Peugeot 308 active hdi schwarz vorne front seite
Der erste Blick ist eine Erkenntnis, eine Erleuchtung, die Dankbarkeit reifen lässt.
 

Testbericht: Peugeot 308 Active 1,6 HDi 92 FAP

Ein Auto kehrt zurück zu seinen Wurzeln. Der 308 als Kompakter klassischen Zuschnitts mit der nötigen Note Eleganz, Coolness, Joie de vivre.

28.11.2013 Online Redaktion

Der Peugeot 308 ist endlich wieder dort, wo er herkommt und wo er auch hingehört. Er ist zurück in der Kompakt­klasse. Klar, dort war auch sein Vorgänger. Aber mal ehrlich: Was war das für ein Vorgänger? Wamstig, überfrachtet, gen Minivan aufgeschaukelt; verspielt, wollte man etwas ­Positives sagen. Wollen wir aber nicht.

Peugeot 308 active hdi schwarz fahrend

Schlichte Eleganz

Plötzlich, hier und jetzt, ist der neue Peugeot 308 ein Auto von ­erfreulicher Klarheit.

Das Auf­fälligste ist, dass er trotzdem an keiner Stelle derb oder streng wirkt, sondern schlicht elegant. Was sich mit dem ­Layout der Scheiben am besten verdeutlichen lässt. Die Sicht beim Schulterblick ist sehr gut, weil die Seitenscheiben großzügig ausgelegt sind, wodurch die Heckscheibe sportlich ­schmal gehalten werden kann, ohne die Rundumsicht übermäßig einzuschränken.

Zu verdanken hat Peugeot das der neu entwickelten Plattform. Die Gesamtlänge ging zurück, der Radstand wuchs, was die Überhänge minimierte. Dazu ist das Auto deutlich ­flacher, was den Schwerpunkt nach unten verlagert. Alles nur um wenige Zentimeter, die Summe macht aber den großen Unterschied.

Peugeot 308 active hdi schwarz mittelkonsole schalthebel

Auch das Interieur fügt sich in dieses Gesamtbild ein.

Weil die Instrumente recht weit zur Scheibe versetzt sind, macht es den Eindruck, als käme ­einem das sehr klein gehaltene Lenkrad entgegen. Schön: Der Kranz verdeckt nicht einmal teilweise auch nur eine Anzeige. Noch schöner: Es gibt praktisch keine Knöpfe mehr in der Mittelkonsole. Warnblinker, Scheibenheizung, Audio-Lautstärke. Fertig. Weil Peugeot auch bei Materialwahl und Verarbeitung einen Schritt nach vorne gemacht hat, wirkt das in seiner Schlichtheit sehr nobel. Renault hinkt trotz ähnlichem Ansatz etwas hinterher.

Der zentrale Touchscreen ist eine Gewöhnungsfrage – er könnte etwas direkter reagieren, die Bedienung ist aber ­logisch. Kleiner Tipp: Suchen Sie sich eine Musikquelle aus und bleiben Sie dann im Klima-Menü. Sonst wird das permanente Menüwechseln lästig. Das viel beworbene App-­System funktioniert in Österreich allerdings noch nicht.

Peugeot 308 active hdi schwarz kofferraum innen

BENCHMARK Angenehm niedrige Kante, großzügig öffnende Heckklappe, üppiger Laderaum.

Peugeot hat jetzt auch alles im Angebot, was hightech und teuer ist.

Adaptiver Tempomat und Totwinkel-Assistent zum Beispiel. Allerdings nicht im Testwagen. Wir entschieden uns für die Ausstattungs­linie Active. Das ist die breite Mitte, hier sieht Peugeot das meiste Absatz­potenzial. Eine Stufe über Brot und Butter, eine ­unter Kaviar und Champagner. Besagter Touchscreen und eine Einparkhilfe sind schon inklusive.

Mit der neuen Plattform hat Peugeot auch Gewicht gespart. 140 Kilogramm im Vergleich zum Vorgänger. Neue Sitzgestelle brachten 14 Kilogramm, die Heckklappe aus Verbundwerkstoffen spart drei Kilo.

Peugeot 308 active hdi schwarz rueckbank hinten innen

PLATZWART Der Kofferraum ist toll, die Kniefreiheit nur noch o.k. Es sei ­gesagt: Vorne hätte jetzt ein größerer Fahrer Platz.

Der 1,6-Liter-Diesel schlägt sich, dank leichter Fuhre, entsprechend tapfer.

Die ersten drei Gänge sind angenehm kurz übersetzt, es kommt beinahe ein sportliches Grundrauschen auf. Der fünfte Gang ist lang genug, um im Alltag den sechsten nicht vermissen zu lassen. Fahren findet als Selbstverständlichkeit statt. Der Einstiegsdiesel ist nicht ambitioniert, aber auch nicht hektisch und, zumindest bei neunzig Prozent der täglichen Aufgaben, nicht überfordert.

Dazu hat Peugeot hörbar am Geräuschniveau gearbeitet. Ein 92-PS-Diesel, der, auch wenn man im Verkehr einmal Raum gewinnen möchte, nicht unangenehm tönt, ist aller ­Ehren wert. Zumal das neue Dämmmaterial auch noch neun Kilogramm leichter ist.

Kofferraum und Kniefreiheit im Fond hat Peugeot gegeneinander abgewogen und sich für den Laderaum entschieden. Kniefreiheit gibt es generell. Muss, wenn zwei ­größere Menschen hintereinander sitzen, aber ausverhandelt werden. Zaubern kann Peugeot eben noch nicht.

Der neue 308 ist für die ­kriselnde Marke ein Befreiungsschlag. Ein elegantes Auto, im Herzen der Nachfrage.

Mehr Infos zum Peugeot 308 gibt’s auf der Homepage von Peugeot.

Konfigurieren Sie sich Ihren Peugeot 308 auf autogott.at.

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