Gleise der ÖBB
Die steirische Arbeiterkammer fordert die Überarbeitung des Pendlerrechners.
 

Pendlerrechner: Steirische Arbeiterkammer fordert Überarbeitung

„Da grundsätzlich die kürzeste und nicht die effizienteste Route errechnet wird, schreibt der Rechner in vielen Fällen völlig kuriose Strecken vor“, so ein AK-Experte.

14.01.2014 APA

Die steirische Arbeiterkammer sieht beim Pendlerrechner dringenden Handlungsbedarf. Der Rechner auf der Homepage des Finanzministeriums, der künftig Grundlage für die Zuerkennung des Pendlerpauschales sein soll, liefere irreführende Daten, wie erste Tests ergeben haben, erklärte der steirische AK-Präsident Josef Pesserl am Dienstag in einer Aussendung.

Kürzeste nicht effizienteste Route wird berechnet

Erste Versuche durch AK-Experten hätten „gravierende Ungereimtheiten“ an den Tag gebracht. „Da grundsätzlich die kürzeste und nicht die effizienteste Route errechnet wird, schreibt der Rechner in vielen Fällen völlig kuriose Strecken vor“, erläuterte Tester Bernhard Koller. Die Folge seien längere Fahrzeiten mit dem Auto und unter Umständen weniger Pauschale, weil die Pendelstrecke zwar weniger effizient, aber dafür kürzer ist.

20-Kilometer-Umweg

Als Beispiel wurde die Strecke für einen Pendler durchgerechnet, der wenige Kilometer nördlich von Mureck (Bezirk Südoststeiermark) wohnt und in Graz arbeitet. Dieser werde vom Pendlerrechner nicht zum nächstgelegenen Bahnhof Mureck, sondern ins mehr als 20 Kilometer entfernte Kaindorf an der Sulm geschickt, ehe er auf das Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen „darf“.

Forderung nach Überarbeitung

Pesserl fordert die Finanzverwaltung auf, den Rechner vor Inbetriebnahme zu überarbeiten. „Nur damit die Wegstrecken insgesamt ein paar Kilometer kürzer werden – und damit möglicherweise das Pendlerpauschale sinkt – werden Pendler gezwungen, weiter mit dem Auto zu fahren. Da lassen die Schildbürger grüßen“, so der steirische AK-Präsident.

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