Straßenverkehr in Paris
Erstmals seit knapp 20 Jahren wurde in Paris wieder ein partielles Fahrverbot ausgesprochen.
 

Paris: Partielles Fahrverbot ausgesprochen

Nur Autos und Motorräder, deren Nummernschild mit einer ungeraden Ziffer enden, dürfen im Großraum Paris fahren.

17.03.2014 APA

Erstmals seit 1997 wurde in Frankreichs Hauptstadt ein partielles Fahrverbot ausgesprochen. Ab 17. März 5.30 Uhr durften nur noch Lastwagen, Autos und Motorräder, deren Nummernschild mit einer ungeraden Ziffer endet, im Großraum Paris fahren.

Scharfe Kontrollen

Sollte die Maßnahme fortgeführt werden müssen, sollten am Dienstag alle Fahrzeuge mit einer ungeraden Endnummer stehen bleiben. Bis 10.30 Uhr wurden bei Kontrollen 3.000 Fahrer erwischt, die ihren Wagen eigentlich nicht hätten nutzen dürfen.

Erhöhte Feinstaubbelastung

In der vergangenen Woche hatte die Feinstaubbelastung bei Partikeln bis zehn Mikrometer Durchmesser (PM10) in Paris mehrfach bei mehr als 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelegen, an einzelnen Stationen waren es zeitweise 180 Mikrogramm. Bereits bei 80 Mikrogramm pro Kubikmeter wird Alarm ausgelöst. Laut europaweit geltenden Regeln darf ein PM10-Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht öfter als an 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden.

Paris Feinstaub

Haben Sie Paris schon bei Smog geseh’n? © Bild: EPA / Yoan Valat / picturedesk.com

Ausnahmen für Elektro- und Hybridautos

Mit dem Teil-Fahrverbot soll vor allem diese hohe Feinstaubbelastung eingedämmt werden. Ausgenommen sind laut Regierungsanordnung lediglich Elektro- oder Hybridautos, Fahrzeuge mit mindestens drei Insassen sowie bestimmte professionell genutzte Wagen wie Taxis. Wer gegen die Regel verstößt, muss mit einer Strafe von mindestens 22 Euro rechnen. Die Verkehrsaufsicht berichtete am Vormittag von deutlich weniger Verkehr auf den Straßen. Die Staus seien insgesamt nur halb so lang wie an normalen Montagen, hieß es.

Derzeit keine Ticketpflicht

Vor den Fahrverboten hatten die Behörden Ende vergangener Woche bereits andere Maßnahmen veranlasst: Am Freitag wurde die Ticketpflicht für den öffentlichen Nahverkehr aufgehoben. Zudem fiel die Nutzungsgebühr für städtische Fahrräder und Elektroautos weg. Auf zahlreichen Straßen gelten besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen, um den Abgasausstoß zu vermindern. Alle Bewohner des Großraums Paris sollten möglichst ihre Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stehen lassen, mahnen die Behörden und verweisen auf die Gesundheitsgefahren infolge der Luftverschmutzung.

Windarme Wetterlage sorgt für hohe Feinstaubkonzentration

Als Ursache der hohen Feinstaubkonzentrationen gilt die aktuelle windarme Wetterlage mit einer wärmeren oberen Luftschicht. Sie wirkt wie eine Art Trennschicht und sorgt dafür, dass weniger Gase und Feinstaubpartikel nach oben entweichen können. Neben Paris sind zahlreiche weitere Städte und Gemeinden in Frankreich betroffen.

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