EU-Kennzeichen in Frankreich
Die Neuzulassungen im Dezember 2013 sind in Österreich um 13,1% gestiegen.
 

Europas Krisenjahr mit positivem Ausklang

Im Dezember 2013 sind 13,3 Prozent mehr Neuzulassungen durchgeführt worden als im Dezember 2012. In Österreich beträgt das Dezemberplus 13,1 Prozent.

16.01.2014 APA

Die europäische Automobilbranche hat ein schweres Jahr hinter sich, rückläufige Absatzzahlen, hohe Arbeitslosigkeit und die damit verbundene sinkende Kaufkraft. In Österreich sehen sich die Autofahrer künftig auch noch mit höheren Steuern konfrontiert. Da kommen die Zahlen für die Neuzulassungen im Dezember 2013 zum richtigen Zeitpunkt.

Der Dezember als Lichtblick

Im letzten Monat des abgelaufenen Jahres seien die Neuzulassungen im Vergleich zum Dezember 2012 um 13,3 Prozent nach oben gesprungen, teilte der Branchenverband Acea am Donnerstag mit – der größte monatliche Anstieg seit Dezember 2009. In Österreich betrug das Dezemberplus 13,1 Prozent.

EU mit Minus

Die EU-weit verkauften 906.294 Fahrzeuge waren allerdings der drittniedrigste Wert in einem Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2003. Das Gesamtjahr endete enttäuschend: Die Neuzulassungen sanken um 1,7 Prozent auf knapp 11,85 Millionen Fahrzeuge.

Großbritannien vor Spanien und Frankreich

Der Zuwachs im Dezember ging in erster Linie auf das Konto von Großbritannien (+23,8 Prozent) und Spanien (+18,2 Prozent), während die Nachfrage in Frankreich (+9,4 Prozent), Deutschland (+5,4 Prozent) und Italien (+1,4 Prozent) nur unterdurchschnittlich anzog. Im Gesamtjahr fällt die Bilanz ähnlich aus. Großbritannien (+10,8 Prozent) und Spanien (+3,3 Prozent) konnten zulegen, wohingegen die Märkte in Deutschland (-4,2 Prozent), Frankreich (-5,7 Prozent) und Italien (-7,1 Prozent) rückläufig waren.

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Plus 13,1% in Österreich

In Österreich sind im Dezember 20.831 Autos neu zugelassen worden, um 13,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr 2013 waren es 319.035 Fahrzeuge. Das ist ein Rückgang von 5,1 Prozent. Die Acea-Zahlen zu Österreich decken sich mit jenen, die die Statistik Austria am Mittwoch bekannt gegeben hatte.

Daimler im Plus, Volkswagen und BMW im Minus

Unter den großen deutschen Autobauern konnte Volkswagen rote Zahlen im Gesamtjahr (-0,6 Prozent) trotz eines Anstiegs der Neuzulassungen um 22,4 Prozent im Dezember nicht ganz vermeiden. Daimler hingegen verteidigte ein Jahresplus von 4,0 Prozent trotz eines Rückgangs im Dezember (-1,7 Prozent). BMW lag sowohl auf Monats- (-6,2 Prozent) als auch auf Jahressicht (-0,8 Prozent) unter den jeweiligen Vorjahreswerten.

Weltweiter Rückgang

Außerhalb Europas sah es für viele Autobauer nicht unbedingt besser aus. Weltweit fiel die Jahresbilanz laut dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) in einer ganzen Reihe von Absatzmärkten ebenfalls negativ aus: In Russland (-5,5 Prozent), Japan (-0,2 Prozent), Brasilien (-1,5 Prozent) und Indien (-7,5 Prozent) waren die Verkäufe 2013 unter Druck.

USA und China bleiben Wachstumsmärkte

Anders sah es in den USA und in China aus. Das Wachstum in der Volksrepublik ist weiter ungebremst. Auf dem weltgrößten Automarkt schossen die Neuzulassungen um 23,1 Prozent nach oben (Dezember: +32,5 Prozent). Auch die USA, der zweitgrößte Absatzmarkt, ist weiter im Vorwärtsgang. Denn angesichts einer gesunkenen Arbeitslosigkeit und verbesserten wirtschaftlichen Aussichten sitzt das Geld bei vielen US-Amerikanern wieder lockerer. 2013 wurden dort 7,5 Prozent mehr Autos zugelassen. Und auch wenn das Wachstum im Dezember (+0,0 Prozent) zum Erliegen kam – die Aussichten für 2014 sind laut Experten rosig.

USA gelangt zur alten Stärke

In diesem Jahr rechnen die Marktforscher von J.D. Power mit 16,2 Millionen verkauften Autos und die Kollegen von Edmunds.com sogar mit 16,4 Millionen. Damit würden in den USA schon beinahe wieder so viele Autos abgesetzt wie vor dem verheerenden Einbruch in der Wirtschaftskrise 2009/2010.

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