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Renault Talisman – der neue Glücksbringer?

Im Allgemeinen soll ein Talisman Glück bringen. Aberglaube hat bei Renault natürlich keinen Platz und das Glück will hart erarbeitet sein.

06.07.2015 Press Inform

Mit dem Renault Talisman soll es endlich gelingen in der Mittelklasse anzukommen. Ob nun Laguna oder Latitude, bisher wollte es bei den Franzosen einfach nicht klappen. Der Talisman wird auf der IAA stehen und soll ab Jänner 2016 Geld in die Kassen spülen.

Der erste Blick auf den Renault Talisman

Der Kühlergrill trägt zwar einen sehr großen Renault-Rhombus, ist aber deutlich markanter als beim Clio oder dem Captur. Zusammen mit der kantigen Motorhaube und den LED-Scheinwerfern bekommt der Franzose so einen forschen, selbstbewussten Auftritt. Auffallend sind die sichelförmigen Verlängerungen des Tagfahrlichts. Die sehr breiten und schmalen Rückleuchten sorgen für einen angemessenen Abschluss des Gefährts. Die abfallende Dachlinie lässt uns an ein Coupé denken und unterstreicht optisch den sportlichen Charakter des Fahrzeugs. Der Talisman macht nicht auf Understatement, sondern ist ein Auto, das ganz bewusst Präsenz zeigt. Nur so sehen die Franzosen eine Chance gegen Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse. Schließlich ist das Unterfangen schwer genug, dem deutschen Trio den Verkaufsrang streitig zu machen. Doch schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Talisman deutlich mehr Chancen als das glücklose Duo Laguna und Latitude hat.

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© Bild: Werk

Ablagen und Kofferraum machen Lust auf Reisen

Mit einer Länge von 4,85 Metern übertrifft der Talisman den Audi A4 um zwölf Zentimeter. Damit es sich in dem neuen Renault-Flaggschiff reisen lässt, sorgt der Radstand von immerhin 2,81 Metern. Da lassen sich im Fond die Croissants und der Café au lait angemessen genießen. Der Kofferraum fasst 608 Liter (Audi A6 Limousine 530 Liter) und lässt daher, was die Beladung angeht, wenig Wünsche offen. Vier Golftaschen passen hinein, ergänzt wird das Gepäckabteil noch durch mehrere teils klimatisierte Ablagen im Innenraum, die sich zu 25 Litern summieren.

Technik wie im Luxussegment

Doch gutes Aussehen alleine reicht natürlich nicht aus, deswegen packen die Renault-Ingenieure einiges an Technik in den Talisman. Sobald sich der Fahrer dem Talisman nähert, beleuchten kleine Lampen in den Türen den Boden vor den Türen. Drinnen sorgen eine individuell regelbare Innenraumbeleuchtung und zehnfach verstellbare Vordersitze mit Massagefunktion für angenehmes Ambiente. Damit bietet der Talisman den Luxus, den es braucht, um in dem hart umkämpften Segment erfolgreich zu sein. Ein Head-Up-Display gibt es auch, allerdings benützen die Franzosen die abgespeckte Variante mit einer hochklappbaren Scheibe, anstatt die Anzeigen direkt an die Windschutzscheibe zu projizieren, wie es beim BMW 5er und Audi A6 der Fall ist. Den Rest der Infos bekommt der Fahrer über das Info-Display, das bis zu 8,7-Zoll groß ist.

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© Bild: Werk

Motorisierung des Renault Talisman

Beim Talisman kann der Käufer aus fünf Turbotriebwerken – drei Diesel und zwei Benzinern – wählen. Bei den Benziner-Motoren hat man die Wahl zwischen dem Aggregat mit 110 kW/150 PS und 147 kW/200 PS. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sollte mit seiner größeren Gangspreizung die Ottomotoren gut ergänzen. Die Selbstzünder kann man mit der Sechsgang-Handschaltung oder dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe kombinieren. Der Basis-1.5-Liter-Diesel mit 81 kW /110 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 Liter pro 100 Kilometern dürfte vor allem für Flottenkunden interessant sein. Kräftiger auf der Brust sind die beiden 1.6-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS beziehungsweise 118 kW / 160 PS, wobei der Top-Selbstzünder nur mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich ist.

Investitionen von 420 Millionen Euro

Das große Plus, mit dem die Franzosen punkten wollen, nennt sich Multi-Sense. Kern des Systems ist das adaptive Fahrwerk mit den bekannten Einflussmöglichkeiten auf Gaspedal, Schaltung. Lenkung und natürlich Dämpfer. Darüber hinaus sind noch die Farbe der Innenraumbeleuchtung, die Farbe und Grafik der Instrumente, der Motorklang im Innenraum, die Leistung der Klimaautomatik und die Massagefunktion der Sitze variierbar. Ergänzt wird die Spielwiese für die Insassen durch zeitgemäße kamera- und radarbasierte Assistenzsysteme, wie zum Beispiel einen Toten-Winkel-Warner, einen adaptiven Tempomaten, eine Verkehrszeichenerkennung und einen Fernlicht-Assistenten. Das alles klingt gut und mit der ansprechenden Optik könnte der Talisman seinem Namen alle Ehre machen. Damit die französische Mittelklassen-Limousine auch ein Erfolg wird, muss sich aber die Verarbeitungsqualität steigern, die bei Renault nicht immer Maßstäbe setzte. Damit sich das ändert, haben die Franzosen 420 Millionen Euro in die Hand genommen und in das Werk in Douai, das im Norden Frankreichs liegt und wo auch der Espace produziert wird, investiert.

  • Der Schwedenkönig

    Autofrankreich war einmal schon origineller

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