In Texas muss es laufen. Dann können die Gelddruckmaschinen angeworfen werden.
In Texas muss es laufen. Dann können die Gelddruckmaschinen angeworfen werden.
 

Hurra, wir leben noch

„The next big thing will be a lot of small things“ – also gilt es, die Feste zu feiern, wie sie fallen: Es gibt noch große Autos… und Opel.

20.05.2013 Online Redaktion

Das Sterben der Automarken in den USA war schmerzhaft. Oldsmobile, Plymouth, Pontiac. Zuletzt zu Beginn dieses Jahrtausends. Im Nachhinein, und so selbstkritisch sind selbst wir, war es eine reinigende Katharsis. So schlimm war es nämlich nicht. Wir haben immer noch die Chevrolet Corvette von General Motors. Wer weiß, ob sie die nächste Krise überlebt – derzeit haben wir sie noch.

Für 52.000 Dollar kann ab sofort die neue Chevrolet Corvette Stingray gekauft werden. Alles gute zum 60. Geburtstag an dieser Stelle. 6,2 Liter V8. 450 PS, 610 Newtonmeter, null auf hundert in unter vier Sekunden. Der Maximalpreis liegt bei 73.360 Dollar. Teurer kann man das Coupé nicht ausstatten.

Der Cowboy jubiliert.

Der Cowboy jubiliert.

Und auch der nächste Vergleichstest bahnt sich an. Chevrolet hat den Silverado High Country Richtung Yee-Haw-Land geworfen. Ein Luxus Pickup der  gegen Dodge Ram 1500 Laramie Longhorn, Ford F150 King Ranch und Toyota Tundra antritt. Alle haben Sie V8 Motoren, zwischen 340 und 400 PS und kostet knapp über 40.000 Dollar.

Die amerikanische Autoindustrie bedient damit lediglich die Nachfrage. Die angesprochenen Pickups müssen in Texas und Colorado funktionieren. Vor allem in Texas. Dann kann die Gelddruckmaschine angeschmissen werden.

Die Bänder laufen wieder, Arbeiter werden angeheuert, Detroit ist immer noch nicht verloren.

Immer eine Debatte wert, ist Opel. Aus amerikanischer Sicht hat sich die Marke bis heute gegen besagte Katharsis gewehrt und seit 1999 in Summe 16 Milliarden Dollar verloren. Jetzt rührt sich was und es tut den Europäern weh, aber diesen Prozess haben die Amerikaner bereits hinter sich.

Was wir Amerikaner aber auch sehen ist, dass Opel die zweitstärkste Marke im GM-Verbund und ein Techniklieferant ist. Wer Ihnen die Schlüssel auf den Tisch wirft und glaubt, ab sofort mache General Motors zwei Milliarden Dollar mehr Gewinn, der täuscht sich. Auch hat man, zumindest in Detroit, aufgehört den europäischen Markt zu unterschätzen. Dieser ist wesentlich anspruchsvoller und bringt höhere Qualität hervor. Und wenn der Vauxhall Insignia, zumindest in England, den VW Passat und Ford Mondeo auf die Plätze verweist in der Verkaufsstatistik, dann nimmt General Motors das gerne mit.

Gen Westen ziehen.

Gen Westen ziehen.

Das nächste kleine Thema bei General Motors sind, man höre und staune, Dieselmotoren. Der ehemalige Vorstand Bob Lutz wollte sie in den USA nicht haben, weil er sie für unverkäuflich hielt. Dann kam VW und setzte 2012 immerhin 80.000 Autos mit Dieselmotoren in den USA ab. Chevrolet keines. Obwohl die Motoren ja vorhanden wären.

Wir wünschen uns keinen bösen Schnitt für Opel. Aber Sie sollten Weniger auf Steve Girsky schimpfen. er war Freuen wir uns lieber über kleine Dinge.
Wenn ich an die großen denke… god bless america.  

Fotos: Werk

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