Peugeot 208 1,4 HDi 68 ASG5 Active
Es fallen auf: der unorthodoxe Kühlergrill und ...
 

Testbericht: Peugeot 208 1,4 HDI 68 ASG5 Active

Der Nachfolger des 207 ist schöner, lustiger, vernünftiger geworden. Und kleiner!

01.06.2012 Autorevue Magazin

Also ganz im Ernst, wir hatten Start-Stopp-Automatik schon im 7er-BMW und im Porsche Carrera, und überhaupt schon fast überall, aber immer mussten wir sie ausschalten, weil wir sonst vor lauter Anstart­gerüttel schier um den Verstand gebracht worden wären.

Und da kommt nun dieser freche Kleine und macht das so sanft, dass es nicht zu spüren ist. Hier wird das Ding also nicht deaktiviert, und gleich zeigt sich Interessantes: In der Stadt steht man immer ziemlich genau ein Viertel der Zeit, die man unterwegs ist, an der Ampel. Der Peugeot 208 hat nämlich eine Stoppuhr, die das mitzählt. Leider verbraucht man halt im Stehen kaum was, ­Vergleichsrunden auf der ­Wiener Ringstraße mit und ohne Start-Stopp zeigten einen ­Unterschied von 0,1 Liter, mögliche Verkehrsvarianzen nicht berücksichtigt.

Wissenschaftlich argumentierbar ist hingegen, wie der Peugeot 208 insgesamt beeindruckt als Summierung schlauer und sympathischer Eigenschaften.

Auf das kleine Lenkrad hätte jenseits von Caterham schon längst wer kommen können, denn es lenkt sich auch in einem normalen Auto einfach besser so als mit einer Familienpizza zwischen den Händen. Und es vermittelt obendrein das Raumgefühl eines Vans, weil Tacho und Drehzahl­messer im Blickfeld über dem Lenkradkranz liegen.

Großen Anklang finden die vielen Ablagen, sämtlich rutschfest ausgelegt.

Zwei USB-Schnittstellen – Chapeau! Feine Sitze, gute Erreichbarkeit des Schalthebels. An der Verarbeitung ist nichts auszusetzen. Der zentral montierte Touchscreen in Apple-Optik, serienmäßig ab Ausstattungsniveau Active, hebt das Auto gleich eine ganze Klasse nach oben. Hier lassen sich Fahrzeugparameter steuern und sehr beruhigende Informa­tionen zum Verbrauch ein­holen.
Peugeot 208 1,4 HDi 68 ASG5 Active
Es gefällt, dass die neue ­Generation eines Autos kleiner und leichter ist als die vorige (7 cm in der Länge und 110 kg). So geht intelligentes Wirtschaftswachstum. Man kann auch hinten recht gut sitzen, trotz Autokürzung ist da jetzt etwas mehr Platz als im Vorgänger. Der Kofferraum ist mit 285 Liter Volumen klassentypisch. Das geht nicht größer. Freilich sind die hinteren Lehnen umlegbar, es werden über 1000 Liter Volumen frei.

Antrieb: nur mäßig kraftvoll.

Das geringere Gewicht wird in Form gesteigerter Vitalität des Autos erlebbar, und da der Radstand sich nicht verändert hat, läuft das Ding noch immer recht gut in die Länge. Wir fuhren den kleinen Diesel mit 68 PS und kombinierten den auch noch mit dem automatisierten Schalt­getriebe, in der Tat die Wahl für Sparmeister, die wenig Wert auf Hegemonie legen. Im Grunde auch das sympathisch, denn behandelt man das Gaspedal sanft, arbeitet das Getriebe eh brav. Steigt man allerdings hektisch oder entschieden aufs Gas, reagiert der Motor zunächst überhaupt nicht, um dann leidend aufzuheulen. Bald da­rauf entsteht ein wenig Vortrieb, nichts Aufregendes, alles ganz legal. Nun, wenn man das weiß, macht man es eben nicht und muss im Kontext sinn­voller Fortbewegung trotzdem auf nichts verzichten. Denn in Wahrheit passiert der wirklich spürbare automobile Fortschritt – neben alternativen Antrieben – vor allem im ­Innenraum und hier beim ­Infotainment. Wie sehr ein Auto abfetzt, ist an anderen Fronten von Bedeutung.

Und solch milde Charak­teristik hat ihre sichere Zielgruppe, die demographisch ­betrachtet noch immer größer wird.

Und ein Video zum neuen Peugeot 208 haben wir auch:

  • Jan Fredriksson

    Wie gehaltvoll und erfrischend im Vergleich zu den PS-Phrasen unserer deutschen Testosteron-Autotester, die bei jedem Artikel an die Zielgruppe „männliche Pseudo-Rennfahrer“ denken.

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