PEugeot 208 Front
Der 208 ist kleiner und leichter als der 207, so hat der 206 einen würdigen Nachfolger.
 

Vorstellung: Peugeot 208

Auch beim neuen 208 besinnt sich Peugeot wieder auf alte Tugenden – und baut ein hübsches Auto.

21.04.2012 radical mag

Zwischen 1983 und 1998 verkaufte Peugeot vom richtig hübschen 205 weit über 5 Millionen Stück. Dann kam der 206, wieder ein hübsches Automobil, und davon verkauften die Franzosen bis heute rund 7,8 Millionen Stück. Es folgte der 207, ab 2006, der war fast 200 Kilo schwerer als der 206, 20 Zentimeter länger und nicht besonders hübsch, so konnte Peugeot davon in den vergangenen sechs Jahren nur noch 2,37 Millionen Stück verkaufen.

Deshalb baut Peugeot jetzt wieder ein hübsches Auto. ­Eines, das wieder kleiner ist, 7 Zentimeter kürzer als der 207 und im Schnitt 110 Kilo leichter. Damit ist man zwar nicht zurück auf dem Niveau des 206, aber man darf das neue Modell durchaus als ­dessen würdigen Nachfolger betrachten. Auch deshalb, weil der Peugeot 208 sicher ­eines der adrettesten Autos ist in diesem Frühling, die Franzosen sind auf jeden Fall wieder auf dem richtigen Weg.

Obwohl der Peugeot 208 noch auf der alten Plattform basiert, hat man überall ein paar Zentimeter mehr Platz gefunden, hinten sitzt man angenehm, erfreulich angenehm sogar, und der Kofferraum wurde auch 15 Liter größer. Es sind jetzt 285 Liter. Die Sitze sind anständig, vielleicht etwas eng geschnitten um die Hüf-ten. Richtig gut hingegen: die komplett neue Anordnung des Cockpits. Da sind die ansonsten ja eher konservativen Franzosen erstaunlich mutig. Man darf es als eine Art Head-up-Display sehen, sprich: Man schaut beim 208 nicht mehr durch den Lenkradkranz hindurch auf Tacho & Co., sondern ­drüber hinweg. Das geht, weil diese Anzeigen sehr weit vorne angebracht sind und das Lenkrad deutlich kleiner ist als ­üblich. Man fühlt sich schon fast wie in einem Sportwagen, und das Gesamtensemble funktioniert bestens.

Auch die fahrdynamischen Qualitäten des Peugeot 208 sind löblich. Er ist einigermaßen komfortabel, was im B-Segment nicht alle Konkurrenten schaffen – und gleichzeitig erfreulich sportlich. Er lässt sich auch richtig grob durch Kurven hauen, bleibt sehr sauber in der Spur, schiebt kaum über die Vorderräder (und wenn, dann war man deutlich zu schnell), die Lenkung ist präzis und bei höheren Geschwin­digkeiten mit elektrischer Hilfe relativ schwergängig (für französische Verhältnisse). Da kommt tatsächlich Fahrfreude auf.

Zumindest, wenn man mit der richtigen Motorisierung unterwegs ist. Dass die Franzosen Diesel können, ist nicht neu – und mit der stärksten Version mit 116 PS und dem manuellen 6-Gang-Getriebe ist man ­bestens unterwegs. Das maximale Drehmoment von 285 Nm steht schon ab 1750/min zur Verfügung, Stopp/Start ist serien­mäßig, 99 g/km CO2-Emissionen sowie ein Verbrauch von 3,8 l/100 km natürlich eine gute Ansage. Weniger Freude macht der 1,6-Liter-Benziner mit 120 PS; der brummt zu laut – und ist zu schwach. Es gibt ihn nur mit 5-Gang-Getriebe, und es passt gar nicht zum Charakter dieses Wagens, man ist sehr hochtourig unterwegs. Peugeot wird da noch eine stärkere ­Variante nachreichen, mit 155 PS – und dann werden auch noch neue Dreizylinder folgen, deren Verbrauchsangaben zumindest auf dem Papier ganz nett anzuschauen sind. Wir werden das prüfen, ob dann mit 68 PS in einem rund 1000 Kilo schweren Fahrzeug auch noch ein Hauch von Fahrspaß vorhanden sein kann.

Nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist der Peugeot, was die Assistenz-Systeme betrifft. Natürlich darf die Frage erlaubt sein, ob es wirklich ein City-Safety-System braucht, doch wenn schon Kleinstwagen wie der VW up! damit erhältlich sind, dann wird dieses Feature wohl auch in einem Segment höher bald quasi zur Pflicht werden. Auch sonst ist Peugeot bei diesen Systemen eher zurückhaltend, kein adaptives Licht, nichts. Da müssen die Franzosen aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen geraten.

Viel Licht also, aber auch ein bisschen Schatten. Und so kommen wir dann zum Preis. Als Basis nennt Peugeot 12.200 Euro, das ist auf jeden Fall ein weiteres, sehr gutes Kaufargument.

Und hier gibt es noch einen Trailer zum Peugeot 208:

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