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Notruf 917

Der fast echte Wahnsinn – Ausfahrt in einer Replik des Porsche 917.

14.06.2011 Autorevue Magazin

Ein echter Porsche 917 dürfte ab etwa drei Millionen Euro zu haben sein. Das setzt jedoch voraus, das man jemandem findet, der auch einen verkaufen möchte. Der potentielle Verkäufer müsste beispielsweise Rachegelüstet gegenüber seinen Erben pflegen. Sehr viel billiger, deswegen noch lange nicht preiswert, wäre eine Replik. Wir fanden so eine und wagten im aktuellen Heft (Autorevue 7/2011, ab Freitag, 17. Juni 2011 im Handel) eine Ausfahrt.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Aber auch so eine Replica muss man erst einmal auf die Beine stellen. Im Falle des 917 K, mit dem wir die Ringstraße in Wien unter die Räder nahmen, dauerte es beispielsweise alleine vier Jahre, bis endlich das Chassis ausgeliefert wurde. Dann mussten noch Motor und Getriebe eines Neunelfers eingefügt werden (ein luftgekühlter 3,8-Liter-Sechszylinder mit rund 320 PS). Über die Kosten schweigt der Gentleman. Einen groben Anhaltspunkt gibt aber ein Zwilling in Gulf-Lackierung, der derzeit in Wien bei Huber & Werginz (www.hwev.at) zum Verkauf steht. Die Verhandlungsbasis beträgt 175.000 Euro.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Einen 917er betritt man im wahrsten Sinne des Wortes, man muss nämlich zuerst auf den Sitz steigen, bevor man in den engen Cockpitschlauch schlüpfen kann. Das Lenkrad befindet sich übrigens rechts, weil die meisten Rennstrecken rechtsrum gehen, den Schalthebel findet man an gewohnter Stelle. Lenkrad befestigen, die primitive Stützstange einklappen, dann fällt die fragile Kunststoffhaut in eine Art Gartentürl-Schnappschloss. In einem Punkt weicht die Replica auf jeden Fall vom Original ab: Das Finish der Verarbeitung ist perfekter, als es die Werksautos jemals waren.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Das bringt uns auch schon zum Original. Die waren lange nicht so perfekt, wie sie ihr jetziger Ruf machen will. Klar sind es Legenden, aber die Fahrer fürchteten sich anfangs vor diesem Auto. Bis der Porsche 917 so auf der Strecke stand, das er Le Mans gewinnen konnte, hatte es einiges an Feinschliff gebraucht.

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© Bild: Jürgen Skarwan


Aber es hatte sich gelohnt. Im Porsche 917 sollte Helmut Marko einen Distanzrekord aufstellen, der erst 2010 wieder fallen sollte. Hier erzählt der Pilot, wie er das Rennen damals erlebte.

Open publication – Free publishingMore 1971
Those were the days my friend. Zurück ins Jahr 1971 mit einem Archiv-Bild von Porsche:
Porsche 917 1971 Le Mans Foto: Porsche Archiv
© Bild: Porsche
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