Der Motor eines Peugeot 2008 SUV wird angefertigt.
Tavares gibt es vor: weniger Modelle sollen PSA helfen.
 

PSA: Weniger Modelle geplant

Der neue Konzernchef Carlos Tavares gibt die neue Linie vor: Weniger Peugeot Modelle sollen PSA Peugeot Citroen aus der Krise helfen.

14.04.2014 APA

PSA Peugeot Citroen will mit einer starken Reduktion der Modellpalette den Weg aus der Krise bestreiten. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts sollen nur noch 26 statt derzeit 45 verschiedene Modelle bei den Händlern stehen, wie der neue Konzernchef Carlos Tavares am Montag in Paris mitteilte.

Eigenständige Oberklasse-Marke geplant

Damit will Tavares die Überschneidungen zwischen den Schwestermarken Peugeot und Citroen reduzieren, die sich derzeit mit vielen Modellen gegenseitig Konkurrenz machen. Außerdem soll der Citroen-Ableger DS zur eigenständigen Oberklasse-Marke ausgebaut werden.

7 Milliarden Euro Verlust in 2 Jahren

Mit der Modell-Schrumpfkur will Tavares den Grundstein für die Rückkehr der Franzosen in die schwarzen Zahlen legen. In den vergangenen beiden Jahren hatte das Unternehmen insgesamt mehr als 7 Mrd. Euro Verluste eingefahren. 2016 soll PSA kein Geld mehr verbrennen, sondern aus dem Kerngeschäft wieder Gewinn erwirtschaften. Zwei Jahre später peilt Europas zweitgrößter Hersteller dann 2 Prozent Rendite in seiner Autosparte an. Bis dahin sollen die Produktionskosten um 500 Mio. Euro gedrückt werden.

VW als Vergleich

Zum Vergleich: Der enteilte Rivale VW will dann allein für seine Kernmarke Volkswagen Pkw mindestens bei 6 Prozent stehen. Der hohe Anteil von Premiummarken in dem Wolfsburger Konzern dürfte den Anteil des operativen Gewinns am Umsatz weiter in die Höhe schrauben. PSA peilt 5 Prozent zwischen 2019 und 2023 an.

China soll helfen

Neben dem engeren Modell-Fokus soll ein stärkeres China-Geschäft das Traditionsunternehmen zurück in die Gewinnzone führen. Der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng beim VW-Konkurrenten ist seit Ende März offiziell besiegelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung um 3 Mrd. Euro für 800 Mio. Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA übernimmt.

Peugeot-Familie verliert das Sagen

Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Hauptgrund für schlechtes Ergebnis

Mit dem neuen Partner auf dem weltgrößten Automarkt will Tavares in Forschung und Entwicklung kooperieren. Der frühere Renault-Manager kann sich dabei auch vorstellen, in China gefertigte Autos in andere aufstrebende Märkte zu verschiffen. Allein im vergangenen Jahr hatte PSA einen Verlust in Höhe von 2,3 Mrd. Euro verbucht. Der Konzern hat vor allem Probleme, weil er sich zu lange auf den europäischen Markt konzentrierte.

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