Nissan Micra DIG-S dyn vore
Drei Zylinder und ein Kompressor vereinen sich zu einem harmonischen Antrieb.
 

Padauz!

Nissan präsentiert ein neues Hightech-Maschinchen.

06.07.2011 Online Redaktion

Cremige Drehmomentverteilung, souveräner Vortrieb, ab 3500 Touren auch spürbar Punch – man wähnt sich hier mit einem 1,6-Liter-Saugmotor unterwegs, aber nein: Einkommazweiliterdreizylinder! Wir sitzen im neuen Nissan Micra DIG-S. Alle Vorurteile, alle ins Gehirn gebrannten Vibrationen und Traumata werden gelöscht: so steht ein kleiner Benzinmotor im 21. Jahrhundert.

DIG-S steht für „Direct Injection Gasoline – Supercharged“, ein Kompressor sorgt für 72 kW (98 PS) und 142 Nm Maximaldrehmoment, viel Hightech drückt den Verbrauch auf theoretische 4,1 Liter pro 100 Kilometer, als da zum Beispiel wären: natriumgefüllte Auslassventile, Kolbenringe, die  mit einem diamantähnlichen, amorphen Kohlenstoff beschichtet sind, Direkteinspritzung, bedarfsgerecht aktivierte Lichtmaschine, Stop-Start-Automatik. Die Verbrennung erfolgt im sogenannten Miller-Zyklus (das Einlassventil bleibt beim Kompressionstakt länger geöffnet, als bei einem herkömmlichen Ottomotor), dem traditionell schwachen Drehmoment dieser Motoren tritt erwähnter Kompressor entgegen.

Auch toll: geschickt platzierte Ausgleichsgewichte und Dämmmatten sorgen für eine Ruhe, die man von einem Nissan Micra so nicht erwarten würde. Selbst auf der Autobahn: keine Windgeräusche, leises Motorensurren, da steckt viel Hirnschmalz dahinter. Da das Getriebe lang übersetzt ist, geht ein sechster Gang nicht wirklich ab.

Das Maschinchen ist die erste Konsequenz der ambitionierten Ziele, die sich Nissan in Sachen Flottenverbrauch gesetzt hat: Schon 2013 sollen 60% aller neu verkauften Nissan-Modelle weniger als 120 g CO2 pro km ausstoßen, das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 5 Liter Benzin bzw. 4,4 Liter Diesel. Die 95 g beim Micra DIG-S sind ein markanter Schritt in diese Richtung. Der Bordcomputer zeigte am Ende unserer Testrunde 5,5 Liter an, einen repräsentativen Verbrauchswert wird aber erst ein ausgiebiger Test bringen. Apropos Bordcomputer: der zählt die eingesparten CO2-Gramm, sobald sich der Motor an der Ampel abstellt.

Die zweite Motorisierung des Nippon-Kleinwagens wird ab 24. September verkauft zu einem Aufpreis von 1.600 Euro gegenüber dem Basismotor. Das ergibt 12.290 Euro für das bereits mit elektrischen Fensterhebern, fernbedienter Zentralverriegelung und vollständigem Sicherheitspaket ausgestatteten Einsteiger-Modell Visia – klingt nach gutem Deal.

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