Nissan Juke Nismo
Nissan will die Marke Nismo jetzt auch in Europa bekannt machen.
 

Nismo goes Europe

Nissan bringt und uns Nismo und schickt den Juke vor.

05.02.2013 radical mag

Nismo ist ein Begriff, den vielen Europäern nicht viel sagt. Der Begriff setzt sich aus den Worten NISsan und MOtorsport zusammen. Damit ist das wichtigste gesagt. Mit der Motorsportlinie, die in Japan seit Jahrzehnten bestens etabliert ist, will Nissan nun auch in Europa punkten. Den Anfang macht der Juke, der 370Z in der Nismo-Auführung ist als nächstes an der Reihe.

Doch schon der Nissan Juke Nismo macht klar, wie wichtig die Motorsport-Gene sind. Befeuert wird der Nismo-Crossover vom bekannten 1600er-Turbomotor, der in diesem Auto genau 200 PS leistet. Und ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter stemmt. Das ist schon mal keine üble Ansage. Doch, so neu ist das ja nicht. Schließlich gibt es den Standard-Juke, wenn dieser Ausdruck an dieser Stelle gestattet sei, auch mit 190 PS und 240 Nm. Wieso sollte man sich also die Nismo-Version zulegen?

Nissan Juke Nismo

Erstens: Leistung kann man nie genug haben, also her mit den 200 PS. Zweitens: die Fahrwerksabstimmung ist – obwohl deutlich straffer – viel harmonischer als beim Normalo-Juke. Und Drittens: Getriebe und Schalthebelführung sind um Welten besser als bisher. Da hat jemand die Hausaufgaben gemacht.

Alles perfekt also? Naja, perfekt ist es ja eigentlich nie. Dazu wäre ein Sperrdifferenzial an der Vorderachse nötig. Denn für die Vorderräder sind die 200 PS und 250 Newtonmeter einfach zu viel. Oder, man müsste den Juke Nismo mit Allrad bekommen. Den gibt es tatsächlich, doch leider nur in Verbindung mit einer stufenlosen Automatik. Der Schrecken aller Sportfahrer, das Kürzel CVT, bleibt also auch beim Juke Nismo 4×4 an Bord.

Fahren konnten wir leider nur die Version mit Frontantrieb. Wobei leider das falsche Wort ist, denn wir hatten im Umland von Barcelona tatsächlich viel Spaß mit dem Japaner.

Nissan Juke Nismo

Die erstaunlich neutrale Fahrwerksauslegung hat uns ebenso überrascht wie die deutlich verbesserte Lenkung und vor allem die souveräne, gleichmäßig spritzige Leistungsentfaltung des kleinen Turbomotors. Wie gesagt, in engen Kurven schreien die vorderen Pneus um Hilfe, der Nissan Juke schiebt, drückt und ächzt ums Eck dass der Pilot das Gefühl hat, die Black Pearl tauche gleich aus den Untiefen des Ozeans auf. Aber es funktioniert. Das ESP bremst den Fahrer angenehm spät, aber mit forscher Hand wieder ein.

Fahrdynamisch ist bis auf den Traktionsverlust also alles okay. Und da sind die Japaner bereits dran, etwas dagegen zu tun. Bei den Testfahrten konnten wir auch zwei Prototypen bewegen, welche die nächste Generation des Juke bilden sollen. Und die haben ein teilweise gesperrtes Vorderachsdifferenzial drin.

Kommen wir zum Innenleben und da können wir nicht mehr ganz so Frohlocken. Zwar sind die neuen Sportsitze ein Gedicht, sie sind aber auch ein wenig schweißtreibend. Die Alcantara-Stühle (und Rückbank) sowie die Alcantara-Einsätze beim Lenkrad wirken recht edel. Allerdings korrespondieren sie nicht wirklich mit der restlichen Hartplastik-Landschaft. Ein rotes Zifferblatt beim Tourenzähler macht halt noch kein Sportwagen-Interieur. Ansonsten hat sich im Innern nicht viel verändert, verschiedene Kennfelder für die Motorsteuerung, Fenster so groß wie Schieß-Scharten und eine genügende Zahl an Ablagen. Juke halt.

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com

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