Nova Neureglung ab sofort jedes Jahr
Ab 1. Jänner 2015 soll die NoVA jährlich um sieben Prozent angehoben werden.
 

NoVA-Anpassung: Ab sofort jedes Jahr

Weil die jüngste Erhöhung wirkungslos war, soll die NoVA jährlich angepasst werden. Über einen entsprechender Gesetzentwurf wird im Herbst abgestimmt.

01.04.2014 Online Redaktion

Die NoVA-Umstellung zum 1. März 2014 hat zu erheblichen Problemen geführt. Aus Sicht der Käufer ist das Hauptproblem, dass viele Autos teurer wurden. Die Regierung sieht das anders. Finanzminister Michael Spindelegger verkündete heute Morgen: „Die NoVA-Erhöhung hat nur einen Bruchteil der Fahrzeuge in dem von uns kalkulierten Ausmaß getroffen.“ Man sei in Regierungskreisen vom geringen CO2-Ausstoß vieler Modelle überrascht gewesen.

Hintergrund des NoVA-Debakels

Anlass zur Neuordnung der NoVA ist eine Fehlkalkulation durch die Verkehrsexperten. Zwar wurden 73 Prozent aller Modelle, die in Österreich angebotenen werden, teurer, dieser Prozentsatz macht aber gerade mal 18 Prozent der realen Verkäufe aus. Einstiegsmotorisierung und Downsizing-Motoren verharren auf dem vorherigen Preisniveau oder werden günstiger. Kleinere Steigerungen wurden außerdem von den Importeuren ausgeglichen.

Als Faustregel für die aktuell gültige NoVA gilt, dass Autos, die weniger als 118 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, günstiger geworden sind.

Außerdem hat die NoVA, aus Sicht des Finanzministeriums, jetzt eine riesige Lücke. Der Malus wurde zur Vereinfachung abgeschafft. Stößt ein Auto viel CO2 aus, ist aber vergleichsweise günstig, wird das Auto in Summe sogar billiger. Die Chevrolet Corvette beispielsweise ist jetzt 11.600 Euro günstiger als noch vor der vermeintlichen NoVA-Erhöhung. Der Porsche Panamera S Hybrid kommt um 8.432 Euro weniger in die Garage (mehr dazu in der aktuellen Autorevue 4/2014).

Nova Neureglung ab sofort jedes Jahr

Jeep überlegt die Wiedereinführung des Jeep Commander, der bis 2010 in Graz gebaut wurde.

Jährliche Anpassung der NoVA

Spindelegger sieht die Schuld der verkorksten Neuregelung in erster Linie bei der Autoindustrie. Die Werksangaben zum Verbrauch seien realitätsfern und könnten von den Herstellern nach belieben manipuliert werden. Die Regierungen seien immer einen Schritt langsamer, da sie nur reagieren, nicht agieren könnten.

Um dieser Spirale zu entkommen, hat die österreichische Regierung einn Gesetzentwurf verabschiedet, der im Herbst zur Abstimmung kommt: eine jährliche, automatische Anpassung der NoVA. Jeweils zum 1. Januar eines Jahres wird der Einstiegssatz der NoVA um 7 Prozent angehoben. Vorsicht: 7 Prozent, nicht 7 Prozentpunkte. Der CO2-Ausstoß, bei dem ein Auto teurer wird, verschiebt sich damit automatisch jedes Jahr nach unten.

Opposition unterstützt den Antrag

Der Beschluss fiel überraschend einmütig. Keine einzige Oppositionspartei im spärlich besetzten Parlament lehnte sich gegen den Beschluss auf. Die FPÖ ist für jede neue Einnahmequelle dankbar, die sie nicht selbst beschließen müssen, um das von ihr verursachte Hypo Alpe-Adria-Debakel zu refinanzieren. Die Grünen lobten gar die Weitsicht von SPÖ und ÖVP. Von den Neos war kein Vertreter anwesend. Den größten Einfluss hatte noch das Team Stronach.

NoVA-Befreiung für Grazer-Modelle

Team Stronach hatte, abseits der üblichen parlamentarischen Diskussionen, einen Kompromiss ausgehandelt, nachdem es NoVA-Erleichterungen für Modelle gibt, in denen viele Teile Österreichischer Zulieferer verbaut sind. Welche Teile zu welcher Erleichterung führen steht noch nicht fest und soll bis Herbst konkretisiert werden.

Nova Neureglung ab sofort jedes Jahr

Der Mini Paceman wird am 1. Jänner 2015 von der NoVA verbraucht.

Der Mini Paceman, Mini Countryman, Peugeot RCZ, Mercedes SLS AMG und die G-Klasse werden ab 1. Jänner 2015 vollständig von der NoVA befreit sein, da sie bei Magna in Graz gefertigt werden (der SLS wird dort lackiert).  Angeblich denkt Jeep deswegen über eine Wiedereinführung des Jeep Commander nach, der bis 2010 ebenfalls in Graz gefertigt wurde, dann aber mangels Verkaufserfolgs eingestellt wurde.

 

–> Edit am 02. April 2014 – bei dieser Meldung handelte es sich um unseren traditionellen Aprilscherz. Wir bitten Verwirrung zu entschudligen.

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  • Oli

    Das klingt mal wieder wie ein Aprilscherz ;)

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