Norwegen: Doch kein Verkaufsstopp für Benzin- und Dieselautos

Norwegisches Verkehrsministerium weist Medienberichte zurück, denen zufolge das Land Benzin- und Dieselautos ab 2025 verbieten will – „lieber Zuckerbrot statt Peitsche“

17.08.2016 APA

Gestern ging eine Meldung durch die Medien, derzufolge Norwegen ab 2025 einen Zulassungsstopp für Autos mit Verbrennungsmotor plant. Ähnliches wurde bereits Anfang des Jahres berichtet. Nun meldete sich das norwegische Verkehrsministerium zu Wort und wies die Berichte zurück: „Norwegen hat nicht vor, den Verkauf von Benzin- und Dieselautos ab 2025 zu verbieten“, stellte ein Sprecher klar.

Zuckerbrot statt Peitsche

Die Regierung wolle vielmehr zum Kauf von umweltfreundlichen Fahrzeugen ermutigen und setze daher lieber auf Zuckerbrot als auf Peitsche. Die rasche Entwicklung neuer Technologien und Treibstoffe sorge ohnehin dafür, dass Autos mit Verbrennungsmotoren langfristig ersetzt würden. Ein Zulassungsstopp sei dazu nicht nötig.

Ambitionierte Ziele

Norwegen hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß von Neuwagen an klimaschädlichem Kohlendioxid 2020 im Schnitt auf 85 Gramm je Kilometer zu begrenzen. Bis zum Jahr 2050 streben die Nordeuropäer an, eine Gesellschaft mit besonders niedrigem CO2-Ausstoß zu werden.

Falsche Nachrichtenmeldung

Die Nachrichtenagentur dpa hatte berichtet, in Norwegen solle in weniger als zehn Jahren ein Zulassungsstopp für Autos mit Verbrennungsmotor gelten. Ab 2025 dürften keine neuen Benzin- und Dieselfahrzeuge mehr auf die Straßen kommen, sie sollten durch E-Mobile und andere alternative Antriebe ersetzt werden. Auch andere Verkehrsträger sollten umgekrempelt werden: So sollten nach 2030 alle neuen Schiffe und Fähren abgasfrei sein, im Flug- und im Schwerlastverkehr solle mehr Biotreibstoff eingesetzt werden.

Verkehrsclub Österreich bezeichnete „falschen Plan“ als vorbildhaft

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hatte die vermeintlichen Pläne bereits als vorbildhaft für Österreich und die EU bezeichnet, während die deutsche Automobilindustrie gegen die angeblichen Ziele zum Aus für Verbrennungsmotoren in Kraftfahrzeugen schon Sturm gelaufen war.

Massive Elektroauto-Förderungen in Norwegen

Norwegen ist schon jetzt Vorreiter bei alternativen Antrieben. Das Land, das neben Großbritannien zu den größten Erdölförderländern in Westeuropa zählt, subventioniert den Kauf von Elektroautos massiv. In Norwegen sind deshalb schon deutlich mehr batteriebetriebene Wagen unterwegs als im Autoland Deutschland.

Nationaler Transportplan zum Umbau des Verkehrssystems

Die norwegische Regierung will dem Parlament im nächsten Frühjahr einen Nationalen Transportplan für den Zeitraum 2018 bis 2029 präsentieren, in dem der Schritte zur Senkung des CO2-Ausstoßes und zum Umbau des Verkehrssystems festgeschrieben werden sollen.

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