US-Verkehrsaufsicht prüft tödlichen Unfall mit Tesla Model S

Nach dem ersten tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Tesla Model S überprüft die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde nun, ob der Autopilot zum Zeitpunkt des Crashes korrekt funktionierte.

01.07.2016 Online Redaktion

Erstmals kam in den USA ein Mensch bei einem Unfall mit einem computergesteuerten Fahrzeug ums Leben. Der Mann hatte den Autopiloten in seinem Tesla Model S aktiviert, als sich der tödliche Crash ereignete. Wie der Autobauer angibt, habe das System einen Lastwagen-Anhänger nicht erkannt, der die Fahrbahn kreuzte. Die amerikanische Verkehrsaufsichtsbehörde NHTSA prüft nun, ob der Autopilot zum Zeitpunkt des Unfalls korrekt funktionierte.

Tesla reagiert mit Blogeintrag

In einem online veröffentlichten Statement bringt das Tesla-Team sein Bedauern über den tödlichen Unfall zum Ausdruck, beeilt sich aber zu betonen, dass noch nicht geklärt ist, ob bzw. inwiefern der Autopilot versagt hat. „Das ist der erste Todesfall in über 130 Meilen, in denen der Autopilot aktiviert war“, schrieb Tesla in einem Blogeintrag. „Bei allen Fahrzeugen in den USA gibt es im Schnitt einen Todesfall alle 94 Millionen Meilen, weltweit ist es etwa ein Todesfall alle 60 Millionen Meilen. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei der NHTSA-Untersuchung lediglich um eine Voruntersuchung handelt, bei der geklärt werden soll, ob das System erwartungsgemäß funktioniert hat.“ Den Richtlinien entsprechend habe der Autobauer die NHTSA unmittelbar nach dem Unfall informiert.

Verkettung unglücklicher Umstände

Eine Verkettung unglücklicher Umstände habe dazu geführt, dass der Crash für den Fahrer tödlich endete. „Weder der Autopilot noch der Fahrer haben die weiße Seite des Anhängers vor einem hell erleuchteten Himmel bemerkt, also wurde die Bremse nicht betätigt“, schildert Tesla den Unfallhergang. „Die große Bodenfreiheit des Anhängers in Kombination mit seiner ungewöhnlichen Positionierung quer über der Straße und den extrem seltenen Umständen des Aufpralls hat dazu geführt, dass das Model S unter den Anhänger geriet, und die Unterkante des Anhängers die Windschutzscheibe des Model S traf. Wäre das Model S von vorne oder hinten auf den Anhänger geprallt, hätte sein fortschrittliches Kollisions-Sicherheitssystem vermutlich auch bei hoher Geschwindigkeit schwere Verletzungen vermeiden können, wie es das bei zahlreichen ähnlichen Vorfällen bereits getan hat.“

Tesla verweist auf Eigenverantwortung des Fahrers

In seinem Blogeintrag weist Tesla außerdem darauf hin, dass der Fahrer beim Aktivieren des Autopilots darauf hingewiesen wird, seine Hände stets am Lenkrad zu lassen und allzeit bereit zu sein, die Kontrolle über das Fahrzeug wieder selbst zu übernehmen. Die Technologie sei noch nicht ausgereift genug, um ein Auto ohne menschlichen „Beisitzer“ durch den Verkehr pilotieren zu können. „Der Autopilot wird immer besser, aber ist noch nicht perfekt. Der Fahrer muss immer noch selbst aufmerksam bleiben“, so der Elektroauto-Pionier. Dass sich viele Tesla-Besitzer nicht an diese Empfehlungen halten, beweisen zahlreiche YouTube-Videos.

25.000 Model S werden geprüft

Je mehr Meilen der Autopilot auf öffentlichen Straßen zurücklege, desto besser werde die Software, so Tesla weiter. Mit der Zeit soll das System so „lernen“, auch in außergewöhnlichen Situationen richtig zu reagieren. Die vorläufige Untersuchung der NHTSA betrifft etwa 25.000 Model S des Modelljahres 2015. Trotz aller Beschwichtigungsversuche gab die Aktie des Autobauers nachbörslich um fast drei Prozent nach.

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  • Marcus

    Gut: Dieser Fahrer kann seine Sicht der Dinge nicht mehr darstellen!
    Wer weiß: Vielleicht wird auch Teslas „Autopilot“ eines Tages relativ sicher sein? Ich traue mich nicht, das heute auszuschließen…

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