Der Bochumer Betriebsratschef fordert nicht nur Abfindungen, sondern auch qualifizierte Arbeitsangebote in der Region.
 

Opel-Werk in Bochum: Verhandlungen werden wieder aufgenommen

Opel-Vorstand, IG Metall und Bochumer Betriebsräte verkündeten „kurzfristige Aufnahme von Verhandlungen“ über Abfertigungen, Weiterbildungen und Ersatzarbeitsplätze.

27.09.2013 APA

Die für 2014 geplante Schließung des Bochumer Opel-Werkes mit 3.300 Beschäftigten sorgt seit Monaten für Schlagzeilen. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf für eine Einigung und eine soziale Abfederung des Rückzugs aus dem Ruhrgebiet: Nach Sondierungsgesprächen vereinbarten der Opel-Vorstand, die IG Metall und Bochumer Betriebsräte Anfang der Woche die „kurzfristige Aufnahme von Verhandlungen“ über Abfertigungen, Weiterbildungen und Ersatzarbeitsplätze. Parallel diskutieren Fachleute und Stadt über die Zukunft der riesigen Werksfläche nach 2014 – etwa als Technologiepark für Firmengründungen der Bochumer Universität.

Opel-Spitze vermeidet Konfrontationen

Die Opel-Spitze möchte den neuen Gesprächsfaden wohl erhalten und Konfrontationen vermeiden. Im Bochumer Getriebewerk mit rund 275 Beschäftigten, dessen Schließung mangels Nachfrage zum 30. September feststand, wurde die Produktion zuletzt gestreckt. Opel nennt jetzt keinen genauen Termin mehr, wann Schluss ist: „Gegen Ende des dritten Quartals“, sagt ein Sprecher. Es könne auch einige Tage später sein. Vereinbart sei, aktuell keine weiteren Personalmaßnahmen einzuleiten.

Kommunikationsschwierigkeiten und -engpass

Nach ihrer Einigung auf neue Gespräche zeigen sich die Beteiligten ungewöhnlich diszipliniert – nur eine dürre 21-Wort-Verlautbarung und sonst kein Sterbenswörtchen über Inhalte eines möglichen Sozialplans. All das würde nur die Verhandlungen belasten, heißt es unisono. Dabei waren zuvor die Fetzen geflogen, nachdem die Bochumer den Tarifvertrag zur Opel-Sanierung im März als einziger deutscher Standort abgelehnt hatten. Darin wollte das Management die Zustimmung der Belegschaft zur Werksschließung festschreiben. Im Gegenzug bot Opel umfassende Zugeständnisse, unter anderem die Garantie der Autoproduktion bis Ende 2016 und die dauerhafte Sicherung von 1.200 Stellen. Doch die Beschäftigten misstrauten den Jobversprechen. Nun ist bereits Ende 2014 Schluss in Bochum.

Europäischer Automarkt wird sich in nächster Zeit nicht erholen

Das Ende der Fertigung im Ruhrgebiet wird das teure Problem der Überkapazitäten zwar lindern, aber nicht aus der Welt schaffen. Das weiß auch Neumann. Deshalb verlegt Opel die Fertigung seines kompakten Geländewagens Mokka 2014 von Südkorea nach Europa. Experten sind überzeugt: Auch das reicht nicht, um die Werke auszulasten – Europas Automarkt dürfte auf absehbare Zeit schwach bleiben. Felix Kuhnert, Leiter des Automobilbereichs bei der Beratungsgesellschaft PwC, betont: „Das Rekordniveau von 2007 wird in den kommenden Jahren nicht wieder erreicht.“ Also muss sich der Hersteller, der 2016 endlich die Verlustzone verlassen will, im Verdrängungswettbewerb behaupten. Helfen sollen neue Modelle, aber auch das Image muss aufpoliert werden. Und dafür sind schlechte Nachrichten aus Bochum bestimmt nicht förderlich.

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