für die Übernahme eines Unternehmens werben. Die Angst vor dem Verlust ihrer Arbeitsplätze hat aber Angestellte von Alfa Romeo zu genau diesem Schritt getrieben, berichtete die deutsche Tageszeitung „Die Welt“. So zogen Mitarbeiter von Alfa Romeo vor den Eingang des deutschen Konsulats in Mailand und überreichten Generalkonsul Jürgen Bubendey eine entsprechende Bittschrift. Bubendey versprach diese nach Wolfsburg weiterzuleiten.

Den Italienern geht es darum, die Übernahme der Marke Alfa Romeo durch den VW-Konzern zu forcieren. Die Wolfsburger werben offen um die Marke, wollen aber nicht den ersten Schritt machen, da es Fiat, so die Begründung von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, noch zu gut gehe und eine Übernahme daher teuer werden könnte.

Die Mitarbeiter von Alfa sind da anderer Meinung. Fiat Chef Sergio Marchionne erklärte im November 2006, er wolle die Verkaufszahlen von Alfa Romeo bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Das wären 300.000 Fahrzeuge gewesen. Nicht einmal die Hälfte konnte man im abgelaufenen Kalenderjahr an den Mann bringen.

Seit rund einem Jahr sitzt Harald Wester, der Fiat-Entwicklungschef, bei Alfa Romeo am Ruder. Sein Plan: die Autos familienfreundlich und komfortabel machen. Damit ähneln die, eigentlich sportlich positionierten Autos immer mehr den Modellen von Fiat. Das bringt zwar den Vorteil, dass sich mit vielen ähnlichen Bauteilen Kosten sparen lassen (der Mito ist zu rund 60 Prozent mit dem Fiat Grande Punto baugleich), hat jedoch den Nachteil, dass die Marke ihr Alleinstellungsmerkmal verliert.

Bei VW könnte Alfa als 13. Marke die Rolle des leistbaren Sportwagens übernehmen, sich also unterhalb von Audi positionieren.

Mehr zum Thema
  • interloper

    Ob Alfa die Gleichteile jetzt von VW oder Fiat bezieht ist ja an sich egal, die kommen bei beiden zum Grossteil wahrscheinlich ohnehin aus einer asiatischen Fertigungsstrasse. Wichtiger wäre dass Alfa seinen sportlichen Anspruch erfüllt. Hätte ein 159er, der isch optisch ja sehr weit hinauslehnt und auch durchaus gelungen ist, Hinterradantrieb so hätte ich ihn längst gekauft.

  • Mike T.

    Sooo schlecht ist die Idee nicht. Immerhin sind die bei VW klug genug, bei speziellen Marken das eigenständige Profil noch hervorzuheben (Bentley, Lamborghini und in Zukunft wohl auch Porsche). Auch Audi ist mehr als nur ein aufgemotzter VW und hat ein eigenes Markenprofil – das allerdings jetzt langsam fad wird.

    Jedenfalls wäre die technische Grundlage für Alfa sicher eine bessere als Fiat oder Chrysler. Sergio Marchionne geht da rein managementmäßig und strategisch und in diesem Sinn auch erfolgreich vor, ist aber im Herzen kein Automann.

    So sehr ich große Sympathie für Alfa habe, aber die letzten Produkte waren nicht wirklich berauschend (außer vielleicht dem 8C, aber der ist teuer, limitiert und zählt nicht wirklich).

    Lancia ist ja eigentlich gestorben. In Zukunft sind das nur Chrysler mit anderer Plakette. Bevor Alfa das gleiche Schicksal ereilt, wäre der VW-Konzern sicher die beste Lösung. Dann könnte auch De Silva das Werk, das er mit dem 156 begonnen hat, erfolgreich fortsetzen.

  • Mulder

    ob Alfa bei VW eigenständig sein darf/kann?
    der VW-konzern ist ja eigentlich auch nur durch gleichteilepolitik erfolgreich.
    jedoch bezweifel ich, dass Alfa die markenidentität beibehalten kann.
    bei VW und Audi sehen ja eigentlich alle autos gleich (für mich) langweilig aus. der einzige richtige unterschied in den modellen ist die größe!
    Skoda und Seat haben da momentan noch mehr designfreiheiten.
    wenn bei Alfa dann in zukunft auch alle autos gleich aussehen werden ist die frage, ob das im sinn der marke und den anhängern ist!

pixel