Im Streit um das Opel-Werk in Bochum scheint nun endlich ein Kompromiss gefunden.
Im Streit um das Opel-Werk in Bochum scheint nun endlich ein Kompromiss gefunden.
 

Opel bleibt in Bochum – Warenverteilzentrum wird dauerhaft erhalten

Die Autoproduktion wird 2014 beendet, dafür soll das Warenverteilzentrum auf 700 Stellen ausgebaut und dauerhaft erhalten bleiben – Einenkel-Gerichtsverhandlung auf 2014 verschoben

18.11.2013 APA

Im jahrelangen Streit um die Schließung des Bochumer Opel-Werkes scheint nun eine Lösung gefunden: Die Autoproduktion wird wie geplant Ende 2014 beendet, dafür wird das Warenverteilzentrum auf 700 Stellen ausgebaut und bleibt mit Investitionen von 60 Millionen Euro dauerhaft erhalten. Zudem sollen mindestens 200 der jetzt noch 3.300 in Bochum Beschäftigten Angebote von anderen Werken erhalten. Eine Jobbörse mit zwei bis drei Jahren Laufzeit soll eingerichtet werden. 

Kompletter Rückzug aus Bochum abgewendet

Das Werk in Bochum wurde 1963 gegründet und hatte in Spitzenzeiten rund 20.000 Mitarbeiter. Im Frühjahr hatten die Bochumer Opel-Beschäftigten als einzige in Deutschland den vorgeschlagenen Sanierungstarifvertrag des Unternehmens abgelehnt. Sie wollten sich mit dem Ende der Produktion nicht abfinden. In Bochum wird bisher der Familienvan Zafira gebaut. Danach hatte die Unternehmensleitung Zusagen für den Standort für hinfällig erklärt. Kurzzeitig drohte damit der völlige Rückzug des Unternehmens aus der Stadt. Auch für das Warenverteilzentrum war der Weiterbetrieb vertraglich bisher nur bis Februar 2016 gesichert.

Einenkel-Klage gegen Opel: Gerichtsverhandlung auf 2014 verschoben

Im Streit um den Standort hatte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel Klage gegen Opel erhoben. Einenkel wirft dem Autobauer vor, den Aufsichtsrat nicht korrekt über seine Pläne informiert zu haben, die Produktion des Zafira Ende 2014 nach Hessen zu verlagern. Die Zivilklage ging Ende Juli beim Landgericht Darmstadt ein. Der ursprünglich am 5. Dezember geplante Verhandlungstermin wurde auf den 28. Jänner 2014 verschoben, wie das Landgericht Darmstadt ebenfalls am Montag mitteilte. Statt vor einem Einzelrichter werde das Verfahren vor einer Kammer geführt.

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