Peugeot 308 dynamisch vorne links
Das ist er also, der neue Hoffnungsträger von Peugeot.
 

Vorstellung: Peugeot 308 2014

Wir treffen den ersten Peugeot, der die gleiche Nummer trägt wie sein Vorgänger, aber sonst massiv intelligenter wurde.

19.11.2013 Online Redaktion

Der Peugeot 308 ist so neu, wo soll man nur anfangen? Im Innenraum vielleicht, denn dort haben auch die Designer viel Zeit verbracht. Bis die Zeiger richtig ausgeformt waren, die sich mondän gegenläufig aufbäumen. Bis die asymmetrisch raumgreifende Chromspange im Zentrum des Armaturenbretts perfekt positioniert war. Bis der konzentrisch geriffelte Lautstärkeregler seine Rasterstufen gelernt hatte. Hier wurde kein Detail dem Zufall überlassen, und weil es ein französisches Auto ist, wirkt dennoch nichts verkrampft, jedes Teil sitzt mit großer Selbstverständlichkeit an seinem Ort. Als wäre es die normalste Sache der Welt, den Startknopf beim Schalt­hebel zu suchen. Oder über das Lenkrad hinweg auf die Instrumente zu blicken. Der Schmäh mit dem kleinen Lenkrad, bekannt aus 208 und 2008, wurde weiter verfeinert, nun stimmt die Geometrie endgültig und niemand läuft Gefahr, mit ­einem halb verdeckten ­Tacho unterwegs zu sein.

Wieso hat man beim Platzangebot Kompromisse gemacht?

Auch der restliche Innenraum ist wertig und gediegen, bis hin zur Steckdose neben der Hutablage. Das muss so sein, schließlich will sich Peugeot in Zukunft deutlich höher positionieren, um profitabler zu werden. Etwas aus den Augen verloren wurde allerdings das Platzangebot. Auf der Rückbank gehen einem die zwei Zentimeter ab, die an der Karosserie eingespart wurden, auch die Kopffreiheit ist nicht überragend. Für den Kofferraum gibt Peugeot einen Rekordwert von 470 Litern an, allerdings gilt das nur, wenn man das Abteil mit Wasser ­flutet. Tatsächlich ist der Kofferraum im Vergleich zum Vorgänger sogar kleiner geworden: 420 Liter nach VDA-Norm. Auch die Flexibilität ist banal: Nur die Lehne lässt sich umwerfen, es bleibt eine Stufe.

Wie fährt sich nun der neue Peugeot 308?

Deckel zu, ab auf die Straße. 140 Kilo hat der Peugeot 308 abgespeckt, ein Basisgewicht von 1205 Kilo (inklusive Tank und Fahrer) ist höchst zeitgemäß. Der Kompaktwagen lässt sich damit flott bewegen, das kleine Lenkrad lässt einen Kurven beherzter nehmen, der Kompromiss Fahrbahnkontakt/Leichtgängigkeit wurde zugunsten der Servounterstützung gelöst. Wir haben es hier mit einem hochgradig komfortablen Fahrzeug zu tun, satt und präzise auf der Straße, aber kein Heizer. Das ESP lässt sich nicht deaktivieren.

Peugeot 308Passend zum entspannten Charakter bietet sich der e-HDi 115 an, der endgültig zur Unkenntlichkeit weggedämmt wurde. Innen ist der 308 bisweilen kaum lauter als ein Elektroauto, was wiederum den Wind um die Spiegel auf der Autobahn hervorhebt trotz cw 0,28. Der Verbrauch scheint angemessen: 4,6 Liter zeigte der Bordcomputer nach 80 ­Kilometern im Mix aus Stadt, Land und französischer Autobahn (Tempo 110). Dienlich ist dabei das lang übersetzte Getriebe, das erst ab 90 den sechsten Gang gewährt.

Wer mehr Verve will, greift zum Turbobenziner.

Derzeitiger Zenit: 155 PS – da geht was voran. Und wenn wir schon von der Motorenpalette sprechen: Fünf Aggregate gibt‘s zum Einstand (siehe Daten­kasten), unter anderem einen nicht aufgeladenen Dreizylinder mit 1,2 Liter Hubraum – einzigartig in der Kompaktklasse. Bei 1205 Kilo sollten 82 PS ausreichend sein im Alltag. Nächstes Jahr folgen noch neue Dreizylinder-Turbos mit 115 und 130 PS (Letzterer auch mit Sechsgang-Automatik) sowie zwei BlueHDi-Diesel mit Stickoxid-Katalysator (88 kW und 110 kW), die alle Verbrauchsrekorde brechen sollen: 82 Gramm CO2-Emission sind versprochen. 2014 folgt auch eine gediegen-sportliche GT-Variante mit gut 200 PS auf der Benziner-Seite und 180 PS in der Dieselvariante, und auch da bleibt noch Luft nach oben: In Frankfurt stand ein schwarz-roter Peugeot 308 R mit 270 PS.

Peugeot 308 R Concept statisch vorne links

Das Peugeot 308 R Concept hat den gleichen 1,6-Liter-Turbo wie der RCZ R.

Vorerst nicht geplant sind Hybrid-Varianten. Wozu, sagt Peugeot, wenn man die Emissionswerte ohne Elektrifizierung schafft? Dafür wird es wieder einen SW geben und 2015 (frühestens) ein ­Cabriolet, eventuell sogar mit Stoffdach. Peugeot findet da zu alter Eleganz zurück, was denn auch für die Limousine gilt: Dezent, edel, viele gerade Linien, und wo es Brüche gibt, dienen sie gekonnt als Akzentuierung. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn Peugeot die Nummern ausgehen. In diesem Moment des Innehaltens entstehen Kapazitäten, um ­ordentliche Autos zu bauen.

Preise und technische Daten zum neuen Peugeot 308 finden Sie hier.

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