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Hybrid? Kein Problem für Ford

Mit dem neuen Ford Mondeo Hybrid beweist der fünftgrößte Autohersteller der Welt, dass sie auch diese Technik im Griff haben.

21.07.2015 radical mag

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: der neue Ford Mondeo Hybrid ist kein Wunder der Technik, kein Perpetuum-Mobile, dass keinen Sprit braucht. Sondern einfach eine Art Toyota Prius aus den USA und Valencia.

Ford Mondeo Hybrid Preis und Ausstattung in Österreich

Ford macht mit dem großen Viertürer ganz klar auf Luxus. Entsprechend gibt es das Auto in Österreich nur in der besten Ausführung, die Titanium heißt. Das kostet dann zwar mindestens 36.750 Euro, dafür ist dann auch die Aufpreisliste angenehm kurz. Und man bekommt ganz schön viel Auto fürs Geld. 486 cm lang ist der Hybrid-Ford, dazu kommt eine Breite von 185 cm. Das bedeutet im Fall der Limousine vor allem viel Platz für die Gäste an Bord. Der Kofferraum ist hingegen mit 383 Litern nicht gerade üppig. Doch Sparefrohs sollten eh mit wenig Gepäck reisen, schließlich frisst das zusätzliche Gewicht nur Sprit. Auch wir wollten vor der kurzen Testfahrt eigentlich eine Rizinus-Kur machen, ließen es dann aber doch bleiben. Wir haben einfach beim Durschnittsverbrauch einen Deziliter abgezogen und denken, dass ein normal Genährter auf diesen Verbrauch kommen wird…

Auf leisen Sohlen

Der Antrieb ist durchaus kraftvoll. Unter der Haube sorgt ein Zwei-Liter-Vierzylinder (der arbeitet nach dem Atkinson-Cycle) zusammen mit dem Elektromotor für eine Systemleistung von 187 PS. Um die elektrische Energie, die durch die Rekuperation oder via Generator gewonnen wird, zu speichern, sind Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Akkupacks und die ganze Steuerung sind unter den Rücksitzen verbaut. Diese Batterien werden in den USA vormontiert, gebaut wird der Mondeo Hybrid im Ford-Werk in Valencia. Gekoppelt ist das Antriebssystem an ein stufenloses Getriebe. Das funktioniert  gut. Nur wenn man wirklich stark aufs Fahrpedal drückt, heult der Motor – typische für CVT-Getriebe – laut auf. Im normalen Fahrbetrieb hingegen lässt sich der Wagen sehr leise bewegen. Und ohne das nervtötende hochtourige Heulen.

Kurzer Exkurs: Atkinson-Cycle

Fahreigenschaften des Mondeo Hybrids

In der Titanium-Ausstattung sind bereits Ledersitze und viele weitere Ausstattungsdetails vorhanden. Entsprechend luxuriös gibt sich der Ford im Innenraum. Aber auch die Fahrwerksabstimmung passt zum gediegenen Ambiente. Obwohl Ford auch beste Sportfahrwerke bauen kann, hat man sich offenbar bewusst für eine Komfort-Abstimmung entschieden. Der Mondeo Hybrid federt sehr elegant ab und das Fahrwerk verdaut auch sehr schlechte Straßen. Dies nicht zuletzt wegen der relativ langen Federwege. Dafür ist die Seitenneigung der Karosserie in Kurven zuweilen beachtlich. Doch trotz dieser komfortbetonten Abstimmung fühlt sich der Mondeo nicht schwammig an, nur etwas – sagen wir – indifferent. Die Lenkung ist okay, aber in etwa so weit von einem Skalpell entfernt wie eine Machete aus Papua-Neuguinea.

Unmerkliches Wechselspiel der Motoren

Ebenfalls auf dem Stand der Hybrid-Konkurrenten ist die Abstimmung der Elektronik. Der Wechsel vom Benzin- zum Elektromotor und zurück erfolgt nahezu unmerklich. Zudem sorgen Komponenten wie eine elektrische, bedarfsgerecht gesteuerte Wasserpumpe oder eine spezielle Klimaanlage dafür, dass der Mondeo sehr sparsam ist. Ford verspricht einen Verbrauchswert von 4,2 Litern pro 100 Kilometer für den großen Mondeo Hybrid. Das entspricht einem CO2-Ausstoss von 99 Gramm pro Kilometer. Diesen Wert haben wir bei den ersten, kurzen Testfahrten zwar nicht erreicht. Mit 4,7 Litern (also 4,8 L/100 km, aber wir sind ja etwas zu schwer…) waren wir aber sehr nahe dran. Diese Werte lassen auf einen Verbrauch im Alltagseinsatz von knapp unter fünf Litern pro 100 Kilometer schließen.

Ford Mondeo Hybrid (3)
© Bild: Werk

Fazit

Der Ford Mondeo Hybrid ist ein gut gemachtes Hybridfahrzeug mit ausreichend Leistung, einem komfortablen Fahrwerk und viel Platz und Luxus für die Passagiere. Schade nur, dass es vorläufig keine andere Karosserievariante geben wird. Und, der elegante Wagen bekommt schon bald Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Bereits im kommenden Jahr wird Ford auch eine Plug-In-Variante auf den Markt bringen. Dort wird der Ford dann gegen Konkurrenten wie den Passat GTE antreten müssen. Dafür ist er – vor allem wenn die Preise weiterhin so zurückhaltend kalkuliert werden – durchaus gerüstet. Nur eben, den Passat gibt es auch als Kombi. Hier müsste Ford unbedingt nachbessern. Ach ja, und die Anzeige des Infotainment-System ist im Jahr 2015 einfach nur: ein Hohn!

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

  • Marcus

    Bitte: Für Europa eine Kombi-Version des Mondeo Hybrid herausbringen!
    Als Taxi habe ich die Limousine Mondeo Hybrid in Graz schon gesehen.

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