Der BMW i3 beim Crashtest
Beim Pfahltest hat der BMW i3 nicht überzeugt
 

EuroNCAP-Crashtest: nur 6 der 10 Autos mit fünf Sternen

Zehn Autos wurden beim Crashtest von EuroNCAP auf Herz und Nieren geprüft. Neben sehr guten Ergebnissen konnten einige Autos nicht überzeugen.

27.11.2013 APA

Der aktuelle EuroNCAP-Crashtest umfasst zehn Fahrzeuge aus verschiedenen Klassen, dabei sind Modelle vom Kleinwagen bis zum Van geprüft worden.

Nur 6 der 10 Autos mit fünf Sternen

Sechs Autos wurden mit fünf Sternen beurteilt, die restlichen vier erreichten immerhin vier Sterne. „Es ist erfreulich, dass die meisten Fahrzeuge gute bis sehr gute Werte bei der Insassensicherheit vorweisen können. Sowohl Erwachsene als auch Kinder sind in fast allen Modellen gut geschützt“, so ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. So erhält beispielsweise der neue Mazda3 5 Sterne beim Crashtest.

Schlechtes Abschneiden bei Fußgängersicherheit

Jene vier Fahrzeuge, die mit vier Sternen bewertet wurden, haben vor allem mit Schwächen bei der Fußgängersicherheit zu kämpfen. „Trotz aller Forderungen des ÖAMTC und seiner Partner wird dieses Kriterium von einigen Herstellern offenbar nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Keines der Vier-Sterne-Autos kommt beim Fußgängerschutz über 58 Prozent hinaus“, kritisiert Lang. „Für eine Fünf-Sterne-Wertung wären mindestens 60 Prozent notwendig, ein Wert, den auch fast alle der Fünf-Sterne-Fahrzeuge nur knapp übertreffen.“ Der VW T5 erreicht bei der Fußgängersicherheit nur 32 Prozent – bei einem Zusammenstoß kann das fatale Folgen für den Passanten haben.

Schlechte Noten beim Pfahltest

Verbesserungsbedarf ortet der ÖAMTC-Experte bei einigen Modellen aber auch abseits des Fußgängerschutzes. „Bei mehreren Fahrzeugen hat der Pfahltest, der einen seitlichen Aufprall gegen einen Baum oder Laternenmasten simuliert, erhöhte Werte gebracht. Vor allem im Mazda 3 und im BMW i3 kann ein solcher Unfall zu schweren Verletzungen im Brustbereich führen“, erklärt Lang. Eine weitere Schwachstelle ist bei einigen Fahrzeugen der Heckaufprall, bei dem speziell das Genick der Fahrzeuginsassen belastet wird. „BMW i3, Nissan Note, VW T5 und Maserati Ghibli haben in diesem Kriterium nicht voll überzeugt“, so der ÖAMTC-Cheftechniker.

ÖAMTC-Grafik zu Crashtest-Ergebnissen

Kriterien wurden angepasst

Insgesamt zeigt sich Lang abseits dieser Kritikpunkte mit den Ergebnissen des aktuellen Crashtests zufrieden: „Die Kriterien wurden im Laufe der Jahre regelmäßig angepasst. Trotz ständiger Verschärfung erreichen aber sehr viele Fahrzeuge gute bis sehr gute Werte. Das ist auch eine Folge der unabhängigen Tests des ÖAMTC und seiner Partner.“

Mercedes Citan Kombi verbessert sich

Zusätzlich zu den zehn aktuellen Modellen wurde der bereits im Frühjahr 2013 getestete Mercedes CITAN Kombi einem Nachtest unterzogen. „Nach den drei Sternen im ersten Versuch wurde das Fahrzeug diesmal mit vier Sternen bewertet. Mercedes hat – wie versprochen – einige Probleme behoben“, so der Cheftechniker. Verbessert wurde unter anderem der Seitenairbag, der sich beim ursprünglichen Test nicht richtig geöffnet hat. Auch die Fahrerassistenzsysteme wurden deutlich nachgerüstet: Zum ESP gibt es nun Seatbelt-Reminder für beide Vordersitze und einen Geschwindigkeitsbegrenzer mit Audio-Warnung.

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