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Nostalgie: Erinnerungen an den Maserati Boomerang

Der Maserati Boomerang von 1971 gilt heute als eines der wichtigsten Konzepte des Automobilbaus. Ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit.

16.05.2015 Online Redaktion

Das Statement sei vorweg gestellt: Der Maserati Boomerang ist eine der wichtigsten Designstudien der Automobilgeschichte. Das einzige Problem der Idee von Giorgetto Giugiaro war, das es nie eine Zeit gab in die sie hinein gepasst hätte.

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© Bild: Archiv

Designikonen aus Italien

Die Anfänge des Maserati Boomerang gehen ins Jahr 1971 zurück. Auf dem Autosalon in Turin stand ein hölzernes Modell des Fahrzeugs. Im darauffolgenden Frühjahr 1972 präsentierte Giugiaro ein fahrfertiges Konzept. Technisch basierte es auf dem Maserati Bora, doch die Idee für das eckige Design stammte vom Alfa Romeo Carabo.

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© Bild: Archiv

Den hatte Bertone 1968 entworfen und damit die so genannte „geometrische Epoche“ im Sportwagendesign eingeläutet. Fahrzeuge wie der Lamborghini Countach und der Lotus Esprit waren die fahrbaren Ergebnisse dieses Leitbildes. Giugiaro wollte mit dem Maserati Boomerang noch eines draufsetzen. Den Wagen zeichnete er ausschließlich mit dem Lineal. Keine Schnörkel, die per Hand hinzukamen, kein Zirkel der eine Rundung spendierte. Es war die Suche nach der perfekten geometrischen Form.

Versteigert um 780.000 Euro

Zwar war die Aerodynamik nie so gut, wie es die Form versprach, doch ein 4,7-Liter großer V8 glich diesen Nachteil aus. Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 290 Stundenkilometern angegeben. Der Neigungswinkel der Windschutzscheibe beträgt 13 Grad. Ein Detail, das nie eine Zulassung bekommen hätte. Die 24,5 Grad des Lotus Esprit – das absolut spitzeste, das erlaubt war – wirken dagegen beinahe senkrecht.

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© Bild: Archiv

Seinen letzten Auftritt hatte der Maserati Boomerang 2005. Bei einer Auktion wurde er für 780.000 Euro versteigert (mittlerweile schmückte ein Giugiaro-Autogramm das Heck).

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  • nasty

    …herrlich !
    Habe mir schon öfters gedacht, dass ruhig etwas mehr „Boomerang“ im Lotus stecken könnte, seit ein Esprit S2 in meiner Garage auf Restaurierung wartet.
    Vor allem hat er mindestens 2 Zylinder zu wenig :)
    Das mit der Scheibe stimmt, – sie ist flach genug und man ist froh. dass es noch Schlafaugen gibt die dir anzeigen wo das Auto aufhört, wenns eng wird.
    Seit ich den Lotus habe, beneide ich die Countach-Fahrer nicht wirklich ( noch niedriger und deutlich breiter ) weil man diese flachen Dinger schon sehr konzentriert fahren muss.

  • stq66

    Hat mich immer fasziniert, dieses Auto seitdem ich eine Matchboxversion von ihm (und natürlich dem Carabo) besaß. Auch wenn ich früher immer geglaubt hatte, dass die ganzen steilen Matchboxautos Hirngespinste des Herstellers sind und es kein reales Vorbild davon gibt. (Sogar beim Urraco hab ich das gedacht).

    BTW: was hat es mit dem Winkel der Frontscheibe und einer Zulassung auf sich? Weshalb gibt es da einen Mindestwert? Verzerrung des Sichtfeldes für den Fahrer? Fußgänger bzw. Sicherheit eines Unfallgegners kann es ja damals noch nicht gewesen sein.

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