Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bei der Präsentation des Opel Adam
Der Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat mit dem Opel Adam viel vor.
 

Opel steht sich selbst im Weg

Der deutsche Autobauer leidet seit Jahren an seinem schlechten Image. Mit der Ansage „Der Blitz muss wieder glänzen“, soll kräftig am Ruf gearbeitet werden.

12.08.2013 APA

 

Opel hat ein Imageproblem. Das ist jetzt nicht wirklich neu, der selbstkritische Umgang mit dieser Tatsache aber schon. So bringt der Opel-Chef Karl-Thomas Neumann im „Handelsblatt“ das Problem auf den Punkt: „Die größte Baustelle ist die Marke“. Es sei eine Schande, dass die Marke Opel den großartigen Produkten eher im Weg stehe, als dass sie helfe.

2016 sollen wieder Gewinne erzielt werden

Um das Ziel zu erreichen, spätestens 2016 wieder Gewinne zu erzielen, müsse Opel im Bewusstsein der Kunden für die Begriffe „deutsch, nahbar und aufregend“ stehen: „Wir müssen nur den Staub vom Opel-Blitz fegen und die Marke jünger, moderner und damit noch attraktiver machen. Der Blitz muss wieder glänzen.“ So will das Unternehmen etwa mit dem City-Flitzer Adam gezielt junge Käufer gewinnen.

Trennung von Marketing und Vertrieb

Damit der Imagewechsel gelingt, hatten die Rüsselsheimer zuletzt die Henkel-Marketingmanagerin Tina Müller verpflichtet – und damit als erster Autobauer die Bereiche Marketing und Vertrieb getrennt.

Besseres Image ist Notwendigkeit

Ein besseres Image ist aus Neumanns Sicht die Voraussetzung dafür, die Fahrzeuge wieder mit höherer Marge verkaufen zu können. „Wir alle arbeiten in dem Markt, den wir aktuell haben: Mit Tageszulassungen und mit Rabatten.“ Im ersten Halbjahr 2013 waren laut einer Studie des Center Automotive Research 39 Prozent aller zugelassenen Neuwagen von Opel Eigenzulassungen. Bei Volkswagen (30 Prozent) und Ford (20 Prozent) fällt dieser Wert deutlich niedriger aus.

Neuwagen richtig positionieren

Neumann will Opel aus diesem Teufelskreis befreien. Trotz des harten Wettbewerbs um Marktanteile in Europa soll der defizitäre Autobauer künftig weniger Neuwagen mit Rabatten in den Markt drücken: „Ich möchte die kommenden Modelle gleich richtig positionieren und von dieser Nachlass-Kultur runterkommen.“ Opel habe die Zahl der Tageszulassungen bereits zurückgefahren und seinen Marktanteil dennoch ausgebaut.

 

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  • BRX123

    Die Werbelinie des neuen Adam ist gut gelungen. Das Auto selber qualitativ gesehen ebenso. Einzig die Positionierung ging daneben. Der Adam ist im Vergleich zu den Mitbewerbern a la Fiat 500 viel zu teuer, um Marktanteile gewinnen zu können. Das wird die angesprochne Zielgruppe der Jungen wohl kaum investieren können und wollen.

  • Lord of Dawn

    Die Autos sind zu groß und zu schwer, bei viel zu wenig Platz innen. Die Technik ist tw. beim Erscheinen schon veraltert. Insofern ist es ein Wunder, dass es Opel noch gibt.

  • Autojoe

    Ich war frueher laengere Zeit ein zufriedener Opel Kunde, war auf Kadett, Commodore und Senator viel unterwegs bis ich einen „Lopez „Omega 2 gekauft habe. Dann war Schluss mit Opel, ständige Reparaturen und katastrophale Detailverarbeitung gaben mir den Rest. Opel wird noch viel daransetzen muessen um diese verlorene Image wieder zurückzuholen. Die Bosse in Rüsselsheim werden sich da noch viel einfallen lassen muessen.

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