Der junge Wilde ist erwachsen geworden.
Der junge Wilde ist erwachsen geworden.
 

Testbericht: Peugeot 208 GTI

Der ehemals junge Wilde ist erwachsen geworden. Oder: Die Transformation eines Kraftzwergs zum Gran Turismo.

24.05.2013 Online Redaktion

An Vorschusslorbeeren für den Peugeot 208 GTI  hat es im letzten halben Jahr gewiss nicht gemangelt: „Die Neu­interpretation des legendären 205 GTI. 200 PS bei nur 1160 Kilo. Nullaufhundert unter sieben Sekunden.“ Da erwartet man was Ungezähmtes, Wildes, hat plötzlich wieder den großen Aha-Effekt vor Augen von damals, als man im 205er zum ersten Mal in der Kurve das Gas gelupft hat.

Die Transformation eines Kraftzwerges.

Die Transformation eines Kraftzwerges.

 

Und dann das: Das Äußere wurde nur behutsam auf Sport gebürstet – etwa der Grill, zweifelsohne von einer karierten Zielfahne inspiriert, oder die zart nachmodellierten ­Radläufe. Okay, mehr muss auch nicht sein. Für den Auskenner reicht es, und anecken möchte sowieso niemand mehr. Nach dem Anstarten gibt’s auch kein Röhren, eher das unaufdringliche Säuseln ­eines Küchengeräts. Die ersten ­Meter hinterlassen einen geradezu perplex über das Fehlen von Härte in den Dämpfern. Nein, wild ist ­definitiv anders.

Peugeot 208 GTI – Liebe zum Detail

Andererseits: Der Motor (bekannt aus Mini Cooper, ­Citroën DS3 Racing) zieht geschmeidig an nach dem Überwinden eines Turbolöchleins, das Fahrwerk stemmt sich tüchtig gegen zügig gefahrene Kurven, bügelt Schläge weg wie nix, die Bremse ist bissig und gefühlsecht am Pedal – da gibt es keinen Grund zur Klage. Nur dass der Kleine beim Bremsen ungewöhnlich tief in die Knie geht und dabei den Hintern in die Höhe streckt, mag einen bei der ersten Vollbremsung wundern.

In weiß sieht er fast unschuldig aus.

In weiß sieht er fast unschuldig aus.

 

Der Peugeot 208 GTI ist einfach zum Lang­streckenheizer geworden – das werden die Hardcore-Sportler vielleicht langweilig finden – für den Alltag ist es garantiert die schlauere Lösung. Innen verwöhnt der Peugeot mit liebevollen Details: Die von roten LEDs eingefassten Instrumente etwa oder der Aluschaltknauf. Das lederbezogene Armaturenbrett liefert edle Atmosphäre und lässt gleich einmal dessen seltsame Anordnung vergessen. Um die Instrumente vollständig im Blickfeld zu ­haben, muss man das Lenkrad – ähnlich wie im Autodrom – zwischen die Knie nehmen. Die Sitze nehmen dich nicht (wie die Recaros im Fiesta ST) gleich vorsorglich in die Mangel, bieten aber genug Seitenhalt, so man sich gegen die Seitenwangen lehnt.

Die Anordnung der Armarturen braucht Eingewöhnung.

Die Anordnung der Armarturen braucht Eingewöhnung.

 

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