Mercedes-Benz SLS AMG Roadster Exterieur Dynamaisch Front Seite
Für 239.900 Euro kann man die Nachbarskinder zu Salzsäulen erstarren lassen.
 

Nieder die Türen

Mercedes und AMG präsentieren den neuen SLS Roadster.

01.10.2011 Online Redaktion

Wir sind hiermit so frei und sagen: der Roadster ist die bessere Legende. Dafür einen kurzen Ausflug zum SLS Coupé. Das war eine riesige Überraschung. Nicht das wir AMG kein gutes Auto zugetraut hätten. Das sehr wohl. Aber das sie es geschafft haben, die Legende des 300 SL nicht zu verhunzen war ein Geniestreich.

Jetzt also der Roadster. War klar, dass der kommt. Dem Flügeltürer 300 SL stellte man ja auch einen Roadster hinten nach. Aber erste Skepsis ist gestattet. Denn was bleibt vom Coupé, wenn man die Flügeltüren subtrahiert? Die bessere Legende, sagen wir. Denn ganz ehrlich: die Flügeltüren sind ein Hingucker, ganz klar. Aber davon hat man nichts, wenn man erst einmal drinnen sitzt. Ein offener SLS bietet da eine viel größere emotionale Spielwiese.

Mercedes-Benz SLS AMG Roadster Exterieur Statisch Seite Heck

Der Sound geht dir direkter durchs Gehirn. Du hörst ihn nicht nur, du spürst ihn. Von der Technik mal ganz abgesehen. Mercedes hat es geschafft, alle üblichen Nachteile eines Roadsters (langsamer, schwerer, weniger Verwindungssteif) mal eben zu pulverisieren.

Und das geht so: Die Instrumententafel stützt sich auf zusätzlichen Streben am Rahmen der Windschutzscheibe und auf dem Mitteltunnel ab, zwischen Tank und Verdeck hat AMG eine Domstrebe eingezogen, und auch das Überrollschutzsystem wird von einem weiteren versteifenden Querträger aufgenommen. Soviel zur Steifgigkeit.

Mercedes-Benz SLS AMG Roadster Interieur

An dieser Stelle sei angemerkt, das die Gewichtszunahme durch diese Maßnahmen zwei Kilogramm betragen. In Summe wiegt der SLS Roadster vierzig Kilogramm mehr. Wir bezweifeln hiermit, dass das bei einem Gesamtgewicht von 1660 Kilogramm irgendwem auffällt. Wenn doch: Tank nur zur Hälfte füllen.

Jetzt zu den Leistungsdaten. Die bleiben gleich! Null auf hundert in 3,8 Sekunden. Wie beim Coupé. Höchstgeschwindigkeit: 317 km/h (elektronisch begrenzt). Wie beim Coupé. Nordschleife: sieben Minuten, vierzig Sekunden. Wie das Coupé. Dazu sei angemerkt, dass die Runde auch schneller zu schaffen ist, Mercedes aber Wert drauf legte, dass gute Fahrer die Zeit wiederholen können.

Mercedes-Benz SLS AMG Roadster Exterieur Statisch Oben

Auch beim Motor gibt es eine gute Nachricht: der 5,0-Liter Biturbo, der gerüchtehalber durch die Szene geisterte, ist zumindest für diese Generation kein Thema. Es bleibt beim 6,2-Liter V8-Sauger mit 571 PS und den Fanfaren der Apokalypse am Heck. Was jetzt kommt, kennen Sie schon vom Coupé: Dank Trockensumpfschmierung ließ sich der Schwerpunkt niedrig halten. Der Motor liegt hinter der Vorderachse und schickt die Leistung über eine Antriebswelle aus Carbonfaser an die Hinterachse, wo das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sitzt (Stichwort: Transaxle-Bauweise).

Sonst noch was? Ach ja: Im Schnitt 13,2 Liter pro hundert Kilometer. Wer diesen erreicht wird sofort heilig gesprochen. Kostenpunkt: 239.900 Euro. Auf der Aufpreisliste findet sich unter anderem Keramikbremsen für 13.941 Euro und das AMG Performance Media System für 4.141 Euro. Das zeigt einem Dinge an wie Querbeschleunigung und Brems- oder Gaspedalstellung, zeichnet Runden auf der Rennstrecke auf und analysiert die Schwachstellen. Wer noch Geld übrig hat greift zum adaptiven Sportfahrwerk um  2.833 Euro oder (unser Preisfavorit) zur AMG-Lackierung Alubeam-Silber für schlanke 15.242 Euro.

Mehr gibt es übrigens im kommenden Premiumheft (ab 7. Oktober am Kiosk).

Mercedes-Benz SLS AMG Roadster Exterieur Statisch Seite Heck

Bewegte Bilder gab es schon, jetzt gibt es bewegte. Ein Trailer zum neuen Mercedes-Benz SLS AMG Roadster:

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