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Der Pendlerrechner empfiehlt statt 13 Minuten Fahrt 90 Minuten.
 

Pendlerrechner sorgt für Chaos

Der Pendlerrechner des Finanzministeriums ist online gegangen. Die Ergebnisse, die er liefert sind oftmals realitätsfremd und mehr als abenteuerlich.

18.02.2014 APA

Am 12. Februar ist der Pendlerrechner des Finanzministeriums, mit einer Verspätung von eineinhalb Monaten, online gegangen. Die Ergebnisse, die er liefert sind oftmals realitätsfremd und mehr als abenteuerlich. „Dieses Chaos ist eine Zumutung für die Pendlerinnen und Pendler!“, stellt Arbeiter Kammer Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. „Wir fordern eine rasche Bereinigung dieser Situation, aber auch die baldige Umstellung der Pendlerförderung auf eine sozial gerechte, entfernungsabhängige Vergütung.“

Haarsträubende Ergebnisse des Pendlerrechners

Einer Arbeitnehmerin aus dem Umkreis von St. Valentin empfiehlt der Pendlerrechner zum Beispiel, mit dem Auto bis zum Bahnhof St. Valentin zu fahren. Dort solle sie in den Zug einsteigen und knapp 35 Tarifkilometer nach Linz zurücklegen, dort in den Bus umsteigen und rund 17 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung nach Enns-Kristein fahren!

Pendlerrechner empfiehlt statt 13 Minuten Fahrt 90 Minuten

In Summe mutet der Pendlerrechner dieser Frau für den Arbeitsweg von St. Valentin nach Enns eine Fahrtdauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln von mehr als eineinhalb Stunden und eine Wegstrecke von 55 Kilometer zu. Dabei beträgt laut dem Routenplaner einer großen Suchmaschine dieser Arbeitsweg mit dem Auto nur 11,6 Kilometer und ist in 13 Minuten bewältigbar.

Weitere Ungereimtheiten

Die vom Pendlerrechner herangezogenen Fahrtrouten sind nicht nachvollziehbar und nicht überprüfbar. Einer Arbeitnehmerin aus Suben gesteht der Pendlerrechner zwar auch weiterhin das große Pendlerpauschale zu, da in ihrem Fall die Benützung von öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumutbar ist. Bloß unterschlägt der Pendlerrechner dieser Frau zehn Kilometer pro Fahrt, sodass sie nur mehr das große Pendlerpauschale zwischen 40 und 60 Kilometer bekommen würde, obwohl der von ihr mit dem Auto zurückgelegte Arbeitsweg tatsächlich 69 Kilometer pro Fahrt beträgt und auch der Routenplaner zu diesem Ergebnis gelangt.

Lärmsparende Ortsumfahrungen werden nicht akzeptiert

Bei diesem Beispiel ermittelt der Pendlerrechner auch verschiedene Distanzen für die Hin- und Rückfahrt (59 bzw. 62 Kilometer). Warum er – entgegen den geltenden Lohnsteuerrichtlinien – die kürzere Fahrtstrecke als relevant erachtet, bleibt leider unerklärlich. Der Pendlerrechner geht immer stur von der kürzesten Straßenverbindung aus. Ortsumfahrungen, die auch die Lärmbeeinträchtigung der Bevölkerung hintanhalten sollen und oft zeitlich günstiger sind, aber eine längere Distanz haben, werden somit nicht berücksichtigt.

Pendlerrechner geht von fixen Dienstzeiten aus

Außerdem unterstellt der Pendlerrechner, dass Beschäftigte fixe Dienstzeiten haben, also immer zur selben Zeit ihren Dienst beginnen und beenden. Aufgrund einer Abfrage zu einem bestimmten Tag wird die Pendlerpauschale für das gesamte Jahr errechnet. Das ist einfach realitätsfremd. Tatsächlich führen andere Dienstzeiten oft zu anderen Verkehrsverbindungen.

Faire Pendlerförderung darf Geringverdiener nicht benachteiligen

„Die Pendlerinnen und Pendler sind schon genug belastet. Diese Pflanzerei durch das Finanzministerium haben sie nicht verdient“, zeigt sich AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer verärgert. „Wir verlangen aber nicht nur Sofortmaßnahmen des Ministeriums beim Pendlerrechner. Das ganze bisherige System hat sich als absurd erwiesen. Künftig soll sich die Pendlerentschädigung nur mehr nach der Entfernung richten und nicht nach dem Einkommen, damit Geringverdiener nicht benachteiligt werden.“

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  • Dinos

    Am einfachsten wäre es wohl, die Pendlerpauschale einfach abzuschaffen und auch Dienstwagen & Co. vernünftig zu besteuern.

    Jeder darf sich sein Haus irgendwo in die Pampa stellen wo keine Öffis fahren, aber ich versteh nicht, warum die Allgemeinheit das mittels Pendlerpauschale noch subventionieren soll.

    Lieber das Geld gleich als Anschubfinanzierung für Elektromobilität investieren und nicht gießkannenartig (und umständlich) in die Lohnsteuerberechnung einfliessen lassen.

  • Drachsler Elfriede

    Pendlerrechner:

    Bei 2 DN aus Traismauer und Sitzenberg/Reidling DG St.Pölten kommt der PR auf fast dopp. KM-Anzahl.
    Was muß ich als Lohnverrechner nun nehmen?

    Vielen Dank

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