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Nicht anzusehen ist dem Peugeot 5008, dass er mit dem Citroën C4 Picasso ­verwandt ist – selbst innen nicht.
 

Vorstellung: Peugeot 5008

Kommt mit übergroßer Nummer als perfekt dimensionierte Ergänzung und als einer der Letzten. Verdichtung von Talenten ist also gefragt.

01.11.2009 Autorevue Magazin

Nur nicht vom Namen täuschen lassen: Peugeots neuer Van biegt in die Kompaktklasse ein, also dort, wo Peugeots einen Dreier vorne tragen. Die logische Zahl 3008 ist aber seit einigen Monaten vom Kombivancrossover 3008 besetzt, also fährt der Van mit einer zu großen Zahl ums Eck. Immerhin bleibt dennoch Abstand zum 807, der 20 cm länger ist und noch immer erhältlich, auch wenn die Verkäufe bislang (heuer 395 Stück in Österreich inkl. September) das nicht freudig bestätigen.

Wer Gleiches für Kompaktvans allgemein vermutet, liegt allerdings daneben. Trotz SUV-Moden verkaufen sie sich unverändert gut, somit kommt auch Peugeot keineswegs zu spät, sondern rechtzeitig, auch wenn andere Marken hier schon mehr als zehn Jahre lang abräumen: Renaults Scénic, beispielsweise, seit 1996.

Peugeots erster Kompaktvan also, immerhin soll das Thema konzernintern fürderhin nicht alleine von Citroën bespielt werden. Der 5008 teilt sich die technische Basis freilich mit dem Citroën C4 Grand Picasso, pflegt aber den eigenständigen Auftritt, auch innerhalb der eigenen Marke: Der Schlund als Kühlergrill weicht unauffälligen Querstreben, woraus kein Schluss auf das künftige Markengesicht gezogen werden soll. Sagt Peugeot.

Die Proportionen des 5008 sind vertraut, die Linien stimmig und flüssig, die Details modern und ungekünstelt, womit sie lange frisch bleiben werden. Der cw-Wert von 0,29 bestätigt: Feinschliff gelungen.

Was auch an den vielen liebevoll drapierten Details liegt: Besonders innen ist die Dichte an Chromleisten und Alu-Applikationen hoch, die Materialien im Innenraum markieren bezüglich Haptik und Qualitätsanmutung einen Sprung in eine feine Zukunft. Erste Fahreindrücke halten locker mit: solides, sattes Rollen, Diesel wie Benziner mit höflicher Geräuschkulisse, gelungene Sitzposition, fesche und selbsterklärende Armaturenlandschaft, präzises Fahrwerk mit familientauglichem Komfort. Zudem ist der 5008 technologisch aufrüstbar bis zum (gut ablesbaren) Head-Up-Display oder Multimedia Entertainment Paket, das quengelnde Kinder per DVD-Player ruhig stellt.

Innere Verdichtung auch in der Kernkompetenz eines Vans: Nach Ziehen einer Lasche faltet sich das Gestühl der dritten Reihe aus dem Keller, und nachdem die Passagiere wieder aufgestanden sind, flutscht das Einebnen genauso leicht. Wer die dritte Sitzreihe nicht ordert, erhält 60 Liter mehr Kofferraum. Wer sie bestellt, kann zwei Kinder mehr mitnehmen, Erwachsene reisen dort leicht eingezwickt. Überhaupt wurde bei den Sitzen mitgedacht, die Einzelsitze der zweiten Reihe sind gleich breit und ebenfalls leicht umzulegen, bis die Ladefläche eben ist.

Vier Motoren sind verfügbar: Der 1,6-l-VTi (120 PS) markiert mit 21.990 Euro das Einstiegsangebot, der 1,6-Liter-THP-Turbomotor ist die saftigere Wahl, mehr als die 156 PS erfreuen die 240 Nm bei 1400 U/min.

Dieselmotoren: 1,6 HDi mit 109 PS und 2,0 HDi mit 150 PS, beide mit Partikelfilter.

Der Verkauf des Peugeot 5008 startet im November.

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