Aston Martin Cygnet Front Exterieur Statisch
Soll 2011 kommen: der Cygnet.
 

Neues von der Insel

Schön, wenn es um Konzepte nicht ruhig wird.

11.08.2010 Online Redaktion

Die Idee hinter dem Cygnet ist, Aston Martin Kunden eine Art urbanes Outfit zu verpassen. Oder, um es in den Worten von Marek Reichmann, Aston Martins Director of Design, zu sagen: „Sometimes people wear street fashion to blend in, sometimes they wear a suit to be corporate. But when you go in the city, you want to wear something cool.“ So sprach Reichmann auf dem Autosalon in Genf dieses Jahr, als der Cygnet, der auf dem Toyota iQ basierende Aston Martin, vorgestellt wurde.

Hinter diesem Satz verbirgt sich zum einen eine wichtige Erkenntnis: ein Aston Martin ist halt doch kein Alltagsauto für jede Gelegenheit.  Und zum anderen eine, die Autowelt erschütternde, Ankündigung: Aston Martin wird einen Kleinwagen offerieren. Was heißt klein? Einen Winzling. Man nahm Toyota eine Charge iQ ab, bürstete die Optik in Richtung Aston Martin, verfeinerte Motor und Fahrwerk und präsentierte das Ergebnis auf der Messe.

Der Innenraum erfüllt alle Anforderungen, die Aston Martin Kunden an die Marke haben. Leder, Holz, neues Navigationssystem… so geringfügig die Änderungen auf den ersten Blick scheinen, so umfangreich sind sie, wenn man ins Detail geht. Nichts gegen Toyota, die Verarbeitung ist, Skandal hin oder her, top. Aber ein handgefertigter Aston vermittelt eben doch noch einmal eine ganz andere Qualität. Und das tut der Cygnet.

Seinen ersten Praxistest hatte der Zwerg übrigens beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu bestehen. Hier diente er als Shuttle, um Dr. Ulrich Bez, seines Zeichens Aston Martin Chef und am Nürburgring als Fahrer aktiv, zwischen den Stints ins Hotel zu shutteln. Außerdem hatte der Cygnet einen Einsatz als Notfallwagen. Als einer der Renner wegen eines kleinen Defekts stehen blieb, flitzen die Mechaniker im gepimpten iQ zu ihm.

Jüngst rückte Aston Martin mit den ersten harten Fakten raus: das Auto könnte, wenn alles gut läuft, bereits 2011 die Straßen entern. Wenn alles gut läuft zum Preis von etwa 30.000 Euro. Diese Summe geisterte bereits in Genf durch die Hallen. Wer bereits einen Aston Martin besitzt kommt auf einen VIP-Liste und wird im Falle einer Bestellung bevorzugt behandelt. Wer (noch) keinen hat, muss sich auf die Normalo-Warteliste setzen lassen, bekommt aber auch einen.

Was die Zukunft für dieses Auto noch bringt ist offen. In Genf hieß es, der Zwerg eigne sich bestens für Elektroantrieb. Aber irgendwie tun das alle Autos wenn man mit dem Marketing des Herstellers spricht.

Dann war da ja noch der Lagonda. Das SUV-Konzept rollte bereits 2009 in Genf vor. Ein massiger Allradler mit dem 517 PS starken V12 aus dem Firmenregal. Wohl gemerkt: Lagonda. Also die Marke, die nach dem zweiten Weltkrieg in Aston Martin aufging. Jetzt will man diesen Schritt rückgängig machen. Derzeit sucht Aston Martin einen Investor, der eine Finanzspritze für die Wiederbelebung der Marke (eigene Produktionsstraße, erweitertes Marketing…) geben soll. Das SUV soll nicht als Aston Martin, sondern als Lagonda vermarktet werden.

Hier gibt sich Aston noch etwas vorsichtiger. Man kann davon ausgehen, dass die Finanzkrise die Suche nach einem Partner nicht gerade beschleunigt hat. Außerdem will man sämtliche Kompetenzen im Haus behalten, sich also bei der Produktion und Vermarktung nicht reinreden lassen. Auch das dürfte die Suche nicht gerade vereinfachen. Vor 2015 – und selbst das ist noch optimistisch – dürfte der Lagonda wohl nicht in die Verkaufsräume brausen.

Mehr zum Thema
  • Jono Constantini

    Dem kann ich nur beipflichten. Ich dachte, der Cygnet wäre als Betthupferl gedacht für bestehende Aston-Kunden. Wenn jetzt jeder sowas bekommt, dann steht der in ein paar Jahren auch vor zwielichtigen Dorfdiskotheken – nein, danke!
    Der Lagonda ist sicher interessant, aber A.M. sollte sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: scharfe Sportflundern bauen. Wenn dann noch Kapazitäten bleiben für einen Cayenne-Panierer, meinetwegen.

  • dschungeltier

    wenn ich an den letzten lagonda denke, halte ich die entwickung eines SUV für eine geschmacklose niederlage.
    cygnet+lagonda=schmarrn

pixel