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Auf Schiene: Unterwegs im neuen Opel Astra

Der Astra ist eines der wichtigsten Opel-Modelle, daher sind die Neuerungen umfassend: Massive Diät, außen kleiner, innen größer, neue Motoren und – erstmals in der Kompakt-Klasse – Matrix-Scheinwerfer.

06.05.2015 Press Inform (Journalistenteam)

Opel hat mit den letzten Modellen ein glückliches Händchen bewiesen. Nach Mokka, Adam, Karl und Corsa soll jetzt der Astra den Aufwärtstrend fortsetzen, der immerhin einer von Opels Kassenschlagern ist. Und mittlerweile auch einer Überarbeitung verträgt. Der aktuelle Astra kann sich zwar sehen lassen, ist aber im Vergleich zur Konkurrenz zu schwer, hat kaum moderne Motoren (vor allem nicht bei den beliebten Einsteiger-Benzinern) und bietet trotz überschwänglicher Außenabmessungen wenig Platz im Innenraum. Das ändert sich ab Herbst.

Auftritt Astra K

Außen kleiner, innen größer lautet die Leitlinie. In Zahlen übersetzt heißt das: Mit einer Länge von 4,37 Metern ist der neue Astra 5 Zentimeter kürzer, der Radstand wurde um 2,3 Zentimeter verkürzt und Überhänge deutlich kleiner. Zusammen mit der Batterie, die sich jetzt hinter dem Tank befindet, sorgt das für eine bessere Gewichtsverteilung und dynamischeres Vorankommen.

Damit es flott vorangeht, musste außerdem das Gewicht runter: Der Astra basiert auf der neuen D2-Architektur von GM, das dazugehörige Chassis ist um 50 Kilogramm leichter und noch dazu verwindungssteifer als das des Vorgängers. Je nach Modellvariante wird der Astra zwischen 120 Kilogramm und 200 Kilogramm leichter, er wird damit wohl auf Augenhöhe mit Peugeot 308 und VW Golf stehen.

Auch beim Antrieb geht etwas weiter: Beim Kompakt-Opel kommt nur noch die neueste Motorengeneration zum Einsatz. Die PS-Spannweite reicht zunächst von 95 PS beim 1.0-Liter-Dreizylinder-Benziner bis hin zu einem 200-PS-Ottmotor. Dass ein OPC-Sportler später nachgereicht wird, dürfte keine Überraschung mehr sein. Die Diesel-Aggregate haben einen Hubraum von 1.6 Litern, zum Verkaufsstart steht nur eine 136 PS-Variante zur Auswahl, es folgen noch eine Top- (170 PS) und eine Einstiegsversion (95 PS).

Erste Fahrt im neuen Astra

Bei den ersten Prototypen-Testfahrten machte sich die radikale Überarbeitung gut. Der von uns gefahrene Vierzylinder-Turbo-Motor mit Direkteinspritzung leistet 145 PS, hat ein maximales Drehmoment von 235 Newtonmetern und wiegt mitsamt dem Auto 140 Kilogramm weniger als die Vorgängerversion. In Verbindung mit dem kürzeren Vorderwagen ergibt das ein leichtfüßiges und sprintstarkes Landstraßen-Spiel. Bei Richtungswechseln folgt der neue Astra freudig dem Lenkradeinschlag und lässt sich ohne große Mühen der Haftungsgrenze entlang durch die Kurven zirkeln. Und wer die Zügel noch strenger in die Hand nehmen will, drückt auf den Sport-Knopf: Dann wird die Lenkung noch direkter und die Gaspedal-Annahme unmittelbarer. Das Stahlfahrwerk liefert genug Traktion, reagiert allerdings bei kurzen Schlägen nicht immer geschmeidig.

Opel Astra K: Kein Allrad, neue Getriebe

Wer übrigens auf adaptive Dämpfer hofft, wird enttäuscht: Die bleiben beim neuen Astra außen vor – zu geringe Einbaurate beim aktuellen Modell. Soll uns recht sein. Weiterhin nicht erhältlich sein wird eine Allrad-Option, die man sich für Tirol und für die PS-starken Varianten wünschen könnte. Dafür tut sich was auf Seiten der Getriebe: Doppelkupplung gibt es zwar keine, aber dafür eine Achtgang-Automatik inklusive Wandler-Überbrückung, und nicht umsonst gilt dieses Schaltkonzept nach wie vor als Komfortbringer.

Auch der Dreizylinder-Turbo-Benziner schlägt sich mehr als wacker. Wer es nicht auf german Autobahn-Wettrennen oder knallharte Kavalierstarts bei Ampeln anlegt, ist mit den 105 PS ausreichend motorisiert. Baurartbedingt braucht das Aggregat Drehzahlen, um bei Laune gehalten zu werden: Unter 2.000 Umdrehungen pro Minute spielt sich außer Spritsparen recht wenig ab. Aber dank des knackig zu schaltenden Fünfganggetriebes ist das kein wirklicher Nachteil. In den Kurven macht sich das geringere Gewicht auf der Vorderachse positiv bemerkbar, da der Dreizylinder sogar noch einen Schuss agiler die Richtung wechselt.

Mehr Raum trotz kompakter Abmessungen

Obwohl der Astra kleiner ist, als bisher, haben sich die Platzverhältnisse merklich verbessert. Im Fond genießen die Passagiere mehr Beinfreiheit. Weiterhin erhältlich sind die großartigen AGR-Sitze: Das Gestühl umschmiegt den Körper wie ein Handschuh, brilliert mit Seitenhalt und lässt die Beine auch auf langen Strecken nicht ermüden.

Hightech-Features a la Oberklasse

Die Studie Monza stand nicht nur beim Design und bei den Leichtbau-Ideen Pate, sondern auch in Sachen Konnektivität: Beim Astra wird von Beginn an das neue OnStar-System erhältlich sein. Bei den Assistenzsystemen legen die Rüsselsheimer ebenfalls eine Schippe drauf: Neben den bekannten Features wird es beim Astra Matrix-LED-Scheinwerfer geben, die in der Opel-Diktion IntelliLux heißen – eine Premiere im Kompakt-Segment. Bei dieser Technik sind anstelle der Scheinwerfer im Prinzip LED-Beamer verbaut, die nachts ständig Fernlicht liefern und entgegenkommende sowie vorausfahrende Autos und Verkehrsteilnehmermit Hilfe von Kameras aus dem Lichtkegel „ausschneiden“. Bei den Nachtfahrten funktionierte der LED-Fernlicht-Assistent schon sehr gut und erkannte entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge zuverlässig. Der Preis für das leuchtende Extra wird rund 1.300 Euro betragen. Erstmals demonstriert hat Opel die Technik übrigens schon vor drei Jahren:

Die Hüllen lässt der neue Opel Astra auf der IAA im September fallen, Herr Winterkorn weiß, an welchem Auto er diesmal rütteln wird.

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