Das Logo von Peugeot
PSA plant eine Kapitalerhöhung von 3 Mrd. Euro.
 

Peugeot verhandelt mit Dongfeng

Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroen plant für den Einstieg von Dongfeng eine Kapitalerhöhung von 3 Milliarden Euro. Der französische Staat verteidigt sein Vorgehen.

21.01.2014 APA

Der französische Autokonzern Peugeot verhandelt mit seinem chinesischen Partner Dongfeng über dessen Einstieg. Im Zuge dessen bevorzugen die Franzosen eine Kapitalerhöhung von knapp drei Milliarden Euro. Die Gespräche mit dem chinesischen Konzern wurden von Seiten Peugeot bestätigt.

Dongfeng und Frankreich vor Einstieg

PSA würde demnach zunächst eine für Dongfeng reservierte Kapitalerhöhung bevorzugen. Darauf könne die Ausgabe neuer Anteilsscheine folgen. Bei beiden Schritten könne der französische Staat zu den selben Konditionen wie auch die Chinesen zum Zug kommen. Der Verwaltungsrat gab grünes Licht für große Beteiligungen von Dongfeng und des französischen Staats. Der in der Gründerfamilie des Traditionskonzerns umstrittene Rettungsplan sieht eine 3 Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung vor, wie Peugeot am Montag bestätigte.

Familienzwist bei Peugeot

Bisher kontrolliert die Peugeot-Familie 25 Prozent des Unternehmens und hält 38 Prozent der Stimmrechte. Einem Insider zufolge stand Verwaltungsratschef Thierry Peugeot den aktuellen Plänen ablehnend gegenüber. Sein Cousin Robert Peugeot, der die Familien-Holding leitet, und der scheidende Konzernchef Philippe Varin unterstützen sie dagegen.

Thierry Peugeot vor Abgang

Der bisherige Verwaltungsratschef Thierry Peugeot könnte Insidern zufolge nun seinen Posten an eine neutrale Person abgeben müssen. Die französische Regierung favorisiere für die Aufgabe den ehemaligen Chef des inzwischen in Airbus umbenannten Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois. Der Spitzenmanager sitzt bereits in dem Gremium.

Peugeot-Kurs reagiert negativ

Durch die Kapitalerhöhung werden die Anteile der übrigen Eigner verwässert. Dies schlug sich am Montag direkt auf den Peugeot-Kurs nieder, der in Paris gut elf Prozent absackte. Bei Experten kam der franko-chinesische Rettungsplan auch sonst nicht gut an. „Wir sind sehr skeptisch“, erklärte Florent Couvreur, Analyst bei CM-CIC Securities in Paris. Zusätzlich zu der unerwünschten Verwässerung gebe es künftig drei Haupteigner mit gegensätzlichen Zielen.

PSA von der europäischen Absatzkrise besonders betroffen

Die Autokrise auf dem Heimatkontinent hält bereits seit sechs Jahren an und hat PSA Peugeot Citroen besonders stark getroffen. Im vergangenen Jahr verbrannte der Konzern Schätzungen zufolge Barmittel in Höhe von etwa 1,5 Mrd. Euro. Hinzu kommen die Kosten für Stellenstreichungen und die Schließung eines großen Werks bei Paris. Das Management hat bereits deutlich gemacht, dass erhebliche Finanzspritzen gebraucht werden, um das Unternehmen mittelfristig wettbewerbsfähig zu halten.

Schlechteste Absatzzahlen seit 20 Jahren

Am Montag folgten weitere Hiobsbotschaften: Demnach brachen die Verkäufe auf dem wichtigen europäischen Markt 2013 um 7,3 Prozent auf 1,63 Millionen Wagen ein – den schwächsten Wert seit 20 Jahren.

Französische Regierung: „Industrieller Patriotismus“

Die französische Regierung verteidigt den geplanten Einstieg des Staates beim angeschlagenen Autobauer PSA Peugeot Citroën. „Sich an PSA zu beteiligen, ist ein Akt von industriellem Patriotismus“, sagte Industrieminister Arnaud Montebourg am Dienstag dem Radiosender RTL. Man investiere dort, wo französische industrielle Interessen geschützt und verteidigt werden müssten.

Angeblich keine Kosten für den Steuerzahler

Montebourg verwies zudem darauf, dass der Staat jüngst für 1,9 Mrd. Euro Anteile an der Airbus Group (früher EADS) sowie an Safran verkauft habe. Den Steuerzahler werde der Einstieg bei PSA nichts kosten, sagte der Minister.

Mehr zum Thema
pixel