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Norwegen: Förderprogramm für Elektroautos ist ausgelaufen

Dank massiver staatliche Förderungen boomte in Norwegen die Elektromobilität. Doch das Maßnahmenpaket ist ausgelaufen.

21.04.2015 Online Redaktion

Elektrofahrzeuge haben in Norwegen einen Marktanteil von 23 Prozent. Im März war das Tesla Model S sogar das meistverkaufte Auto. Platz zwei und drei gingen ebenfalls an Elektroautos (VW E-Golf und Nissan Leaf). Doch der Boom könnte ein jähes Ende nehmen, denn das Förderprogramm läuft aus.

Norwegen und die E-Auto-Förderung

Seit dem Jahr 2009 hat Norwegen eine Vielzahl an Maßnahmen beschlossen, die den Kauf von Elektroautos attraktiv gemacht hat. So entfallen Mehrwert- und Motorsteuer sowie Zulassungs-, Import- und Zollabgaben, was viele Elektrovarianten günstiger machte, als das jeweilige Basismodell mit Benzin- oder Diesel-Motor.

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Um der neuen Mobilität gerecht zu werden, wurden im ganzen Land Ladestationen errichtet. Den Strom gab es gratis. Weil Norwegen gebenedeit ist mit Windkraft, kostet der Strom dort so wenig, dass die Verwaltung und Abrechnung der Säulen teurer gewesen wäre, als den Strom einfach herzuschenken.

Durch die Windkraft ist sogar der tatsächliche CO2-Ausstoß der Elektroautos in Norwegen sehr gering. Der Nissan Leaf kommt in Norwegen auf einen Gramm. In Deutschland sind es, wegen des Stroms aus Kohlekraftwerken, 97 Gramm. In Österreich ist die Bilanz dank Wasserkraft etwas besser.

Außerdem dürfen in Norwegen Elektroautos die Busspur verwenden. Das führte allerdings schnell zu erheblichen Verkehrsproblemen. Da vor allem in Oslo sehr viele Elektrofahrzeuge unterwegs sind, sind dort zu Stoßzeiten oft die Busspuren verstopft.

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Das mögliche Ende des Elektroauto-Booms

Die direkte finanzielle Förderung durch Steuererleichterungen hatte zwei Ablaufdaten – entweder 2017, oder sobald 50.000 Elektroautos angemeldet wurden. Letzteres wurde gestern erreicht. Die Regierung will jetzt darüber nachdenken, was weiter geschehen soll. So steht die Mehrwertsteuer-Befreiung ganz oben auf der Abschussliste.

Das dürfte dem Elektroauto-Absatz einen herben Dämpfer verpassen, was den Autoherstellern nicht passt. BMW beispielsweise hat in Norwegen (5,1 Millionen Einwohner) 2040 seiner i3 verkauft – in Deutschland (80 Millionen Einwohner) waren es gerade einmal 200 mehr. Vom VW E-Golf fahren in Norwegen 2018 Stück durch die Straßen. In Deutschland nur 601 Stück.

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